Allgemeine Berichte | 09.08.2018

100 Jahre Kronprinz-Wilhelm-Brücke

Nach Sprengung 1945 begann der Wiederaufbau bereits 1947

Seit 1962 nicht nur für Züge, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger freigegeben

Reger Schiffsverkehr herrscht in den 1930er Jahren auf dem Rhein vor der Kulisse der Kronprinz-Wilhelm-Brücke. Ein Räderboot unterquert soeben mit seinem Schleppzug die Brücke, während ein Schraubenschlepper bereits das Engerser Ufer passiert.Sammlung Moritz

Engers/Urmitz. Berühmtheit, wie ihre nördliche Schwesterbrücke, die als „Brücke von Remagen“ nicht nur Kriegs- sondern auch Filmgeschichte schrieb, hat sie nie erlangt, aber sie teilte wie diese das gleiche Schicksal, nämlich die Zerstörung durch Einwirkungen des II. Weltkrieges. Doch im Gegensatz zur Remagener Brücke begann schon wenige Jahre nach dem Ende des verheerenden Krieges ihr Wiederaufbau und heute rollen Tag für Tag dutzende von Güter- und Personenzüge über ihre Gleise.

Begonnen wurde mit ihrem Bau nach der Recherche von Jürgen Moritz aus Engers, der sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Brückengeschichte beschäftigt, im April 1916. Und am 15. August 1918, vor 100 Jahren, erfolgte ihre offizielle Einweihung unter dem Namen „Kronprinz-Wilhelm-Brücke“.

Mit ihrem kühnen Fachwerk-Zweigelenkbogen überspannte sie den Rhein zwischen Engers und Urmitz jedoch nur gut ein viertel Jahrhundert lang, bis sie in den frühen Morgenstunden des 9. März 1945 durch deutsche Truppen gesprengt wurde.

Jedoch bereits 1947 begann mit der Instandsetzung der beschädigten Pfeiler und der Hebung des linksrheinischen Überbaus ihr Wiederaufbau. Das zerstörte rechtsrheinische Brückenteil wurde zunächst auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht nur durch einen eingleisigen Durchlaufträger ersetzt. Die Stromöffnung sollte ebenfalls eingleisig unter Aufteilung durch einen Pfeiler in zwei ungleiche Öffnungen überbrückt werden. Rationalisierungsüberlegungen der Eisenbahn führten jedoch in der Folge dazu, dass wieder eine zweigleisige Brücke errichtet werden sollte.

Die begonnenen Wiederaufbauarbeiten wurden aus finanziellen Gründen im Jahr 1948 vorläufig beendet und erst im Herbst 1952 mit der Beseitigung der letzten Reste der Brücke von 1916/18 und der eingleisigen rechtsrheinischen Dauerbehelfsüberbauten fortgesetzt. Die Stahlbauarbeiten begannen im Juli 1953 und wurden im Februar 1954 abgeschlossen, sodass mit dem Fahrplanwechsel im Mai 1954 der Zugbetrieb eingleisig wieder aufgenommen werden konnte.

Acht Jahre später, im September 1962, war die Brücke, nun als eine über vier Öffnungen laufende Fachwerkträgerbrücke mit doppeltem Rautenfachwerk, in ihrer ganzen Länge zweigleisig befahrbar. In dieser Form präsentiert sie sich auch heute noch. Und ein Jahr später konnten Fußgänger und Radfahrer von beiden Rheinufern aus auch den Fußgängersteg wieder benutzen.

Aus Anlass des Brückenjubiläums präsentiert der Bürgerverein Engers übrigens im Schaufenster eines Geschäftes in der Engerser Schlossstraße eine Reihe großformatiger Fotos, die die Brückengeschichte erzählen.

Reger Schiffsverkehr herrscht in den 1930er Jahren auf dem Rhein vor der Kulisse der Kronprinz-Wilhelm-Brücke. Ein Räderboot unterquert soeben mit seinem Schleppzug die Brücke, während ein Schraubenschlepper bereits das Engerser Ufer passiert.Foto: Sammlung Moritz

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