Tiny-Houses in Wachtberg werden neues Zuhause für Flüchtlingsfamilien
Nachbarn besichtigen künftige Siedlung an der Ortsrandlage
Wachtberg. Acht Tiny-Houses, die zuvor Flutgeschädigten an der Ahr Unterkunft boten, werden jetzt zu einem neuen Zuhause für Flüchtlinge, die in der Gemeinde Wachtberg leben. Zu einem Ortstermin, zu dem Bürgermeister Swen Christian (CDU) eingeladen hatte, damit sich die Nachbarn ein Bild von der kleinen Siedlung machen konnten, erschienen zahlreiche Gimmersdorfer und andere Interessierte.
Auf einem Grundstück, dass die Gemeinde bereits einige Zeit zuvor angekauft hatte, stehen die Tiny-Houses, ergänzt mit einem Container, in dem für die zukünftigen Bewohner Waschmaschinen und Trockner aufgestellt wurden. Das Grundstück befindet sich Ortsrandlage, mit Blick auf Stachelbeersträucher und dahinter weitere Obstplantagen. Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich eine Bushaltestelle, von der aus man nach Oedingen oder Bad Godesberg fahren kann. Die kleinen Häuser bieten bis zu vier Personen Unterkunft und Privatsphäre. Ein überdachter Eingasbereich führt in einen Flur, von dem ein Badezimmer, das Elternschlafzimmer, eine Vorratskammer und ein Kinderzimmer mit zwei einzelnen Betten abgehen, bevor er sich zu einer Wohnküche öffnet. Auf rund 32 qm ist alles Notwendige untergebracht. Die Ausstattung erinnert stark an einen Wohnwagen – vielleicht nicht weiter erstaunlich, denn an der Außenwand ist der Schriftzug eines namhaften Herstellers dieser Branche sichtbar. Die Außenanalgen werden in den nächsten Tagen noch hergerichtet und die Häuser gereinigt, so dass mit dem Einzug der neuen Bewohner ab Anfang März gerechnet werden kann.
Angeliefert wurden die Häuser bereits Ostern des vergangenen Jahres. Die benötigte Infrastruktur (Elektro, Wasser- und Abwasser) sei so geplant worden, dass sie auch für eine spätere dauerhafte Wohnbebauung nutzbar sei, berichtete Bürgermeister Swen Christian. Der Ankauf der Häuser bietet für die Gemeinde Wachtberg die Chance, künftig Miete für derzeit genutzte Flüchtlingscontainer einsparen zu können, erläuterte er weiter. 28 künftige Bewohner stehen bereits fest, alles Familien mit Kindern. Sie stammen u.a. aus der Ukraine, Syrien und Afghanistan. Alle haben ein dauerhaftes Bleiberecht, sind schon länger in Wachtberg und sprechen Deutsch. Sie werden weiterhin durch die Gemeinde betreut und es gibt auch schon Überlegungen für Integrationsveranstaltungen.
Nach einem Blick in das Innere der Häuser bedankten sich die Anlieger für diese Informationsgelegenheit. „Vielleicht können wir von den Neuen lernen, neben Sprachen, besonders Englisch, vielleicht auch etwas über deren Kultur oder neue Rezepte“, meinte eine ältere Gimmersdorferin beim Gehen, die in dem Zuzug auch eine Bereicherung sieht. Übrigens: Stachelbeere heißt im Englischen „gooseberry“. KS
