Allgemeine Berichte | 26.02.2020, 08:38 Uhr

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Nachhaltig Geld verdienen mit Feriengästen: Tipps für Vermieter

Sonnenaufgang am Laacher See – so schön ist es in Rheinland-Pfalz. Foto: pixabay.com © michael_luenen (CC0 Creative Commons)
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In Rheinland-Pfalz gibt es viel zu entdecken und das schlägt sich auch in den Übernachtungszahlen nieder. Im Jahr 2008 waren es rund 8,28 Millionen Übernachtungen im Jahr, 2018 hingegen kratze der Wert bereits an der 10-Millionen-Grenze. Der Trend zum Urlaub im eigenen Land hat gerade erste begonnen und wird in den folgenden Jahren vermutlich noch weiter ansteigen. Immer mehr Urlauber legen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Sie reisen innerhalb Deutschlands, um den CO2-Ausstoß zu minimieren und die Umwelt zu schonen. Sanfter Tourismus ist ein Schlagwort, das großes Gewicht hat. Und genau hier liegen Chancen für Gastgeber in Rheinland-Pfalz.

Die Finanzierung klären

Es gibt viele Möglichkeiten das Thema Nachhaltigkeit umzusetzen. Es soll dabei nicht verschwiegen werden, dass Gastgeber dafür einiges investieren müssen. Die Unterkunft mit dem Prädikat „nachhaltig“ zu versehen bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand und vor allem auch finanzielles Engagement. Je nach Ausgangssituation ist dieses finanzielle Engagement größer oder kleiner. Gastgeber mit ernsthaftem Interesse an einer Neuausrichtung ihrer Unterkunft müssen sich deshalb über die Finanzierung des Vorhabens Klarheit verschaffen.

Wer ohnehin über einen bestehenden Kredit verfügt, mit dem beispielsweise die Ferienunterkunft finanziert wurde, kann diesen bestehenden Kredit zweckgebunden aufstocken. Aufstocken ist oft einfacher als einen neuen Kredit zu beantragen, weil die Kreditprüfung erheblich unkomplizierter ist. Die Bank kennt den Kreditnehmer und dessen finanziellen Verhältnisse, sodass die Bewilligung einer Krediterweiterung in vielen Fällen sehr kurzfristig geschieht.

Rheinland-Pfalz hat viel zu bieten: Vermieter sollten das Angebot präsentieren!

Rheinland-Pfalz hat eine wunderschöne Natur zu bieten und ist für wanderbegeisterte und Rad fahrende Naturliebhaber ein großartiges Paradies. Hinzu kommen Kulturschätze sowie eine einzigartige Weinlandschaft. Gastgeber in Rheinland-Pfalz sollten ihren Gästen einen leichten Zugang verschaffen, um sie von ihrem Urlaubsort zu begeistern. In der Praxis könnte das so aussehen:

  • Gastgeber vermitteln geführte Wanderungen in Naturschutzgebiete oder bieten diese selbst an. Eine Übersicht der Schutzgebiete in Rheinland-Pfalz stellt zum Beispiel der NABU online bereit.
  • Gäste können Ausflüge zu Naturdenkmalen über den Gastgeber buchen und/oder sich ausführlich darüber informieren. Das bedeutet, dass entsprechendes Infomaterial bereitliegt sowie eine Linkliste zu den relevanten Orten in der Umgebung.
  • E-Bike statt Auto: Gäste können das Auto stehen lassen und die Umgebung mit dem E-Bike erkunden.
  • Gibt es nachhaltig arbeitende Weinbauern in der Umgebung? Dann darf eine Übersicht über Bio-Weingüter nicht fehlen!
  • Vielleicht ist sogar ein lokales nachhaltiges Projekt direkt am Urlaubsort wie zum Beispiel der Schulwald der Schönstätter Marienschule Vallendar angesiedelt? Falls ja, sollte diese Info bereitgestellt werden.
  • Karten von Rad- und Wanderwegen am Urlaubsort und in der Nähe gehören zur Grundausstattung einer Unterkunft, die ihre Gäste nachhaltig beherbergt.
  • Handwerkskunst in Rheinland-Pfalz: Gastgeber können ihren Gästen Zugang zu nachhaltig arbeitenden Handwerksbetrieben verschaffen. Ein Beispiel ist Guido Netzer aus dem Westerwald, der als Sattler aus edlem Büffelleder hochwertige Sättel anfertigt. Das untenstehende Video gibt Einblick in seine Arbeit und zeigt darüber hinaus die Lederarbeiten eines Schuhmachers und eines Buchbinders aus Rheinland-Pfalz.

Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, doch sie soll an dieser Stelle genügen, um Gastgebern eine erste Orientierung zu geben. Wer sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit im Tourismus beschäftigt und mit diesem Gedanken durch den Alltag geht, findet unzählige Ansatzpunkte. Das gilt vor allem auch für die Ausstattung der Ferienunterkunft.

Die Einrichtung: Wer nachhaltig beherbergen will, braucht die entsprechende Ausstattung

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein drücken sich auch in der Einrichtung und den zusätzlichen Annehmlichkeiten aus, die Gastgeber ihren Gästen bieten. Die Begriffe saisonal und regional sind eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verwoben. Bei der Ausstattung der Ferienunterkunft ist es deshalb sehr zu empfehlen, sich an dem Angebot zu orientieren, das regional vorhanden ist. Dabei kann der Begriff „regional“ unterschiedlich ausgelegt werden. Regional kann bedeuten, dass die Lieferungen und Leistungen, die zum Ausstatten der Ferienunterkunft nötig sind, ausschließlich aus Deutschland, oder nur aus Rheinland-Pfalz oder in erster Linie aus dem eigenen Landkreis stammen. Die folgenden Vorschläge zeigen einige praktische Möglichkeiten auf, die sich unter diesem Aspekt bieten:

  • Die Einrichtung wird von einem Schreiner vor Ort angefertigt. Dieser nutzt Holzarten aus Rheinland-Pfalz.
  • Die Wohn-Textilien stammen aus einer Weberei in Rheinland-Pfalz.
  • Das Bad ist mit nachhaltig produzierter Seife versehen.
  • Saisonal verfügbare Blumen aus dem eigenen Garten heißen neue Gäste willkommen.
  • Das Geschirr stammt von einer lokalen Töpferei.
  • Bilder und Deko kommen von Künstlern aus der Umgebung.

Auf die Erzeuger der Einrichtung dürfen Gastgeber ruhig hinweisen, indem sie Flyer der involvierten Betriebe in der Unterkunft auslegen. Viele Gäste kaufen als Souvenir gerne Handwerkskunst und wenn sie diese bei lokal ansässigen Künstlern und Handwerkern finden können, ist allen Beteiligten geholfen. Nachhaltig denkende und arbeitende Gastgeber in Rheinland-Pfalz können auf diese Weise viel dafür tun, dass Handwerkskunst und rheinland-pfälzische Traditionen weiter Bestand haben.

Burg Eltz ist ein Touristenmagnet und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Foto: pixabay.com © analogicus (CC0 Creative Commons)

Burg Eltz ist ein Touristenmagnet und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Foto: pixabay.com © analogicus (CC0 Creative Commons)

Website unter nachhaltigen Aspekten gestalten

Nachhaltige Gastgeber sorgen bereits auf ihrer Website dafür, dass das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rückt. Was bedeutet das konkret? Zwei Beispiele sollen zur Inspiration dienen.

  • 1. Bereits auf der Website werden umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten präsentiert. Das könnte zum Beispiel ein besonderes Angebot eines kooperierenden Busunternehmen oder der Bahn sein, die mit dem Deutschland-Ticket die umweltfreundliche Anreise aus jeder Ecke Deutschlands zu günstigen Preisen ermöglicht. Eine Verlinkung auf die Fahrplanauskunft der öffentlichen Nahverkehrsmittel und ein Hinweis auf die Anreise mit dem Bus vom Bahnhof bis zur Ferienunterkunft ergänzen die Anreisemöglichkeiten.
  • 2. Die Beschreibung der Unterkunft weist auf die Nachhaltigkeitsaspekte hin, den die Gäste erwarten können (regionale Ausflüge, Besuch von Handwerksbetrieben, E-Bike-Verleih etc.). Falls die die Wohnung wie oben beschrieben mit regional produzierten Möbeln und Accessoires ausgestattet ist, sollten die beteiligten Handwerker und Künstler ruhig erwähnt und ggf. direkt verlinkt werden. Umgekehrt gilt dasselbe, so haben beide Seiten etwas davon.

Frische Säfte aus dem eigenen Garten – die Gäste wissen es zu schätzen. Foto: pixabay.com © silviarita (CC0 Creative Commons)

Frische Säfte aus dem eigenen Garten – die Gäste wissen es zu schätzen. Foto: pixabay.com © silviarita (CC0 Creative Commons)

Fazit: Der Nachhaltigkeitsgedanke wirkt nach und nach

Gastgeber können die Ferienunterkunft Zug um Zug immer nachhaltiger gestalten. Wer sich neu in das Thema einfindet wird schon bald merken, dass der Nachhaltigkeitsgedanke sich langsam, aber stetig durchsetzt. Es fallen immer mehr Möglichkeiten ins Auge, die in dieses Konzept passen. Nachhaltige Unterkünfte sind so individuell, wie die Gastgeber und die von ihnen vermietete Ferienwohnungen, die das touristische Angebot in Rheinland-Pfalz so sehr bereichern.

Sonnenaufgang am Laacher See – so schön ist es in Rheinland-Pfalz. Foto: pixabay.com © michael_luenen (CC0 Creative Commons)

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