Berufsfeuerwehrtag der Freiwilligen Feuerwehr Rheinbach
Nachwuchs für die aktive Löschgruppe
18 Jugendliche zusammen mit 15 Betreuern der FF 24 Stunden auf „Einsätzen“
Rheinbach. „Der Schritt von der Jugendfeuerwehr zu aktiven Löschgruppe ist größer, als sich so mancher Nachwuchs-Feuerwehrmann das vorstellt“, weiß Rheinbachs Wehrleiter Laurenz Kreuser. Bei realen Einsätzen erwarten die Einsatzkräfte ganz andere Herausforderungen, als es ihnen eine Übung, teils mit Kindern und Jugendlichen in der Gruppe, vermitteln könne.
Deshalb bietet die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rheinbach schon seit neun Jahren den Nachwuchskräften im Alter von 15 bis 18 Jahren, die demnächst die Grundausbildung in der aktiven Wehr beginnen wollen, eine ganz besondere Chance: Sie dürfen gemeinsam einen ganzen Tag lang hautnah das Leben in der Feuerwache Rheinbach miterleben - und müssen dabei als Gruppe gemeinsam so manche Aufgabe lösen.
Auch vier junge Damen waren mit dabei
Insgesamt 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus den zehn Löschzügen der Stadt Rheinbach und ihrer Ortschaften ließen sich die einmalige Gelegenheit nicht entgehen, darunter waren auch vier junge Damen.
Sie alle wurden dabei von 15 Betreuern aus fast allen Rheinbacher Löschgruppen umsorgt. Die konfrontierte sie mit einer Reihe von kniffligen Situationen, die auch in der Realität vorkommen, allerdings in jugendgerechter Form.
Unter der Leitung von Jasmin Schöbel und Sebastian Holewa hatte der Nachwuchs eigenständig einen 24-Stunden-Betrieb auf der Wache organisiert und die verschiedenen Aufgaben an die Teilnehmer verteilt. Die Jugendlichen organisierten ihren Dienstbetrieb selber und hatten dafür eine „Leitstellen-Software“ zu Verfügung, um die eingehenden „Notrufe“ auch spielerisch bearbeiten zu können. Natürlich durfte jeder einmal Gruppenführer sein und sich als Angriffs-, Schlauch- und Wassertrupp im Einsatz bewähren. Zuvor gab es einen Happen Theorieunterricht sowie das Kennenlernen von Fahrzeugen und Gerätschaften, die an diesem Tag zum Einsatz kamen.
Denn zur Freude des Nachwuchses wurden die echten Gerätschaften und Fahrzeuge der Rheinbacher Feuerwehr genutzt, allerdings wurden die Atemschutzgeräte extra für die Jugendlichen nachgebaut.
Im Laufe des Tages wurde so eine Stoffkatze aus einem Baum gerettet, eine ausgelöste Brandmeldeanlage bei der DSG Canusa als Fehlalarm identifiziert, eine Ölspur beseitigt und ein Mittelbrand gelöscht, bei dem auch ein Menschenleben in Gefahr war.
Eine renitente Person hinter einer verschlossenen Tür wurde gemeinsam mit der Polizei dingfest gemacht, und eine weitere Person aus dem Wasser gerettet. Natürlich musste auch der eine oder andere Kleinbrand gelöscht werden, und die Profis von der Absturzsicherungsgruppe wurden moralisch unterstützt beim Bergen einer abgestürzte Person an der Tomburg.
Bei der anschließenden Manöverkritik erhielten die hoffnungsvollen Nachwuchs-Feuerwehrleute wertvolle Tipps, wie man es künftig anders oder besser machen kann. Vor allem an der Kommunikation haperte es noch in manchen Situationen, und auch das Treffen einer möglicherweise weitreichenden Entscheidung fiel nicht jedem auf Anhieb leicht.
Besser vorbereitet auf die Grundausbildung
„Natürlich fehlt den jungen Leuten auch einfach ein Stück Erfahrung und vor allem die feuerwehrtechnische Grundausbildung“, bat Kreuser um Nachsicht, dass bei einer zusammengewürfelten Gruppe von Jugendfeuerwehrleuten nicht immer alles optimal klappen könne. Doch nun könnten die sich besser vorstellen, wie die Arbeit eines Feuerwehrmannes in der Realität aussieht und seien so besser vorbereitet, wenn für sie die Grundausbildung beginnt. Ein wichtiger Nebeneffekt sei es darüber hinaus, dass dadurch einmal mehr das „Wir-Gefühl“ der gesamten Rheinbacher Feuerwehr ein wenig gestärkt worden sei.
