Bunte Inthronisation von Prinzen- und Kinderprinzenpaar in der Grau-Blau-Halle
Narrenschiff wurde von Prinz Roman gekapert
Kinderprinz Robin und Prinzessin Nele rappten bis Höhr-Grenzhausen rockte
Höhr-Grenzhausen. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Thilo Becker war da und auch Stadtbürgermeister Michael Thiesen. Aus Ransbach-Baumbach war der frisch gekrönte Kräutscheskönig Stefan II. gekommen, zusammen mit der Obermöhne der Töpferstadt, Ingeborg I. Großer Bahnhof für die Inthronisation des Kinderprinzenpaares und des Prinzenpaares in der Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen. Neben den Genannten begrüßte Thorsten Hartman in seinen Funktionen als Vorsitzender des Vereins Komitee Fastnachtszug und Moderator des bunten Abends in der Grau-Blau-Halle noch Andre Geilen, Sitzungspräsident der KG Grau-Blau, als Hausherren der Veranstaltung. Viele karnevalistische Abordnungen erwiesen der Amtseinführung der neuen Höhr-Grenzhäuser Prinzenpaare die Ehre. Darunter die Ranzengarde Grün-Gelb, die auf das karnevalistische Jubiläum von 44 Jahren Vereinsgeschichte zurückblicken kann. Damit hatte sich diese Truppe das Recht für den ersten Bühnenauftritt erworben: einen schwungvollen Marschtanz. Die ersten Lacher hatte Ansager Thorsten Hoffmann auf seiner Seite, als er nach dem Tanz die Kapelle zum Spielen des „Einmarschs“ für die Ranzengarde aufforderte - er überspielte das gekonnt mit der Bemerkung: „Ist eben alles live hier!“ Die Ranzengarde ist die Nachwuchsschmiede für die KG Rot-Weiß und die KG Grau-Blau. Von den Kleinsten bis zur Volljährigkeit kann sich die Jugend hier ihre ersten karnevalistischen Lorbeeren verdienen.
Nun können aber neue Prinzenpaare nur die Macht übernehmen, wenn ihre Vorgänger abtreten. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum im randvollen Saal bei den
Prinzenpaaren der Session 2016, Kinderprinzenpaar Prinz Florian I. und Prinzessin Kira I. aus dem wilden Westerwald (Florian Meyer und Kira Schmitt) und dem großen Prinzenpaar Prinz Joachim und Prinzessin Petra vom Rennzirkus Bärenland (Joachim und Petra Rosenbach) für deren glanzvollen Einsatz in den zurückliegenden zwölf Monaten. Dass so ein Abschied nicht leicht fällt, sah man Noch-Prinz Joachim förmlich an, der sagte: „So aufgeregt wie heute war ich bei meiner Proklamation nicht!“
Die ersten Raketenstufen erhielten sodann die „Chilis“ aus Hilgert für ihren perfekten Showtanz, zu ihrem feurigen Namen passend in rote Perücken und grün-glitzernde Kleider gehüllt.
Ein Abend voller Höhepunkte
Und schon war der erste Höhepunkt des Abends gekommen, die Kürung des Kinderprinzenpaares 2017. Robin Bayer und Nele Gräf marschierten mit fetziger Einmarschmusik nebst ihrer Begleitung in den Saal. Thorsten Hartmann stellte die beiden den Besuchern vor. Robin, der mit seiner Mutter Natascha in Deesen wohnt, wurde 2005 in Koblenz geboren und besucht seit 2015 das Gymnasium in Höhr-Grenzhausen. Er ist Fan von Eintracht Frankfurt und hört gerne deutschen Rap und Hip-Hop, kann aber auch selbst fantastisch gut karnevalistische Texte rappen. Seine Prinzessin Nele wurde 2006 in Neuwied geboren. Mit Eltern und Geschwistern lebt sie in Hilgert und besucht dort die vierte Klasse der Grundschule. Was den Fußball angeht, könnte es Spannungen zwischen Kinderprinz und -prinzessin geben: Nele favorisiert den 1. FC Köln. Beide, Robin und Nele sind schon von frühester Jugend an in verschiedenen Funktionen im Karneval aktiv. Robin freute sich über das ihm überreichte Zepter („Hier ist das Ding!“) während Nele sich mehr für die Wetterprognosen beim Karnevalsumzug interessiert („Du weißt ja, Thorsten, ich trage kurz!“). „Höhr-Grenzhausen - Let’s rock!“ ist ihr Karnevalsmotto. Zur nochmaligen Steigerung der Spannung vor dem Auftritt des neuen Erwachsenen-Prinzenpaares trat das Rot-Weiss-Ballett auf. Dann schlug die Stunde der neuen Regenten in der Kannenbäckerstadt. Prinz Roman (Birnbach) und seine Prinzessin (Ehefrau Andi) stürmten mit ihrer Piratenschar die Bühne. Sie begeben sich ab sofort auf Kaperfahrt durch die Wogen des Höhr-Grenzhausener Karnevals. Gewappnet dafür sind beide gut: Roman, Jahrgang 1972, verbrachte die Schulzeit bis zum Abitur in Höhr-Grenzhausen und studierte hier anschließend Keramik. Seit 1987 verbringt er seine Freizeit überwiegend mit dem Karneval, zunächst als Tänzer und Redner der Ranzengarde, Mitglied in Gruppen, Balletts und Elferrat sowie als Vorsitzender von Ranzengarde und aktuell des Elferrats Rot-Weiss. Für sein Engagement in der fünften Jahreszeit ist Roman Birnbach schon mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit der Goldenen RKK-Nadel.
Beruflich trat Prinzessin Andi (Andrea) in die Fußstapfen ihres späteren Gatten und studierte ebenfalls Keramik an der FH in Höhr-Grenzhausen. Ihre karnevalistischen Erfahrungen sammelte sie unter anderem als Tänzerin und Rednerin auf der Grün-Gelben Bühne, Trainerin verschiedener Jugend-Karnevalsgruppen, Tänzerin im Rot-Weiss-Ballett und Mitwirkende bei Sketchen auf der Bühne. Ihre Hobbys: Fitness-Studio, Skifahren, Karneval.
Der „erste Pirat“ Jörg Lötschert betrat sodann die Planken des Narrenschiffs und stellte in seiner unnachahmlichen Art die Begleitung mit ihren schrecklichen Aufgaben auf dem Kaperschiff vor. Nicht ohne Grund konnte das neue Prinzenpaar anschließend einen lang anhaltenden Applaus auf sich verzeichnen, als sie ihr Kaperprogramm für Höhr-Grenzhausen vorstellten, kein Saal, keine Theke, keine Gasse, die nicht erobert wird.
Ein Bürgermeister in der Bütt
Bürgermeister Thilo Becker begab sich nach der Inthronisation in der Bütt auf einen Streifzug durch die Weltpolitik. Er empfahl, fröhlich und respektvoll Karneval zu feiern und mahnte: „Braune Hetze gehört in keine Rede rein!“ Dem bereits an die Rathaustüren klopfenden Prinzenpaar räumte er das Feld mit den Worten: „Ich übergebe euch gerne temporär die Rathausführung. Vielleicht gelingen euch die Sachen, die uns manchmal Sorgen machen!“
Christian und Gerhardt Carra, alias Paco & Paco betraten die Bühne, beide Profis der
„Eiskalten Brüder“ von der Mainzer Fastnacht. Stets den Mainzer Handkäs besingend,
starteten sie einen Angriff auf die Lachmuskeln der Besucher. Nicht besser hätte Herbert Grönemeyer selbst „Handkäs für Obama“ dem Publikum darbieten können.
Nach diesem Höhepunkt folgte eine Überraschung für das Kinderprinzenpaar: Deren Begleitung Zoé Wilbert von den „Gülser Husaren“ legte einen artistisch perfekten Solotanz hin. „Dinner for One“ hieß es nun, in dessen Thema Speedy (Michael) Specht das Publikum einführte. Das große Prinzenpaar staunte nicht schlecht, als sie plötzlich ihre Kinder Felix und Filip Birnbach in der Rolle von Miss Sophie und Butler James sahen. Perfekt einstudiert, ganz wie ihre Eltern, hatten die Zwei den Saal voll im Griff. So wie die Sitzungspräsidenten Andre Geilen, Michael Specht, Thorsten Hartmann als auch Oliver Heine als der singende „kölsche Jung“ parodiert wurden, große Klasse! Das Grau Blau-Ballett bildete den tänzerischen Schlusspunkt der humorvollen und gleichzeitig glanzvollen Proklamation.
