Nachhaltigkeitserziehung in der Kindertagesstätte Reifferscheid
Natur pur – warum denn nur?
Reifferscheid. Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ ist seit einiger Zeit in aller Munde. Er läuft einem quasi hinterher und fällt in allen möglichen Bereichen ins Auge. Auch in unserer Kindertagesstätte Luftikus in Reifferscheid zieht er sich wie ein roter Faden durch die pädagogische Arbeit. Nachdem eine der Erzieherinnen an einer Weiterbildung des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz durch den BUND zur „Fachkraft für Bildung für nachhaltige Entwicklung“ teilgenommen hat, wird die Kita nun durch den Wissenschaftsladen Bonn zur „Nachhaltigen Kita – Mit Kindern aktiv für die Welt“ zertifiziert. Der Wissenschaftsladen Bonn wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Nachhaltigen Umgang fördern
Kinder im Kindergartenalter befinden sich in einer besonders sensiblen Phase für ihre körperliche, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung. Was Kinder sich an grundlegenden Fertigkeiten, Wertehaltungen und Überzeugungen aneignen, ist prägend dafür, wie sie sich in ihrem weiteren Leben gegenüber ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen verhalten. In der jungen Entwicklungsphase einen Zugang zu BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) in der Kita anzubieten, kann Kinder für die zukünftigen Herausforderungen stärken und den bewussten, nachhaltigen Umgang mit sich selbst und der Erde fördern.
Naturnahe Arbeit
In der Arbeit mit den Kindern war die Kita schon immer naturverbunden durch ihr Waldstück, die Waldtage und -wochen, das naturnahe Außengelände, und zahlreiche Aktionen und Projekte. Im Zuge der Umweltdebatte gehen die Mitarbeiter aber zunehmend bewusster mit dem Thema um und bauen es in den pädagogischen Alltag ein. In den letzten Wochen konnten die Kinder sehen, wie sich Raupen zum Schmetterling entwickeln. Trotz Hege und Pflege überlebten nicht alle bis zur Verpuppung, was den Kindern den Prozess des Werdens und Vergehens in der Natur erlebbar machte. Durch die im Elementarbereich übliche ganzheitliche Arbeit wie Bilderbücher zum Thema, Raupenturnen, Hypothesen aufstellen, singen und tanzen wie Schmetterlinge etc. hielt das Thema „Schmetterlinge“ und auch „Bienen“ und „Insekten“ Einzug in den Alltag. Die Kinder fanden Raupen in Wiesen und an Bäumen und legten sie zur Beobachtung in die Insektlore. Es taten sich ganz neue Erkenntnisse auf. Unterschiedliche Raupen brauchen unterschiedliches Futter, werden unterschiedlich groß, und auch die Verpuppung geschieht unterschiedlich. Passend dazu erklärte sich Landschaftsgärtner Felix Goltz bereit, mit den Kindern gemeinsam zwei Bereiche unseres Außengeländes als Bienenwiese zu gestalten. Dazu wurde erst einmal die Grasnabe maschinell entfernt und am Matschloch als Staumauer weiterverwendet. Auch den Erzieherinnen war vorher nicht bewusst, wie schwer Erde sein kann. Danach ging es um Fingerspitzengefühl beim Einsäen, anschließend gießen und in der Anfangszeit feucht halten. Nun gilt es zu beobachten, wie sich die Pflanzen entwickeln. Zeitgleich schenkte Michael May aus Reifferscheid der Kita verschiedene Gemüsepflanzen. Auch Wiesen und Wegesränder haben einiges zu bieten, von dem man oft gar nicht weiß, dass es in der Küche Verwendung finden kann. Ende Mai verlegten die Kita ihre Mittagsküche in den Wald und kochte dort mit den Kindern im mitgebrachten Waldofen Kartoffelsuppe mit auf dem Weg gesammelten Wiesenkräutern. Diese Aktion entstand auf mehrfachen Wunsch der Kinder, länger im Wald spielen zu können. Zum Abschluss ihrer Kindergartenzeit machten die Vorschulkinder einen Ausflug. Sie hatten sich eine Fahrradtour gewünscht und „Wassermatschen“. Also verbrachten sie bei herrlichstem Wetter einen schönen Nachmittag mit Radeln, Wasserplanschen in der Ahr am Spielplatz in Ahrdorf und als Highlight einem Besuch im Schmetterlingsgarten „Eifalia“.
