Allgemeine Berichte | 06.04.2022

Kur- und Heilwald Lahnstein: Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige

„Naturerleben und Achtsamkeit“

V.l. Vera Ströbel, Waldgesundheitstrainerin; Peggy Reyhe, Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn, Hermann Schmidt, Waldpädagoge; Gabriele Schönweitz, Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn; Astrid Haderlein, Stadt Lahnstein.  Foto: Pflegestützpunkt Lahnstein-Braubach

Lahnstein. „Naturerleben und Achtsamkeit“ heißt ein neues Kursangebot der Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörige. Es startet im Mai dieses Jahres im neuen Kur- und Heilwald Lahnstein und wurzelt in der japanischen Waldtherapie.

Seit fast 30 Jahren wird Waldtherapie in mittlerweile 60 Zentren in Japan angeboten. Die jahrelange Erfahrung und viele medizinische Studien konnten zeigen, dass mit dieser speziellen Behandlung unter anderem Stress, mentalen Problemen und auch chronischen Erkrankungen entgegengewirkt werden kann.

Der Kontakt mit Pflanzen, Tieren und Ökosystemen wirkt entspannend, stärkt das Immunsystem, regt die Sinne an, verbessert Schlaf, Stimmung, Konzentration und noch vieles mehr.

Für gezielte Therapiezwecke und präventive Angebote bietet ein Kur- und Heilwald einen geeigneten Ort. „Unter den zahlreichen Indikationen für eine Behandlung speziell im Lahnsteiner Kur- und Heilwald finden sich auch leichte Formen von Demenz sowie Somatisierungsstörungen, körperlicher und seelischer Stress,“ erläutert Astrid Haderlein, die bei der Stadt Lahnstein für das Projekt verantwortlich ist.

Menschen mit einer Demenzerkrankung profitieren von den Effekten des Waldes in besonderer Weise. Peggy Reyhe vom Pflegestützpunkt Lahnstein-Braubach erklärt, dass zwar auch Naturkontakte die Krankheit nicht aufhalten könnten, eine Demenz gelte in den meisten Fällen leider noch als nicht heilbar. „Die Natur bietet jedoch eine Vielzahl wirkungsvoller Elemente, die Körper, Geist und Seele stärken und so die Lebensqualität spürbar verbessern.“

Hermann Schmidt, staatl. zertifizierter Waldpädagoge mit einer speziellen geriatrischen Zusatzausbildung, wird die Gruppe für Menschen mit Demenz leiten. Er ist dem Heilwald-Projekt seit den Anfängen verbunden und hat den Psychotherapiepfad mitentwickelt.

Positive Auswirkungen für die Demenzerkrankten:

- Vermeidung von sozialer Isolation und Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe

- Erhalt von Mobilität und möglichst langer Selbstständigkeit

- Stärkung durch Sinnesanregungen, Erfolgserlebnisse und den gemeinsamen Austausch – ohne Überforderung

- Stressabbau

- Konzentrations- und Merkfähigkeit steigern

- Unruhe, Angst und negative Gedanken reduzieren

Das neue Projekt bietet aber auch zeitgleich den pflegenden Angehörigen ein Kursangebot zur Stressreduktion mithilfe von Achtsamkeit im Wald. Ergotherapeutin, Heilpraktikerin und Waldgesundheitstrainerin Vera Ströbel leitet die Gruppe, bei der der Abbau von Belastungen und Stress im Vordergrund steht. Spezielle Übungen regulieren Herzfrequenz, Blutdruck und Atmung, Stresshormone werden gesenkt und das Wohlbefinden dadurch spürbar gesteigert. Das Immunsystem wird gestärkt, die Sinne angeregt, Schlaf, Stimmung und Konzentration verbessert.

Auf diese Weise unterstützt das Kursangebot in und mit der Natur demenziell erkrankte Menschen und ihre Familien, das Leben auch mit der Krankheit so lebensfroh, würdevoll und bedürfnisgerecht wie möglich zu gestalten.

Der Kurs startet Ende Mai und findet dienstags von 14.30 – 16 Uhr statt. (24. Mai, 31. Mai, 7. Juni), außerdem 3 Termine nach der Sommerpause.

Die Kosten für die Demenzerkrankten werden von den Demenz-Netzwerken (aus den Fördermitteln der Pflegekassen) übernommen, die Angehörigen zahlen 15 Euro pro Einheit.

Pressemitteilung

Pflegestützpunkt

Lahnstein-Braubach

V.l. Vera Ströbel, Waldgesundheitstrainerin; Peggy Reyhe, Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn, Hermann Schmidt, Waldpädagoge; Gabriele Schönweitz, Demenz-Netzwerke Rhein-Lahn; Astrid Haderlein, Stadt Lahnstein. Foto: Pflegestützpunkt Lahnstein-Braubach

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