Allgemeine Berichte | 26.11.2021

Naturschutz im Kreis Neuwied mit rund 146.000 Euro unterstützt

Schafe und Ziegen weiden oberhalb des Rheins auf den Streuobstwiesen in Rheinbrohl.Foto: Stefan Kolling

Kreis Neuwied. Viele Tier- und Pflanzenarten gelten auch im nördlichen Rheinland-Pfalz als bedroht. Gründe dafür gibt es viele – etwa die zunehmende Bebauung von Flächen, die veränderte landwirtschaftliche Nutzung, die Umweltverschmutzung oder der vom Menschen verursachten Klimawandel. Daher ist es wichtig, dieser Bedrohung entgegenzuwirken. Der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord fällt in dieser Hinsicht als Oberer Naturschutzbehörde eine wichtige Rolle zu - auch im Landkreis Neuwied.

„Wir müssen unsere Natur unbedingt schützen, nicht nur, um heimische Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren, sondern auch, um künftigen Generationen ein Leben in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen“, sagt SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis. „Die SGD Nord hat einen großen Anteil daran, dass wichtige Naturschutzprojekte umgesetzt werden können, indem sie diese fachlich begleitet und dafür sorgt, dass sie vom Land auch finanziell unterstützt werden.“

Im Jahr 2020 sind für Naturschutzmaßnahmen im Landkreis Neuwied durch die SGD Nord und im Auftrag des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums Fördermittel in Höhe von rund 146.000 Euro ausgezahlt worden. „Das Geld hilft dabei, Ökosysteme und Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen“, so Wolfgang Treis.

Unterstützt wurde zum Beispiel der Naturschutz auf den Rheinbrohler Rheinhängen. Dort findet man auf einer Fläche, die so groß ist wie rund zehn Fußballfelder, Trockenrasen, Felslebensräume und Streuobstwiesen sowie seltene Tiere und Pflanzen wie Mauereidechsen, Segelfalter und Rosenkäfer, Fransenenzian, Goldaster und Purpurknabenkraut. Auch der Hirschkäfer vermehrt sich in den morschen Wurzelstubben der Obstbäume. Der Arbeitskreis Rheinbrohler Lay kümmert sich schon seit Jahren um dieses Kleinod, beseitigt unerwünschte Gehölze, erhält Trockenmauern und pflegt die zahlreichen Obstbäume. Für die Reptilien legen die Ehrenamtler Steinwälle als Verstecke an. Die SGD Nord unterstützt den Verein finanziell und fachlich. Zudem wird zwei- bis dreimal im Jahr ein Wanderschäfer beauftragt, damit er seine Tiere auf die Flächen führt. Die vierbeinigen Landschaftspfleger helfen dem Arbeitskreis dabei, die wertvollen Lebensräume dauerhaft offen zu halten. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Flächen mit Büschen und Sträuchern zuwachsen und Lebensräume verloren gehen.

Geld floss auch ins Wiedbachtal bei Waldbreitbach. Dort kümmert sich der Naturschutzbund Waldbreitbach um die wertvollen Orchideen- und Amphibienlebensräume an der Wied und im angrenzenden Fockenbachtal. So wurden zum Beispiel Tümpelkomplexe für Amphibien ausgehoben. Diese bieten auch der seltenen Gelbbauchunke eine Heimat. Zudem wurden auch die Wiesen oberhalb der Wied gepflegt, denn dort findet man die äußerst selten gewordene Orchideenart „Kleines Knabenkraut“. Auch diese Arbeiten wurden von der SGD Nord fachlich begleitet und finanziell unterstützt.

Der Naturpark Rhein-Westerwald, der zum Teil ebenfalls auf dem Gebiet des Landkreises liegt, wurde 2020 mit rund 104.000 Euro unterstützt. Weiter Infos unter: www.sgdnord.rlp.de.

Pressemitteilung Struktur-

und Genehmigungsdirektion Nord

Schafe und Ziegen weiden oberhalb des Rheins auf den Streuobstwiesen in Rheinbrohl.Foto: Stefan Kolling

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