Montagsriege des Turnverein Remagen feierte 75-jähriges Jubiläum mit einer Überraschungsparty
Neben dem Sport wird die Geselligkeit groß geschrieben
Remagen. Das 75-jährige Jubiläum feierte vor wenigen Tagen die Montagsriege des Turnvereins Remagen. Und im Vorfeld feierten die junggebliebenen Damen das Jubiläum schon im vergangenen Jahr mit einer Jubiläumstour in die Lüneburger Heide. Organisatorin Gertrud Wagner hatte die Tour geplant und insgesamt zehn Frauen ließen sich die Lüneburger Heide, gerade in voller Blüte, nicht entgehen. Das eigentliche Jubiläum in diesem Jahr wurde, ebenso wie die Vortour, von Gertrud Wagner organisiert. Die 86-jährige, ehemals langjährige Übungsleiterin, hatte eine Überraschungsparty in der Sportklause bei Wirt Jurek Dynarek geplant, weil doch einige Turnschwestern in der Lüneburger Heide nicht mit dabei waren. 18 überraschte Turnschwestern zwischen 65 und 86 Jahren trafen sich in der Sportklause zu einer herrlichen Party mit viel Spaß. Groß war das „Hallo“ bei den Turnschwestern, als sich das Treffen als Überraschungsparty entpuppte. Mit einem Gläschen Schampus stießen die „Mädels“ darauf an. Toll, wie immer, waren die Canapeés von Marcena, die fast zu schön zum Essen waren. Eine Überraschung war auch das gemeinsame Essen für die Turnschwestern, denn es gab „Toast Hawai“. „Der ist ja schon fast so alt wie wir“, begründete Gertrud Wagner schmunzelnd. Eine weitere Überraschung für die Montagsriege war der Auftritt der „Kultis“ aus der Kulturwerkstatt. Die Remagener Musiker sorgten mit Remagener und Kölsche Leedsche für viel Vergnügen. Natürlich sangen die Turnschwestern mit. Die launige Moderation der „Kultis“ übernahm Rolf Plewa, der so manches Anekdötchen zur Sprache brachte.
Gegründet wurde die Montagsriege 1947, als Übungsleiterin Gerda Weber eine reine Gymnastikriege eröffnet. Und weil die Übungsstunde montags stattfand, hatte die Montagsriege ihren Namen rasch gefunden. 1960 löste Übungsleiterin Gertrud Wagner, ehemalige Vorsitzende des Turnvereins Remagen und inzwischen Ehrenvorsitzende, Gerda Weber ab und übernahm die Montagsriege, die von da an neben der Gymnastik auch das Geräteturnen absolvierte. Zahlreiche Stadtmeistertitel im Turnen und unzählige Sportabzeichen konnte die Montagsriege im Laufe der Jahrzehnte erringen. Bei deutschen Turnfesten waren die Remagener Turnerinnen in Dortmund, Neuwied und Berlin. Ebenso wurden viel Gau- und Turnfeste besucht. Und wer bei den Turnfesten nicht selbst ans Gerät ging, der reiste als Fan mit. Vorführungen bei Festen in Remagen und bei den Jahreshauptversammlungen gab es ebenso regelmäßig wie die Beteiligung an den Karnevalszügen. Neben allem Sport war aber besonders auch die Geselligkeit gefragt. Das „dritte Gerät“, zu Anfang im Weinhaus Sankt Urban, dann bei Vereinswirt Berthold in der „Krone“ und heute bei Marc und Roman in der „Bauernschänke“ gehörte und gehört für die rund 20-köpfige Montagsriege im Anschluss an die Turnstunde einfach dazu. 16 Frauen turnen noch heute, die anderen Mitglieder der Montagsriege sind beim „dritten“ Gerät sowie bei allen Festen und Veranstaltungen immer mit dabei. Wie groß der Zusammenhalt der Montagsriege ist, beweist nicht nur, dass am „dritten Gerät“ auch Frauen teilnehmen, die nicht mehr turnen, sondern auch, dass es in den 75 Jahren nur fünf Übungsleiterinnen gab. Im Jahr 2003 gab Gertrud Wagner die Montagsriege in die jüngeren Hände von Heike Klein. Danach übernahm Bärbel Löffler für eine Zeit die Montagsriege, bevor der sportliche Teil seit einigen Jahren in den Händen von Übungsleiterin Ulla Sänger liegt. Immer wichtig war der Montagsriege der gesellige Zusammenhalt, ohne den kein Verein und keine Gruppe bestehen können. So wurden und werden Frühjahrs- und Herbstwanderungen gemacht, gemeinsam Theatervorführungen besucht, Weihnachtsfeiern abgehalten und seit über 35 Jahren jedes Jahr eine mehrtägige Tour gestartet. Nicht der Einzelne, sondern immer die eingeschworene Gemeinschaft steht bei der Montagsriege im Mittelpunkt. Ein großer Teil der Montagsriege ist bereits seit zig Jahren zusammen, doch auch die jüngere Generation hat sich bestens in die Gruppe integriert, so dass der Zusammenhalt zwischen Alt und Jung hervorragend funktioniert. AB
