Katastrophenschutz der Zukunft:
Netzwerk setzt auf Frühwarnung und Zusammenarbeit
Sinzig. Beim siebten Treffen des regionalen Katastrophenschutz-Netzwerks H-Kat-Net stand in Sinzig ein Thema im Mittelpunkt, das angesichts zunehmender Extremwetterereignisse immer mehr an Bedeutung gewinnt: die frühzeitige Warnung vor Hochwasser- und Starkregenlagen sowie moderne Möglichkeiten der Strömungsrettung. Eingeladen hatten die Initiatoren Daniel Gronwald, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Sinzig und Dr. Bert Droste-Franke, Themenfeldleiter am IQIB (kurz für: Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung), in die Räume des Sinziger THW im Mosaikweg im Gewerbegebiet.
Im THW-Ortsverband Sinzig kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Katastrophenschutz, Wissenschaft und Hilfsorganisationen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bevölkerungsschutz auszutauschen. Nach der Begrüßung richtete der Landesbrand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landes Rheinland-Pfalz, Tom Riedel, ein Grußwort an die Teilnehmenden. Dabei betonte er die zunehmende Bedeutung regionaler Netzwerke und moderner Warnsysteme angesichts wachsender Risiken durch Starkregen und Hochwasser.
Prävention im Fokus
Besonderes Interesse galt der Vorstellung des Frühwarnsystems AhrSure durch Dr. Oliver Buchholz von der Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH. Das System wurde speziell mit Blick auf das gesamte Ahr-Einzugsgebiet angepasst und soll Kommunen, Einsatzkräften und Betrieben helfen, drohende Überflutungen deutlich früher zu erkennen. Hintergrund ist insbesondere die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die gezeigt hat, wie entscheidend schnelle und präzise Warnungen im Ernstfall sein können. AhrSure basiert dabei auf hydrologischen und hydraulischen Modellierungen und verarbeitet unter anderem Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes, Pegelstände, lokale Sensordaten sowie historische Ereignisse. Nach Angaben der Entwickler kann das System Gefahrenlagen drei Tage im Voraus verlässlich prognostizieren.[BD1.1] Dabei werden nicht nur klassische Hochwasserereignisse entlang der Ahr berücksichtigt, sondern auch Starkregen in Außengebieten und mögliche Überflutungen über das Kanalnetz.
Ein weiterer Schwerpunkt des Netzwerktreffens war die Strömungsrettung. Timo Wassong von der DLRG-Ortsgruppe Remagen stellte praxisnah verschiedene Einsatzoptionen vor und berichtete aus der Arbeit der Wasserrettungskräfte. Im anschließenden fachlichen Austausch wurde deutlich, dass effektiver Katastrophenschutz nur im Zusammenspiel von Wissenschaft, Technik, Einsatzorganisationen und Kommunikation funktionieren kann. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass moderne Frühwarnsysteme wie „AhrSure“ künftig eine wichtige Rolle bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels spielen werden.
Das H-Kat-Net versteht sich dabei als Plattform für Vernetzung, Wissensaustausch und gemeinsame Strategien im Umgang mit Hochwasser- und Starkregenereignissen. Die Veranstalter kündigten an, den interdisziplinären Austausch auch künftig fortsetzen zu wollen.
ROB
