Allgemeine Berichte | 23.02.2021

Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. hilft beim digitalen Lernen

Neue Herausforderungen

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) unterstützt Geflüchtete beim Online-Lernen. Foto: privat

Kreis Ahrweiler. Digitales Lernen, Fernunterricht, Lernplattform, Videokonferenz - das sind Schlagworte, die in Coronazeiten Hochkonjunktur haben. Die Schulen sind seit einiger Zeit geschlossen. Unterricht wie früher, findet nicht statt. Also soll es die digitale Welt mit all ihren Möglichkeiten richten.

„Digitale Medien im reflektierten Einsatz können hilfreiche Instrumente für die Motivationssteigerung der Lernenden und die Ausgestaltung chancengerechten, individualisierenden Unterrichts sein.“ Ein wunderbarer Satz, entnommen dem Bildungsserver des Landes Rheinland-Pfalz am 05.02.2021. Soweit die Theorie. Doch auf welche Realität stoßen die weiterhin aktiven Ehrenamtler/innen der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) bei den Geflüchteten im Landkreis Ahrweiler? Ihre Berichte zeichnen ein anderes Bild.

Da sind Eltern, deren Sprachkompetenz wegen des Ausfalls von Deutschkursen immer noch nicht ausreichend ist, um mit Schule und Lehrkräften zu kommunizieren und die nicht verstehen können, was die Schule von ihnen erwartet. Da bemühen sich Erstklässlerinnen darum, am Minibildschirm des elterlichen Smartphones bei der ersten Videokonferenz ihres Lebens die Gesichter ihrer Klassenkameraden zu erkennen. Da gibt es Auszubildende ohne Internetzugang, ohne geeignetes Endgerät und ohne Drucker, die darum kämpfen, den Anschluss in der Berufsschule nicht zu verlieren.

Das sind Zustände, die mehr als unbefriedigend sind. Das fanden jedenfalls engagierte Mitglieder/innen der ÖFH und entschlossen sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Abhilfe zu sorgen. Schon Ende 2020 riefen sie zu einer Spendenaktion auf, um wenigstens den Auszubildenden von PFIFFIG (Projekt Flüchtlinge in Firmen als Fachkräfte integrieren), das u.a. aus Mitteln der Postcode Lotterie finanziert wird, schnellstmöglich einen Internetzugang zu ermöglichen. Das Ergebnis war überwältigend. Zusätzlich unterstützt durch den Netzanbieter 1&1, haben mittlerweile alle Azubis Zugang zum Internet. Ein besonders großzügiger Spender sorgte dafür, dass die ÖFH jedem auch ein Notebook leihweise zur Verfügung stellen konnte.

„Ein Riesenschritt nach vorne!“, stellt der 1. Vorsitzende Werner Rex mit Freude fest.

Doch damit sind längst nicht alle Probleme gelöst. Die Auszubildenden müssen lernen, wie sie die Geräte nutzen können und wie man mit den digitalen Medien umgeht. Dabei erhalten sie Unterstützung durch die ÖFH und natürlich auch von ihren Ausbildungsbetrieben. Der Nachhilfe- und Deutschunterricht durch ehrenamtliche Kräfte, der wegen Corona völlig zum Erliegen gekommen war, kann nun endlich wieder als Fernunterricht starten.

Gern würde die ÖFH weitere Hilfen anbieten. Doch ihre personellen Möglichkeiten sind begrenzt. „Es tut uns in der Seele weh zu sehen, wie Kinder und Jugendliche den Anschluss in der Schule verlieren,“ so das Fazit des Vorstandes der ÖFH, „und das gilt weit über den Kreis der Geflüchteten hinaus. Wo Eltern nicht helfen können und die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um für die erforderlichen Geräte zu sorgen, werden Kinder und Jugendliche abgehängt.“ Das sollten wir alle gemeinsam verhindern.

Wer Interesse hat mitzuarbeiten und das Team zu vergrößern, macht bitte einen Termin mit dem Büro der ÖFH Tel. (0 26 41) 3 02 95 55. Es ist weiterhin unter Beachtung aller Coronaregeln geöffnet.

Pressemitteilung

Ökumenische

Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e. V.

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) unterstützt Geflüchtete beim Online-Lernen. Foto: privat

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