Allgemeine Berichte | 06.11.2019

„hdg robotics 4.0“ im Mid-Atlantik-Club vorgestellt

„Neue Horizonte“ lautete der Kurs-Slogan

Dr. Martina Timmermann brachte es im Rahmen des „Rathausgesprächs“ im Alten Rathaus Bonn auf den Punkt

Prominenter Besuch (von rechts): Bürgermeisterin Renate Offergeld, Manfred Stern und Torben Schäfer (YASKAWA), Dr. Martina Timmermann (MAC) mit Hendrik Heimbach und Christian Zimbelmann sowie vier Schülern der HDG-Schule.Foto: Gemeinde Wachtberg

Bonn. „Bottom-up“: Mit diesen Worten brachte Dr. Martina Timmermann, Vizevorsitzende des Mid-Atlantik-Clubs (MAC) Bonn, die Bildungsinitiative „hdg robotics 4.0“ der Wachtberger Hans-Dietrich-Genscher-Schule (HDG) im Rahmen des MAC-„Rathausgesprächs“ im Alten Rathaus Bonn auf den Punkt.

Brüssel gebe die großen Rahmenbedingungen vor, so Timmermann, umso mehr freue es sie, mit dem Robotik-Projekt an der HDG-Schule eine Kooperation ganz besonderer Art vorstellen zu können, die vorbildlich zeige, was hier bei uns, eben „von unten nach oben“, möglich sei. Nicht nur, dass es seinerzeit Timmermanns Idee zu verdanken war, dass das Projekt an die Wachtberger Hauptschule herangetragen worden war, jetzt war sie es auch, die gemeinsam mit Bonns Bürgermeister Rainer Limbach den Akteuren mit der Einladung zum jüngsten „Rathausgespräch“ ein großartiges Podium bot.

Der Mid-Atlantik-Club Bonn versteht sich als ein überparteiliches Gesprächsforum, in dem sich, unter Beteiligung transatlantischer Partner, Entscheidungsträger über aktuelle Themen der Außen- und Sicherheitspolitik, zu Fragen wirtschaftlicher Kooperation und Entwicklung sowie zu Migration und Integration austauschen. Sprecher sind Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Bekannt sind die „Rathausgespräche“, die in enger Kooperation mit der Stadt Bonn organisiert werden. Diesmal stand die Veranstaltung unter dem Zeichen der Beziehung der EU zu Japan. Durch den EU-Japan-Vertrag von 2019 haben diese in wirtschaftlicher, aber auch in politischer und soziokultureller Hinsicht wichtige neue Impulse erhalten. Als Gastredner referierte der japanische Botschafter S. E. Takeshi Yagi über „Perspektiven der EU-Japan-Kooperation“. Deutschland ist für Japan der größte Außenhandelspartner in der EU. Und so betonte Yagi die gute Zusammenarbeit beider Länder und führte unter anderem einige besonders erfolgreiche wirtschaftliche Kooperationen an.

Was im Großen punktet, kann auch schon im Kleinen gelingen. Ein konkretes Beispiel neuer Möglichkeiten zwischen Japan und Deutschland ist die Robotik-Bildungsinitiative der Hans-Dietrich-Genscher Schule in Wachtberg mit der japanischen Robotik-Firma YASKAWA. Der Mid-Atlantik-Club habe diesmal seine Türen geöffnet, um nach der Gesprächsrunde dieses Projekt vorzustellen, schmunzelte Timmermann mit Blick auf die Gäste aus Wachtberg, darunter unter anderem Bürgermeisterin Renate Offergeld und HDG-Schulleiter Hendrik Heimbach sowie vier Schüler des Robotik-Kurses mitsamt ihrem Lehrer. Timmermann erinnerte sich noch gut an eine politische Diskussionsrunde in Wachtberg, bei der die tolle Arbeit leistende Hauptschule Gesprächsthema war. Da sei ihr die Idee gekommen, ihre Kontakte einzubringen und ein Projekt anzustoßen, auf dessen Ergebnis sie jetzt voller Stolz und Freude blicke.

Heimbach habe nur kurz gezögert, als sie ihm aus heiterem Himmel den Vorschlag unterbreitete, eine Kooperation mit YASKAWA, einem der weltweit führenden Hersteller von Industrierobotern, einzugehen. Die Lehrer Christian Zimbelmann und Hans Werner Meurer entwickelten ein skalierbares Gesamtkonzept, das kreatives Lernen und Problemlösen fördert, vielfältige inhaltliche Verschränkungen mit anderen Fächern erlaubt und eine Heranführung der Schüler an die Programmierung und Steuerung von Industrierobotern ermöglicht. Gemeinsam ging es vor einem Jahr dann nach Eschborn, dem Europasitz von YASKAWA. Manfred Stern, Corporate Officer und Regional Head YASKAWA Europe, förderte das Projekt. Torben Schäfer, Leiter der YASKAWA Academy, organisierte für Meurer und Zimbelmann eine fachliche Schulung. YASKAWA stellte schließlich noch das technische Equipment, eine voll funktionsfähige Roboter-Schulungszelle. Herzstück ist dabei ein Industrieroboter Motoman GP8 mit acht Kilo Tragkraft, wie er auch im industriellen Betrieb vielfach zum Einsatz kommt.

Um mehreren Schülern die gleichzeitige Nutzung zu ermöglichen, stellte YASKAWA zusätzlich die Simulation-Software MotoSim VRC zur Verfügung. Weitere Unterstützung kam zudem seitens des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme als auch durch die Gemeinde Wachtberg und die Untere Schulaufsicht. Nach und nach sei, so Zimbelmann in seinem Rückblick, an der Schule ein Robotik-Raum mit Notebooks, W-Lan, Microcontrollern und Lego-Mindstorms-Bausätzen (Robotik-Baukasten) ausgestattet worden.

An der Hans-Dietrich-Genscher-Schule in Wachtberg können Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis neun nun Schlüsselqualifikationen rund um Programmierung und Steuerung von Mikrocontrollern und Robotern erwerben. Ziel ist der Erwerb von Kompetenzen, die für die Zukunft in einer komplexen, digitalisierten Wissensgesellschaft immer wichtiger werden. Der Kurs „hdg robotics 4.0“ ist auf zwei Jahre angelegt. Neben ihrem regulären, wöchentlichen Robotik-Unterricht besuchen die Schüler an acht Samstagen für acht Stunden die Schule. Auf diese Weise kommen die Jugendlichen innerhalb von zwei Jahren auf 200 Unterrichtsstunden im Bereich neue Technologien, Robotik und Programmierung. Grundlage ist ein strukturiertes, didaktisch-pädagogisches Konzept, das verschiedene digitale „Denk“-Werkzeuge nutzt, wie die Programmiersprachen Scratch und NEPO mit dem Microcontroller Calliope und LegoMindstorms sowie die Programmiersprache Inform mit YASKAWA Industrierobotern.

Ebenso wichtig, fügte Zimbelmann weiter aus, sei das Erlernen von Fähigkeiten, gemeinsam kreativ Probleme zu lösen, wie auch die Reflexion und das kritische Hinterfragen neuer Technologien und deren Anwendung. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten die Kursteilnehmer Zertifikate, die für den Erwerb einer Ausbildungsstelle und beim Einstieg ins Berufsleben von großem Vorteil sind.

Ein Highlight besonders für die Schüler des Robotic-Kurses war die Einladung, mit YASKAWA auf der Hannover-Messe aufzutreten. Die Jugendlichen hätten sich dort toll bewährt, lobte Stern den gemeinsamen Messeauftritt. Teils in Englisch hätten sie den Besuchern hochmotiviert Einblicke in ihre Arbeit gegeben. „Ein tolles Pilotprojekt, darauf sind wir stolz“, resümierte Stern, der sich besonders begeistert zeigte, dies mit einer Hauptschule zu realisieren. Und die Präsenz auf der Messe hat Wellen geschlagen. Inzwischen haben Meurer und Zimbelmann auf Einladung der EU-Kommission das Projekt auch als Best-Practice-Beispiel auf einem internationalen Workshop in Finnland vorgestellt. Und eine Einladung nach Brüssel steht auch bereits an.

Höhepunkt des kleinen Festakts im Rahmen des MAC-„Rathausgesprächs“ war schließlich die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen YASKAWA und der HDG-Schule sowie die offizielle Übergabe des YASKAWA-Roboters als Dauerleihgabe für die Wachtberger Schule. Eine Kostprobe ihres Könnens gab’s schließlich auch: Die jugendlichen Robotik-Kurs-Vertreter Amelie Haves, Natalia Jagiela, Paul Rossmann und Justin Schmitz hatten den Roboter so programmiert, dass er im richtigen Moment eine Schrifttafel aufgriff und hochhielt, auf der in japanischen Zeichen der Kurs-Slogan „Neue Horizonte“ zu lesen war.

Pressemitteilung

der Gemeinde Wachtberg

Vorführung des von den Jugendlichen programmierten Roboters.

Vorführung des von den Jugendlichen programmierten Roboters.

Prominenter Besuch (von rechts): Bürgermeisterin Renate Offergeld, Manfred Stern und Torben Schäfer (YASKAWA), Dr. Martina Timmermann (MAC) mit Hendrik Heimbach und Christian Zimbelmann sowie vier Schülern der HDG-Schule.Foto: Gemeinde Wachtberg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Imageanzeige - Dauerauftrag
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Wohnträume
Wir helfen im Trauerfall
Blütenfest in Meckenheim
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Empfohlene Artikel
Kitty wurde von unbekannten Tätern erschossen. Foto: privat
842

Bad Bodendorf. Ein besonders schwerer Fall von Tierquälerei sorgt derzeit für große Bestürzung in Bad Bodendorf. Am Montag, 30. März 2026, wurde im Bereich Naheweg, Ahrweg, Gartenstraße und Saarstraße eine Katze mutwillig mit einer Schusswaffe verletzt. Das Tier erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Nach Angaben der Halter wurde ihre Tigerkatze „Kitty“ im Zeitraum zwischen etwa 13:30 Uhr und 15:50 Uhr angeschossen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mark Geimer Foto: privat
872

Parteiloser Bewerber setzte sich gegen Volker Risse (CDU) durch

Bürgermeisterwahl in Bad Hönningen: Mark Geimer (parteilos) macht das Rennen

Bad Hönningen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Hönningen haben gewählt: Mark Geimer ist neuer Stadtchef. Der parteilose Kandidat setzte sich mit 62,5 Prozent der Stimmen gegen seinen christdemokratischen Konkurrenten Volker Risse (37,5 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent. BA

Weiterlesen

Die Koblenzer Innenstadt bietet an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Foto: SCH
74

Koblenz. Der Koblenzer Frühling ist zurück! Am zweiten April-Wochenende hat die Stadt am Deutschen Eck ihre Besucher ganz im Zeichen der wärmeren Jahreszeit begrüßt. Der Winter ist Schnee von gestern und überall grünt und blüht es. Die Blumenbeete sind neu bepflanzt, Tulpen und Narzissen blühen auf großen Flächen und es duftet nach frisch gemähtem Rasen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Werbeplan 2026
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige KW 15
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Titelanzeige
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür