Frauentreff Meckenheim e. V.
Neue Pflanzen braucht das Land
Besichtigung des Campus der Universität Bonn in Klein-Altendorf
Meckenheim. 19 Frauen des Frauentreffs Meckenheim e. V. machten eine Führung über den Campus der Universität Bonn in Klein-Altendorf. Sie wurden bereits von dem Biologen und studierten Gartenbauer Dr. Thorsten Kraska erwartet. Dr. Kraska erklärte den Damen durch seinen Vortrag „Gemeinsam neue Wege gehen“, wie Forschung Perspektiven verändern kann.
Auf der 181 Hektar großen Anbaufläche stellt man sich den Herausforderungen von Ernährung, Klimawandel, Energiewandel, Rohstoffen und Ressourceneffizienz.
Der Klimawandel ist auch in Meckenheim angekommen. Die Apfelblüte ist heutzutage bereits zwei Wochen früher als noch Jahre zuvor. Auf dem Campus forscht man nach den am besten an den Klimawandel angepassten Pflanzen, passend zum Slogan: „Neue Pflanzen braucht das Land“.
Als nachwachsende Rohstoffe wurden neben Mais und Raps neue Pflanzen vorgestellt wie zum Beispiel Sida, durchwachsende Silphie, Miscanthus oder Paulavnia.
Der Campus versorgt sich selbst mit Energie
Der Campus Klein-Altendorf ist der einzige Campus in Deutschland, der sich aus seinen nachwachsenden Rohstoffen komplett mit Energie versorgen kann. Mit einem Hektar Miscanthus kann man zwei Einfamilienhäuser gut heizen. Dabei ist bei dieser Schilfsorte keine Düngung nötig.
Um einen Trockenstress durchführen zu können, gibt es ein extra dafür entwickeltes, fahrbares Gewächshaus, 24 Tonnen schwer, das einzige fahrbare Gewächshaus weltweit. Damit kann man die verschiedenen Klimaszenarien erforschen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden von Forschern sehr nachgefragt.
Bei einer anschließenden Rundfahrt mit dem Traktor wurden aktuelle Forschungsprojekte im Freiland gezeigt.
Über drei Meter hohe Tomatenpflanzen
Dabei wurde auch ein kleineres Gewächshaus nur für Tomaten besichtigt. Dort befinden sich 300 Tomatenpflanzen mit einer Wuchshöhe von etwa 3,5 Metern, richtige Tomatenbäume, die einen Ertrag von ungefähr 15 Kilogramm pro Pflanze bringen. Die Reduktion von Pflanzenschutzmittel und die exakte Erfahrung von Pflanzenkrankheiten sind ebenfalls Ziele des Campus, der inzwischen mit aller Welt vernetzt ist. Neuerdings werden dazu auch Drohnenüberflüge mit Thermalkameras eingesetzt. Bisher hatten 35 Bachelor- und Masterarbeiten und 40 Doktorarbeiten Forschungsschwerpunkte im Campus Klein-Altendorf zum Thema. Ein Hörsaal für 120 Studenten ist auch vorhanden. Es war ein sehr interessanter Besuch, der den Frauen viele neue Erkenntnisse gebracht hat. Beim anschließenden Kaffee fand ein reger Gedankenaustausch statt.
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