Allgemeine Berichte | 27.11.2023

Ab dem nächsten Schuljahr wird ein neuer Stundentakt eingeführt

Neue Zeiten an der Heinrich-Roth-Realschule plus

Ein Blick auf den neuen Wochen-Stundenplan (rechts auf dem Bildschirm) zeigt schon, wie viel mehr Ruhe der neue 67,5-Minuten-Takt in den Schulalltag bringen wird im Vergleich zum alten 45-Minuten-Takt (links auf dem Bildschirm). Schulleiter Franz-Josef Gerz (r.) und sein Konrektor Arne Baier haben lange an der Taktumstellung getüftelt.  Foto: VG Montabaur)

Montabaur.67,5 Minuten – das wird die neue Maßeinheit an der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur. Ab dem nächsten Schuljahr 2024/25 wird eine Schulstunde jeweils 67,5 Minuten lang sein. Darauf hat sich die Schulgemeinschaft in der Gesamtkonferenz geeinigt. Das Ziel: Mehr Ruhe im Schulalltag, mehr Zeit zum Lernen und Verstehen, mehr Ordnung im Stundenplan und mehr Struktur bei den Lerninhalten. Die Schulleitung, das Kollegium, die Schüler und die Eltern haben die Umstellung auf den neuen Takt intensiv beraten und durchdacht, gut eineinhalb Jahre hat dieser Prozess gedauert.

67,5 Minuten pro Schulstunde - das klingt auf den ersten Blick etwas schräg, dabei ist es ganz einfach: „Bislang hat jede Schulstunde 45 Minuten, drei Schulstunden haben 135 Minuten. Diese haben wir nun auf zwei Unterrichtseinheiten zu je 67,5 Minuten verteilt. Aus drei mach zwei. Der Vormittag besteht also nicht mehr aus sechs, sondern nur noch aus vier Schulstunden“, rechnet Schulleiter Franz-Josef Gerz vor. Zusammen mit Arne Baier, dem pädagogischen Koordinator in der Schulleitung, hat er den neuen Takt ausgearbeitet. „Der 45-Minuten-Takt ist einfach nicht mehr zeitgemäß, er wird weder unseren Schülern gerecht noch den Anforderungen daran, was Schule heute alles leisten soll“, erklärt Baier. Von den 45 Minuten blieben oft netto nur 30-35 Minuten Unterrichtzeit übrig, denn zu Beginn der Stunde müssen erst die Anwesenheit und die Hausaufgaben kontrolliert werden, die Schüler müssen Hefte und Bücher bereitlegen und der Stoff der letzten Stunde wird kurz zusammengefasst. „Das alles ist nötig, kostet aber Zeit, so dass mir für neuen Stoff meist nur noch eine halbe Stunde bleibt. Neuer Stoff muss erklärt, verstanden und verstetigt werden. Wenn ich dafür künftig 50 bis 55 statt 30 Minuten Zeit habe, kann ich ein Thema besser erklären, Zusammenhänge herstellen und den Schülern bleibt mehr Zeit, alles zu verstehen und zu behalten“, so Baier. „Wir gehen davon aus, dass unsere Schüler von der neuen Zeiteinteilung profitieren und bessere Lernerfolge zeigen werden“. Im Vorfeld hatte die Schulleitung sich bei anderen Schulen informiert, die bereits längere Stundentakte eingeführt haben. „Die Erfahrungen sind unterschiedlich, überwiegend positiv und keine der Schulen ist wieder zum alten 45-Minuten-Takt zurückgekehrt“, fasst Baier den Erfahrungsaustausch zusammen. Es gibt bundesweit schon einige Schulen, die einen 67,5er-Takt umgesetzt haben, und es gibt auch Modelle mit 50, 55 oder 60 Minuten, aber die weitaus meisten Schulen arbeiten noch mit dem herkömmlichen 45-Minuten-Rhythmus.

Für das Lehrerkollegium bedeutet die Umstellung auf den Takt eine große Umstellung im Unterricht und in der Vorbereitung, denn die einzelnen Stunden und Lernstoff-Einheiten müssen neu konzipiert werden. „All das haben unsere Fachkonferenzen geleistet und sich dabei echt reingekniet. Das gesamte Kollegium zieht mit.“, lobt Gerz seine Lehrkräfte. Er betont: „Wir haben alles genau durchgerechnet. Es werden keine Abstriche beim Lernstoff gemacht. Im Rahmen der Verwaltungsvorschrift haben wir die Unterrichtseinheiten lediglich auf die 67,5er-Taktung angepasst.“ Dabei sehen die Lehrkräfte vor allem die Vorteile, die das neue System für die Schüler bringen wird: Sie haben am Vormittag nur noch vier Fächer und können sich deshalb besser auf die einzelnen Fächer konzentrieren. Das Lernen wird so intensiver und nachhaltiger. Die Ranzen sind leichter, denn weniger Fächer beuten weniger Bücher und weniger Raumwechsel. Auch die Pausen wurden neu aufgeteilt: Es gibt eine lange Pause von 25-30 Minuten am Vormittag, ansonsten nur 5-Minuten-Pausen zwischen den Stunden.

Die Heinrich-Roth-Schule ist eine Realschule plus mit Schwerpunkt Ganztagsschule. Der Unterricht erfolgt ausschließlich in reinen Halbtags- oder Ganztagsklassen. Auch hier sehen Baier und Gerz viele Vorteile durch den neuen 67,5er Takt. Mehr als zwei Drittel der insgesamt 521 Schüler nutzen das Ganztagsangebot. Für die Ganztagsklassen musste auch eine Lösung für die verbleibenden 90 Minuten Unterrichtszeit am Nachmittag erarbeitet werden. Neben einer zusätzlichen Unterrichtsstunde von 67,5 Minuten, die vornehmlich für die Hauptfächer reserviert wird, verbleibt rechnerisch eine 22,5-Minutenphase. „Das ist für uns ein pädagogisch wertvoller Spielraum. Es gibt uns Zeit für Themen, die sonst im Schulalltag zu kurz kommen, aber dennoch dazu gehören“, führt Baier aus. „Wir werden je nach Altersstufe zusammen lesen oder uns gegenseitig vorlesen, tagesaktuelle Nachrichten anschauen und besprechen, Klassenräume und die Schule aufräumen, Klassenrat halten, Neuigkeiten aus der Schule austauschen und uns bei den älteren Jahrgängen mit dem Thema Berufsfindung und den alltäglichen Herausforderungen wie dem Ausfüllen einer Überweisung oder eines Formulars befassen. Auch das ist ein großer Gewinn.“

Die gute Vorbereitung und die guten Argumente überzeugte schließlich auch die Gesamtkonferenz der Schule, bestehend aus der Schulleitung, dem Kollegium, der Schülervertretung und dem Schulelternbeirat. Hier wurde intensiv diskutiert und schließlich mehrheitlich beschlossen, dass der neue Takt von 67,5 Minuten je Schulstunde eingeführt wird. „Der Prozess in der Schule hat mich beeindruckt. Die Zustimmung der Schulgemeinschaft zu der nun anstehenden Veränderung zeigt mir, dass die Schule auf einem guten Weg ist. Als Schulträger begrüßen wir das innovative Konzept und sagen unsere Unterstützung zu“, stellt Andree Stein fest. Er ist Erster Beigeordneter und Schuldezernent bei der Verbandsgemeinde Montabaur, die Träger der Heinrich-Roth-Realschule plus ist. Pressemitteilung

Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur

Ein Blick auf den neuen Wochen-Stundenplan (rechts auf dem Bildschirm) zeigt schon, wie viel mehr Ruhe der neue 67,5-Minuten-Takt in den Schulalltag bringen wird im Vergleich zum alten 45-Minuten-Takt (links auf dem Bildschirm). Schulleiter Franz-Josef Gerz (r.) und sein Konrektor Arne Baier haben lange an der Taktumstellung getüftelt. Foto: VG Montabaur)

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Jörg Schweiss
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Wohnträume
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Staplerfahrer (m/w/d)
Blütenfest
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
38

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
19

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
72

Insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem ist eine Salmonellen-Erkrankung gefährlich

10.04.: Lebensmittelrückruf: Salmonellen in beliebter Haselnuss-Nougat-Creme

Region. Die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG ruft die Haselnuss-Nougat-Creme der Marke Nudossi auch aus dem rheinland-pfälzischen Handel zurück. Grund: Es wurden Salmonellen nachgewiesen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
37

Zwei Polizisten aufgrund von Schwere der erlittenen Verletzungen bis auf Weiteres dienstunfähig

06.04.: Nach Angriff auf Polizisten in Leverkusener Shisha-Bar: Polizei ermittelt gegen 22 Tatverdächtige

Leverkusen. Nach dem Angriff auf Polizisten in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen in der Nacht zum Montag (6. April) hat die Polizei Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Insgesamt wird nach jetzigem Stand gegen 22 Angehörige einer Großfamilie ermittelt. Um den Tatablauf zu rekonstruieren, wertet die Ermittlungsgruppe unter anderem Bodycam-Aufnahmen der eingesetzten Polizisten aus.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
24

Federspielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst kürzlich installiert worden

10.04.: Koblenz: Unbekannte klauen brandneues Spielgerät von Spielplatz

Koblenz-Horchheim. Unbekannte Täter haben in der Zeit vom 09.04.2026 16:00 Uhr bis 10.04.2026 11:00 Uhr ein neu montiertes Federspielgerät vom Spielplatz hinter dem Gebäude der Sparkasse in Horchheim entwendet. Das Spielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst vor kurzer Zeit installiert worden.

Weiterlesen

Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige - Dauerauftrag
Kleinanzeigen
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Koblenzer Kneipengeschichten
Angebotsanzeige (April)
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Veranstaltung 15.April
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Rückseite