Allgemeine Berichte | 12.07.2019

N NABU-Libellen-Exkursion in Ahrweiler/Walporzheim

Neuentdeckung der Pokaljungfer in Ahrweiler

Die Kleine Zangenlibelle.Foto: Rea Brinkhoff

Walporzheim. Bei strahlendem Wetter und hohen Temperaturen trafen sich 12 Teilnehmer an der Josef-Brücke in Walporzheim, um die Libellen der Fließgewässer kennenzulernen. Uli Haese, ein kompetenter Libellenexperte, übernahm die Leitung der NABU-Exkursion. Zunächst bat er alle Teilnehmer, fotografierte Exemplare dringend in die Datenbank von Observation.org zu melden, zum einen, um den Fund verifizieren zu lassen, zum andern, weil diese Daten für neue Verbreitungskarten nutzbar sind und so aktuelle Entwicklungstrends schneller sichtbar werden.

Aufgrund der hohen Temperaturen war ideales Libellenwetter. Auf den größeren Steinen in der Ahr beobachtete man zunächst die „Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus forcipatus)“. Sie ist erst in den letzten Jahren, wahrscheinlich auf Grund der Klimaerwärmung, bei uns heimisch geworden. Vor zehn Jahren wurde sie erstmals aus dem Mündungsdelta der Ahr gemeldet. Heute ist sie an allen sonnigen flacheren Strömungsstellen mit Kiesbänken entlang der Ahr anzutreffen. Mit ca. fünf Zentimeter Körperlänge gehört sie zu den Großlibellen. Aufgrund der grünen Augen und der gelb-schwarzen Körperzeichnung ist sie recht auffällig. Revierkämpfe der Männchen sind an der Tagesordnung. Die warmen Steine dienen dabei als Ansitze, um das Revier beobachten zu können und um auf paarungswillige Weibchen zu warten.

Prachtvoll blauschimmernde Geschöpfe

Über den Beständen des flutenden Wasserhahnenfußes und entlang der Ufervegetation sichtete man prachtvoll blauschimmernde Geschöpfe, die schmetterlingsartig durch die Luft flatterten. Die Männchen der Prachtlibellen gehören zu den größten Kleinlibellen und sind daher sehr auffällig. Bei näherer Betrachtung unterschied man zwei Arten, die „Blauflügel Prachtlibelle (Calopteryx virgo)“ und die „Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)“. Sie im Flug zu unterscheiden fiel auch geübten Augen recht schwer. Bei den Weibchen dieser beiden Arten fällt die Unterscheidung noch schwerer, da beide metallisch-grün schimmern. Lediglich die Flügelfarbe und -form differiert minimal. Eine sichere Bestimmung ist oft nur bei geschlechtsreifen Weibchen möglich.

In einer Mädesüßflur hinter dem alten Wasserwerk wurden zahlreiche unterschiedlich gefärbte Kleinlibellen gefunden, die in der tieferen Vegetation saßen. Der Leiter der Exkursion klärte die Teilnehmer über die unterschiedlichen Färbungen auf. Der Reifegrad der „blauen Federlibelle (Platycnemis pennipes)“ ist an ihrer Färbung zu erkennen. Unreife Weibchen und Männchen haben eine Färbung, welche sich im Laufe des Reifungsgrades ändert. Geschlechtsreife Männchen bestechen durch ein klares Blau mit schwarzer Abdomenzeichnung, während die reifen Weibchen eher ins Lindgrüne tendieren und ebenfalls eine schwarze Abdominalzeichnung tragen.

Jungformen können weiß, rosa, orangebraun oder beige erscheinen. Bei der Eiablage suchten die Paare stets die Nähe anderer Paare, so dass immer größere Gruppen bei der Eiablage zu beobachten waren. Ein typisches Verhaltensmuster dieser Art.

Beobachtung weiterer Kleinlibellen

Auf dem Weg entlang des Mühlbachs wurden dann weitere Kleinlibellen beobachtet. Insbesondere eine hektisch, nah der Wasseroberfläche fliegende blaue Kleinlibelle zog das Interesse des Exkursionsleiters und der Teilnehmer auf sich. Stets hielt sich diese Kleinlibelle knapp über der Wasseroberfläche mittig im Mühlbach auf. Der schnelle Flug machte eine Bestimmung schwierig. Nach einer längeren Beobachtungsphase gelang jedoch die Bestimmung, da sich ein paarungswilliges Weibchen fand. Während der Paarung und der anschließenden Eiablage war die kleine Sensation perfekt. Hier handelte es sich um die „Pokaljungfer (Erythromma lindenii)“ aufgrund der blauen Augen auch Saphirauge genannt. Verhaltenskennzeichen der Männchen dieser Art ist tatsächlich der hektisch rasche Flug über die nahe Wasseroberfläche. Laut neuem Libellenverbreitungsatlas (2017) für Rheinland-Pfalz ist diese Art für alle Messtischblätter rund um Ahrweiler noch nicht nachgewiesen worden. Uli Haese war daher äußerst zufrieden mit dem Ergebnis dieses Beobachtungstages.

Insgesamt wurden an diesem Tag acht unterschiedliche Fließgewässerlibellen erfasst. Auch die Bestätigung des „kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens)“ durch die Sichtung zweier Männchen war ein kleines Erfolgserlebnis für die Teilnehmer und den Leiter der Exkursion, da diese Art noch auf der Roten Liste Deutschlands steht und im Kreis Ahrweiler zwar gemeldet aber schon länger nicht mehr nachgewiesen wurde.

Pressemitteilung

NABU Kreisverband Ahrweiler e.V.

Die Kleine Zangenlibelle. Foto: Rea Brinkhoff Foto: ANDREA BRINKHOFF

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