Ralf Tries als Direktor des Amtsgerichts Montabaur feierlich ins Amt eingeführt
Neuer Gerichtsdirektor will Mitarbeiter motivieren
Montabaur. „Ich wollte immer infektiös sein, die Motivation betreffend.“ Mit dieser Ansage bedankte sich der neue Direktor des Amtsgerichts Montabaur, Ralf Tries, für die Würdigung seines bisherigen beruflichen Werdegangs und die feierliche Einführung ins neue Amt. Gleichzeitig wurde im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertretern aus Justiz, Politik, Anwaltschaft und Verwaltung der bisherige Direktor des Amtsgerichts, Peter Lambert durch Justizminister Herbert Mertin verabschiedet.
Dank und herzliches Willkommen
Der Minister dankte Peter Lambert zunächst für seine Tätigkeit als Direktor des Gerichts: „Über gut zweieinhalb Jahre hinweg haben Sie, lieber Herr Lambert, die mehr als 150-jährige Geschichte des Amtsgerichts als deren Direktor mitgestaltet, bevor es Sie nach Koblenz zurückgezogen hat. Für Ihre Belegschaft und deren Anliegen hatten Sie immer ein offenes Ohr. Alle Herausforderungen - seien es Raumprobleme oder Personalausfälle - haben Sie mit großem organisatorischen Geschick gemeistert. Ich bin sicher, dass Sie das Amtsgericht Koblenz mit mindestens genauso viel Freude und Herzblut leiten werden, wie Sie es hier getan haben. Dafür wünsche ich Ihnen gutes Gelingen. Auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen freue ich mich sehr.“
Sodann gratulierte Mertin Ralf Tries zur Übernahme seines neuen Amtes: „Mit vorbildlichem Fleiß, Einsatzbereitschaft, eindeutigen Vorgaben und großem Kommunikationsgeschick haben Sie sich, lieber Herr Tries, in kürzester Zeit Anerkennung und Akzeptanz in Ihrem Gericht erarbeitet. Dass Sie den Anforderungen an die Aufgaben eines Amtsgerichtsdirektors vollauf gewachsen sind, haben Sie in den vergangenen Monaten bereits eindrucksvoll gezeigt. Für die neue Aufgabe wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, eine allzeit glückliche Hand, die zuweilen nötige Geduld, und vor allem Gesundheit.“
Landrat Achim Schwickert dankte dem scheidenden Amtsgerichtsdirektor Lambert und bot dem neuen Stelleninhaber Ralf Tries eine gute Zusammenarbeit an. Trotz Gewaltenteilung könne man kooperativ zwischen verschiedenen Behörden zusammenarbeiten. „Eine dienende Funktion haben wir eigentlich alle.“
Wichtig für Montabaur
Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland wies auf die enge Verbundenheit des Amtsgerichts mit Stationen der jüngeren Geschichte der Stadt Montabaur hin. Heute stelle das Amtsgericht geografisch ein Verbindungsglied des Neuen Montabaur (ICE-Bahnhof) mit dem Alten Montabaur (Schloss) dar. „Lassen Sie uns gemeinsam an der Entwicklung von Stadt und Region arbeiten“, appellierte Wieland.
Der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Koblenz, Harald Kruse, bezeichnete die Berufung von Ralf Tries zum Gerichtsdirektor als aufgegangenen „Samen“ von Tries‘ bisherigen staatsanwaltlichen Wirkens Wirkens in Koblenz. „Jeder Berufsabschnitt prägt einen Menschen.“ Dass Tries im Alter von über 50 Jahren den Wechsel in den Richterberuf gewagt habe, würdigte Kruse als „couragierten Schritt in berufliches Neuland.“ Als echter Wäller sei Tries „klar in der Ansage.“ Tries habe sich immer vor seine Mitarbeiter gestellt und gutes organisatorisches Geschick bewiesen.
Fruchtbarer Perspektivwechsel
Thomas Dingendorf würdigte als Vorsitzender des Anwaltvereins Westerwald den von Tries gewagten „fruchtbaren Perspektivwechsel“ vom Staatsanwalt zum Richterstuhl, der aus seiner Sicht ein „ganz normaler Vorgang“ sei.
Personalratsvorsitzende Verena Jächel-Buhr wünschte sich anlässlich des Leitungswechsels weniger Fluktuation und mehr Personal. „Herr Minister Mertin, überlassen Sie Herrn Tries uns bis zur Pensionierung!“
Der scheidende Amtsgerichtsdirektor Peter Lambert wies zu Beginn seiner Dankesworte auf den faktisch bereits seit über einem Jahr vollzogenen Amtswechsel hin. „Ich habe gerne hier gearbeitet, und man hat sich mit dem Koblenzer arrangiert“. Man habe gemeinsam viel bewegt: „In erster Linie Sie, dann ich.“ Wichtige Punkte während seiner Amtszeit seien die Personalnot sowie die Feier des 150-jährigen Jubiläums des Amtsgerichts gewesen. Mit auf den Weg gab er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: nicht ständig allein in den Dienstzimmern oder zuhause sitzen! Stattdessen wünschte sich Lambert „Foren des Austauschs und Zusammenseins, in Räumen, in denen man sich gerne aufhält. Für das Teambuilding hält Lambert es für wichtig, sich zu treffen, sich kennenzulernen, und von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.
Ansteckende Motivation
Ralf Tries bedankte sich für die Anerkennung seiner bisherigen Arbeit als Ständiger Vertreter des Amtsgerichtspräsidenten seit Februar 2018 und betonte bei dieser Gelegenheit die aus seiner Sicht hohe Attraktivität der Arbeit in der Justiz. Die Berufszufriedenheit hänge von einer Vielzahl von Umständen ab. Tries zeigte sich dankbar, in einer Zeit des Friedens aufgewachsen zu sein, auch für die im Elternhaus vermittelten Werte. Aus seiner Tätigkeit im Rettungsdienst sei er Teamarbeit und Priorisierung gewohnt. „Motivation ist ansteckend! Ich wollte immer infektiös sein – die Motivation betreffend.“ Die Motivation hänge an der eigenen inneren Fähigkeit und Leistungsbereitschaft. Allerdings lasse mit zunehmendem Lebensalter die Biegsamkeit des Holzes nach. „Ich muss mich fit halten. Das ist vergleichbar mit Sport.“ Hierfür gebe es ein großes Angebot in der Justiz. Mit seinen 52 Jahren möchte Tries „nicht nur ein guter Richter sein, sondern Sie alle anstecken.“
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde am Keyboard durch Absolventen des Landesmusikgymnasiums und Studenten im vierten Semester der Musikwissenschaft, Maurice Baumann aus Langenhahn.
Zu den Werdegängen
Ralf Tries wurde am 23. November 1965 in Koblenz geboren. Er trat im September 1992 in den rheinland-pfälzischen Justizdienst ein und war bis Mai 2005 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eingesetzt, unterbrochen von einer Abordnung an die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz von Januar bis September 2002. Im Mai 2005 erfolgte die Beförderung zum Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Koblenz, wiederum unterbrochen von einer Abordnung an das Ministerium der Justiz in Mainz in der Zeit von Oktober 2006 bis Dezember 2007. Von Februar 2018 an war Ralf Tries zunächst der ständige Vertreter des Direktors des Amtsgerichts Montabaur, seit 12. Februar ist er dessen Direktor.
Peter Lambert wurde am 16. Dezember 1961 in Koblenz geboren. Er nahm seinen Dienst bei der rheinland-pfälzischen Justiz im September 1990 bei der Staatsanwaltschaft Koblenz auf. Ab Januar 1994 war er bei dem Landgericht Koblenz eingesetzt. Von dort wechselte er im August 1994 an das Amtsgericht Westerburg. 1995 war er zunächst kurzfristig bei dem Amtsgericht Betzdorf tätig, bevor er von März desselben Jahres bis Ende 2001 als Richter am Landgericht Koblenz eingesetzt wurde. Von Februar bis August 2001 war Peter Lambert an das Oberlandesgericht Koblenz abgeordnet. Seit Anfang 2002 nahm er die die Aufgaben des ständigen Vertreters eines Direktors bei dem Amtsgericht Mayen wahr. Ab Dezember 2006 wurde Peter Lambert als ständiger Vertreter des Direktors des Amtsgerichts Koblenz eingesetzt. Von November 2015 bis Juni 2018 war er Direktor des Amtsgerichts Montabaur. Am 25. Juni 2018 wurde er zum Direktor des Amtsgerichts Koblenz ernannt.
Das Amtsgericht Montabaur ist als Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit zuständig für erstinstanzliche Zivil-, Straf-, Familien- und Betreuungsverfahren, darüber hinaus für Grundbuch- und Insolvenzsachen. Es ist eines von 15 Amtsgerichten im Bezirk des übergeordneten Landgerichts Koblenz und eines von insgesamt 46 Amtsgerichten in Rheinland-Pfalz. Das Amtsgericht Montabaur besteht seit dem 1. September 1867. Derzeit sind dort rund 80 Bedienstete beschäftigt, darunter zehn Richterinnen und Richter.
