Allgemeine Berichte | 12.05.2020

Streuobstverein Eifel/Ahr e.V.

Neuer Wohnraum für Wildinsekten auf der Streuobstwiese

Arbeit in Leimbach-Adorferhof geht weiter

Georg Schiffer bohrt Löcher für Insekten. Foto: privat

Leimbach-Adorferhof. Die Sonne scheint zwar intensiv und gut für die Pflanzen auf die Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof, aber die Zeiten sind zurzeit nicht so sonnig gut. Der Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ arbeitet dennoch weiterhin auf der neuen Streuobstwiese – zu zweit und mit dem gebührenden Abstand!

Was fällt an? Am Rande der Streuobstwiese hat der Verein im letzten Jahr eine Vielzahl von Stämmen aus Hartholz (Eiche, Buche und Birke) aufrecht in den Boden gestellt. Diese Stämme sollen auf der sonnenzugewandten Seite (Südost, Süden und Südwest) mit Löchern in der Länge von Holzbohrern und mit verschiedenen Durchmessern von drei bis neun Millimetern mit Schwerpunkt im mittleren Bereich angebohrt werden. Die BUND-Kreisgruppe als einer der Paten hilft mit: Georg Schiffer und Albert Schomers sowie Alfons Schneider vom Streuobstverein waren bisher sorgsam aktiv. Die Löcher müssen sauber gebohrt werden, ohne Späne am Eingang, damit die Insekten die Brutstätte auch annehmen und sich nicht verletzen.

Wozu die Mühe? Wildinsekten sollen diese Hunderte von menschengemachten Röhren besiedeln, dort Eier legen und neue Insekten zum Leben bringen. Bienen und auch Wildinsekten sind im Obstanbau überlebenswichtig. Ihre Leistung für die Bestäubung von Pflanzen wurde bislang unterschätzt. Inzwischen weiß die Wissenschaft, dass etwa 60% der Bestäubung der Obstbäume durch Bienen und zu etwa 20 % durch die etwa 550 Arten von Wildinsekten in Deutschland stattfindet. Den Rest erledigt vor allem der Wind.

Da diese Tiere also unerlässlich für die Bestäubung von Ostbäumen (Wildbienen) und zur natürlichen Bekämpfung von Schädlingen (Wildwespen) sind, kommt ihnen große ökologische und ökonomische Bedeutung zu, denn ohne sie gibt es schlechtere Ernten von Obst und Samen.

Chance für die Fläche in Leimbach-Adorferhof

Wildbienen und andere für die Bestäubung von Nutzpflanzen unverzichtbare Insekten wie Käfer und Schwebfliegen nisten im Totholz in Hecken, Waldrändern oder auch im Boden. Diese naturnahen Räume zu erhalten, zu verbessern oder ggf. neu anzulegen hilft Natur und Umwelt.

Der Boden auf der Fläche in Leimbach-Adorferhof bietet aus Erfahrung der letzten Jahre eine große Anzahl unterschiedlicher Wildblüten. Sie werden den Insekten in der Nähe ihrer Bruthöhlen als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Für die Flugdistanz zw. Bruthöhle und Nahrung spielt die Körpergröße der Wildbiene eine entscheidende Rolle: kleine Arten unter 10 mm Länge fliegen generell nur etwa 100 m bis 300 m, größere Arten über 15 mm dagegen schaffen etwa 600 m bis 1200 m.

Winfried Sander, Geschäftsführer des Streuobstvereins „Eifel/Ahr e.V. und einer der Initiatoren der Streuobstwiese, sieht so eine große Chance für die Bestäubung der verschiedenen, jungen Obstbäume auf der Wiese!

Ein paar Fakten zur Bestäubungsleistung von Wildbienen:

• Einige Wildbienenarten fliegen auch bei feuchtem und kühlem Wetter ab 4 - 6 Grad C. Die Honigbiene erst ab ca. 12 -14 Grad. Daher kann die Wildbiene früher mit der Bestäubung anfangen

• Der wirtschaftliche Wert der Bestäuber-Leistung weltweit wird auf 153 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt

• Es ist also auch aus Eigennutz wichtig, ihnen Brutplätze zu schaffen!

Georg Schiffer bohrt Löcher für Insekten. Foto: privat

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