Allgemeine Berichte | 19.03.2026, 15:41 Uhr

Neues Buch: Das Grand Hotel Flora Bad Neuenahr und seine Hausgäste

Das neue Buch von Heinz Schönewald.  Foto: privat
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. In seiner neuesten Buchveröffentlichung hat der Genealoge Heinz Schönewald die Gästelisten des ehemaligen Grand Hotels Flora Bad Neuenahr der Jahre 1901 und 1908 vollständig ausgewertet. Die oftmals recht knapp und mit zahlreichen Abkürzungen versehenen Einträge konnte er dabei durch eigene Recherchen biografischer Angaben ergänzen und korrigieren.

Hierzu erforschte der Autor historische Adress- und Telefonbücher, Familienanzeigen zeitgenössischer Tageszeitungen und andere Quellen akribisch. Hilfreich waren dabei auch die Gästelisten von Bad Homburg und Bad Ems, da einige Neuenahrer Kurgäste in den Folgejahren oder bereits zuvor auch dort nachweisbar waren.

Hierbei entstanden interessante soziokulturelle Einblicke auf den illustren Personenkreis. So konnte der Autor ermitteln, dass im Hotel zahlreiche Treffen von Verwandten weit entfernter Orte stattfanden.

Obwohl in Bad Neuenahr auch eine Reihe jüdisch-ritueller Hotels und Pensionen geführt wurden, befanden sich unter den Hausgästen des Hotels auch zahlreiche Personen dieses Glaubens.

Im Hotel übernachteten hochrangige Politiker, Oberbürgermeister, Industrielle, Universitätsprofessoren, Aristokraten und Künstler. Beispielhaft sei der aus Ostfriesland stammende Kaufmann Jan ten Doornkaat Koolman III. (1850-1913) genannt, dessen nach seiner Familie benannte Spirituosen bis heute bekannt sind.

Die Auswertung ergab, dass der größte Anteil bei den Gästen aus Berlin und seinen eingemeindeten Vororten, wie Charlottenburg stammte. Die nächsten Plätze im Ranking nahmen Köln, die Niederlande und Belgien ein.

Neben der Gästeanalyse geht Schönewald auch auf die Hotel- und die Baugeschichte sowie die abwechslungsreiche Familiengeschichte der Betreiberfamilie ein.

Das im Sommer 1872 vom Kunst- und Landschaftsgärtner Ferdinand Schroeder eröffnete Haus avancierte nach mehreren Um- und Erweiterungsbauten im Jahr 1900 zum Grand Hotel und zählte ab dann zu den First-Class-Adressen des Kurortes. Über fünfeinhalb Jahrzehnte wurde es von drei Generationen der Familie geführt, bevor es gegen Ende der 1920er Jahre an die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime (DGfK) in

Wiesbaden veräußert wurde.

1970 wurde das Haupthaus von der neugegründeten Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler erworben, die das Gebäude nach umfangreicher Sanierung seit 1971 als Rathaus nutzt. Zum Hotelbetrieb zählte auch das in zwei Abschnitten 1897 und 1902 erbaute, gegenüberliegende Logierhaus „Villa Flora“,

das 1927 gleichfalls von der DGfK übernommen wurde und Ende der 1960er Jahre dem Abriss zum Opfer fiel. Den L-förmigen Grundriss beibehaltend, erbaute die örtliche Volksbank an gleicher Stelle ihr 1975 eröffnetes Bank- und Verwaltungsgebäude.

In Auszügen widmet sich der ehemalige Destinationsmanager auch weiterer Jahrgänge der Gästelisten, wie dem August 1877, als Karl Marx mit seiner Familie hier einen mehrwöchigen Kuraufenthalt verbrachte.

WeitereInformationen

Das Grand Hotel Flora in Bad Neuenahr und seine Hausgäste der Jahre 1901 und 1908 CARDAMINA Verlag Koblenz, kartoniert 91 Seiten, 34 Abbildungen

ISBN 978-3-86424-699-9

EUR 27,-

Das neue Buch von Heinz Schönewald. Foto: privat

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