Neulich am Flughafen
von Gregor Schürer
Neulich bin ich mit meiner Frau für eine Woche in den Urlaub geflogen. Unser Ziel war die Kanareninsel La Palma, am Samstag um zehn Uhr sollte es losgehen. Die Sitzplätze hatte ich schon tags zuvor gebucht, das Einchecken war also bereits erledigt. Wir mussten „nur noch“ die Koffer aufgeben, das sollte man laut Reisebestätigung spätestens eine Stunde vor dem Abflug erledigen.
Als wir morgens um acht Uhr den Flughafen betreten, suchen wir den passenden Schalter. Um festzustellen, dass sich dort die längste aller Schlangen befindet. Dass genau dieser Schalter noch gar nicht geöffnet ist, macht es nicht besser.
Entwarnung erscheint in Person eines Mitarbeiters. Er macht uns darauf aufmerksam, dass wir das Gepäck auch selbst aufgeben könnten. Dann müssten wir uns nicht anstellen, sondern dürften einen anderen, komplett leeren Schalter benutzen. Okay, aber wie geht das? Ganz einfach. Natürlich. Alles, was man kann, ist einfach. Dagegen ist das, was man nicht kann, meist nicht so einfach.
Wir schauen deshalb bei dem Pärchen vor uns zu. Es ist ungefähr so alt wie wir. Wenn die das hinkriegen, schaffen wir es auch.
An einem bestimmten Terminal hält man die Bordkarte vor einen Scanner. Und dann spuckt die Maschine wie von Zauberhand die Banderole aus, die man um den Koffergriff klebt. Zieht man die Folie ab, hat man außerdem zwei kleine Aufkleber mit einem Zifferncode in der Hand, die man am Koffer aufkleben muss. Okay, geschafft.
Wir gehen nun zum Drop-Off-Schalter. Dort hat gerade jemand den Knopf „Start“ gedrückt, wir gucken zu. Der Mann bekommt im Display Anweisung, den Koffer aufs Band zu stellen. Er tut wie geheißen und der Automat teilt ihm mit, der Koffer sei zu schwer. Also runter damit und doch das Personal fragen.
Nun sind die Beiden dran, bei denen wir vorhin gespickt haben. Sie starten ebenfalls und stellen ihren Koffer auf das Band. Mit dem Ergebnis, dass die Maschine „Fehler“ anzeigt. Eine Mitarbeiterin eilt herbei und klärt darüber auf, dass es nicht funktioniere, weil sich auf dem Koffer zu viele Aufkleber vergangener Flüge befänden, bestimmt zwanzig Stück. Während die Vielflieger die Kleber abpiddeln, stellen wir erst den Trolley Nr. 1 aufs Band, er wird gewogen und verschwindet, anschließend gibt es einen Beleg. Ebenso reibungslos funktioniert es mit dem zweiten Gepäckstück. Es hat geklappt, wir sind überrascht. Allerdings trauen wir dem Braten erst, als nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Koffer am Zielflughafen angekommen sind…
