Neulich bei der Post
von Gregor Schürer
Neulich war ich mal wieder auf dem Postamt. Wobei ein Amt ist es ja nicht mehr, war es früher, als das noch ein Staatsbetrieb war. Und ich war auch nicht drin, sondern stand davor.
Klingt alles ziemlich verwirrend? Ist es auch.
Also: Ich bin neulich in Bad Neuenahr unterwegs und komme an dem Gebäude vorbei, in dem sich früher die Hauptpost befand.
Sie wissen schon, wo man Briefmarken kaufen konnte, Pakete aufgeben, sowas. Das geht schon länger nicht mehr, in dem markanten Gebäude befindet sich „nur noch“ die Postbank.
Auch daran erkennbar, dass draußen ein Geldautomat hing.
Jetzt hängt da ein Hinweisschild, dass er sich ab sofort im Gebäude befindet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Glastüren auch dann aufgehen, wenn die Postbank geschlossen hat, abends und am Wochenende.
Er ist allerdings nicht das Einzige, was demontiert wurde. Von den bisher zwei Standbriefkästen dort ist einer verschwunden. Warum bleibt rätselhaft. Aber egal, ein Briefkasten steht ja noch, sodass man Post einwerfen kann.
Gravierender ist da schon, dass der Briefmarkenautomat daneben ebenfalls weg ist. Dort konnte man Porto in jeder Stückelung ausdrucken lassen.
Um an Briefmarken zu kommen, Päckchen zu verschicken und dergleichen muss man ein paar Schritte weiter zur Postfiliale in der Kreuzstraße laufen. Aber Achtung, die macht mittags zwischen Eins und zwei eine Stunde zu und ist Donnerstagnachmittag ganz geschlossen. Dafür hat sie an Samstagen von 08:30 bis 12:00 Uhr geöffnet.
Trösten Sie sich: Immer noch besser als in Dänemark, wo ein Brief vier Euro kostet und eine Urlaubskarte nach Deutschland 6,70 Euro. Und wo man 2026 die Briefzustellung komplett einstellt und alle Briefkästen abbaut.
