Allgemeine Berichte | 18.03.2026

Neulich im Krisengebiet

von Gregor Schürer

Autor Gregor Schürer.  Foto: privat

Neulich war ich im Krisengebiet im Urlaub. Nein, nicht in Dubai. Ich bin zusammen mit meiner Schwester nach Zypern geflogen. Sie wird demnächst siebzig und die Reise war ein vorgezogenes Geschenk. Wir hatten den gemeinsamen Urlaub im Mai letzten Jahres geplant und gebucht. Und ich hatte mir damals, ehrlich gesagt, keinerlei Gedanken gemacht, dass das gefährlich werden könnte.

Auf dem Flug von München nach Antalya kam ich mit meiner Sitznachbarin, einer attraktiven Frau mit dunklen Haaren und dunklen Augen, ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie aus Persien stamme und das Land vor Jahren verlassen habe. Nun mache sie mit ihrem deutschen Mann Urlaub auf Nordzypern. Nach dem Zwischenstopp ging es weiter nach Ercan, wo wir wohlbehalten und pünktlich landeten.

Ich war gespannt auf den türkischen Teil der Insel, den griechischen hatte ich vor über 25 Jahren schon bereist. Zunächst verlief alles nach Plan, wir genossen das schöne Hotel, das leckere Essen und die interessanten Ausflüge. Da Nordzypern nicht zu Europa gehört und deshalb die Roaminggebühren drastisch sind, ließen wir das Handy tagsüber brav ausgeloggt und wählten uns erst abends im Hotel ins kostenlose WLAN. Deshalb bekamen wir zunächst gar nichts von den Angriffen auf den Iran mit. Tags darauf flog von dort eine Rakete Richtung Zypern, die allerdings abgefangen wurde. Da ploppten reihenweise die WhatsApp-Nachrichten auf mit der Frage: „Ist bei euch alles in Ordnung?“

Ich machte mich schlau: Angegriffen worden war der griechische Teil Zyperns, weil die Briten dort - die Kolonialzeiten lassen grüßen, das merkt man auch am Linksverkehr – noch zwei Militärbasen haben. Außerdem gab es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, also ein Stück weit Entwarnung.

Tags darauf traf ich bei der nächsten Besichtigungstour meine Nebensitzerin vom Hinflug wieder. Sie erzählte mir aufgewühlt, dass sie die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Ein Teil ihrer Familie lebe noch in Teheran und sie habe sie telefonisch angefleht, die Stadt zu verlassen.

So nah kommt einem plötzlich der Krieg – dachte ich.

Für den Rest des Aufenthaltes hatte ich ein mulmiges Gefühl, auch wenn der Reiseleiter die Gruppe beruhigte. Da half auch der abendlich Raki nichts.

Am Tag der Rückreise betete ich, dass der Luftraum nicht geschlossen wird und war heilfroh, als mittags die Reifen von unserem Airbus auf dem Flughafen Franz Josef Strauß aufsetzen.

Für die nächste Reiseplanung habe mir folgendes vorgenommen: Vorher genau hinschauen, was der Mann im Weißen Haus gerade so macht. Weil der aber unberechenbar ist, vielleicht besser direkt eine der schönen Destinationen in Deutschland wählen.

Autor Gregor Schürer. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Anzeige "Rund ums Haus"
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
fit für`s Alter?
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Anzeige KW 14
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
28

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
47

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
375

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
122

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Titel
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
PR-Anzeige
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in