Allgemeine Berichte | 12.01.2026, 14:31 Uhr

Neulich vor der geschlossenen Bank

von Gregor Schürer

Autor Gregor Schürer.  Foto: privat

Neulich wollte ich in Heimersheim zur Bank. Also nicht an den Automaten, sondern in die Bank hinein, an den Schalter. Ich stand vor verschlossener Tür. Denn die dortige Filiale der Kreissparkasse hat an fünf von sieben Tagen zu. Nur am Dienstag und Donnerstag hat sie auf, vormittagEtwas besser sieht es bei der Filiale der Volksbank aus, die hat immerhin an drei Vormittagen von neun bis zwölf und an zwei Nachmittagen von vierzehn bis sechzehn Uhr auf, das ergibt sagenhafte 13 Stunden pro Woche. Aber nicht mehr lange, denn diese Filiale wird Ende März schließen. Aller Protest dagegen, von Kunden, von Geschäftsleuten, vom Ortsbeirat, war nutzlos.

Als Grund gibt man gebetsmühlenartig immer dieselben Motive an: Die Nutzer würden die Automaten bevorzugen, wegen der zunehmenden Digitalisierung kämen immer weniger Besucher, eine so niedrige Auslastung sei personalkostenmäßig nicht mehr vertretbar.

Einmal abgesehen davon, dass Kosten als Totschlagsargument stets unwiderlegbar sind - was soll man dagegen schon einwenden - muss man an dieser Stelle aber einmal die Frage nach Ursache und Wirkung stellen. Denn die Tatsache, dass man seine Bankgeschäfte zunehmend selbst, an einem Automaten oder zu Hause erledigt, war keineswegs die Idee der Verbraucher. Sie ist auf dem Mist der Banken gewachsen.

Ich erinnere mich gut: Als die Gebühren für ein normales Konto stiegen und die Kunden dies monierten, wurde man von den Kreditinstituten förmlich gedrängt, Online Banking zu machen, anfangs geködert mit null oder geringen Kosten.

Also sind die Bankkunden wohl oder übel umgestiegen, um Geld zu sparen. Und das macht man ihnen jetzt zum Vorwurf nach dem Motto: Filiale brauchen wir keine, machen die Leute ja alles selbst? Und wenn diese Geschäftsstelle dann auch noch nur stundenweise aufhat, wird man zusätzlich der Möglichkeit beraubt, sie aufzusuchen. Das soll Kundennähe sein, auf die gerade die örtlichen Anbieter immer so stolz waren?

Es sei an dieser Stelle an den früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck erinnert. Das politische Motto des populären Landesvaters war „Nah bei de Leut“. Und nah heißt zum einen örtlich nah und zum anderen nah am Kunden, also im persönlichen Gespräch. Mit Öffnungszeiten, die für alle passen, vom Ladeninhaber bis zum Rentner, von der Laufkundschaft bis zu den Berufstätigen, die tagsüber keine Zeit haben. Das wäre ein bewusst gewählter Standortvorteil und ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber irgendwelchen

x-beliebigen Internet- oder Großbanken.

Autor Gregor Schürer. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige Werbeplan 2026
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // Motiv EDL
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Empfohlene Artikel
Im Rahmen der Veranstaltungsreiche „Medizin verstehen“ informiert Dr. Thomas Lepping (Chefarzt Akutgeriatrie und Frührehabilitation, li.) über typische Anzeichen, mögliche Auslöser sowie Vorbeugung und Behandlung von Delir-Zuständen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
19

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Operation ist gut verlaufen, doch plötzlich ist die 90-jährige Patientin nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist unruhig, verweigert Medikamente und fragt nach ihrem bereits verstorbenen Ehemann. „Hinter der plötzlich auftretenden Verwirrtheit kann ein akutes Delir stecken“, erklärt Dr. Thomas Lepping, Chefarzt der Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Weiterlesen

Das Band wird durchschnitten – die Wiederaufbaumaßnahmen in der Niederhut sind abgeschlossen.
35

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt, denn man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Niederhutstraße eine Hauptschlagader von Ahrweiler ist. Ein wichtiges Zeichen für den Fortschritt unseres Wiederaufbaus, denn diese Straße ist weit mehr, als Asphalt, Pflaster und neue Leitungen. Sie ist ein Teil der Innenstadt Ahrweilers, ein Ort der Begegnung und des täglichen Lebens.

Weiterlesen

Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand der Neuwieder Gruppe von Amnesty International.
23

Neuwied. Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand, den die Neuwieder Gruppe von Amnesty International aufgebaut hatte. Die AI Aktivisten prangerten vor allen Dingen diese Menschenrechtsverletzung in Diktaturen an, und sendete eine Petition an die Regierungsstelle von El Salvator, zu deren Unterschrift aufgerufen wurde und viele Passanten diese Form des Protestes mit ihrer Unterschrift unterstützten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
1407

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1269

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
761

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen