Allgemeine Berichte | 12.01.2026

Neulich vor der geschlossenen Bank

von Gregor Schürer

Autor Gregor Schürer.  Foto: privat

Neulich wollte ich in Heimersheim zur Bank. Also nicht an den Automaten, sondern in die Bank hinein, an den Schalter. Ich stand vor verschlossener Tür. Denn die dortige Filiale der Kreissparkasse hat an fünf von sieben Tagen zu. Nur am Dienstag und Donnerstag hat sie auf, vormittagEtwas besser sieht es bei der Filiale der Volksbank aus, die hat immerhin an drei Vormittagen von neun bis zwölf und an zwei Nachmittagen von vierzehn bis sechzehn Uhr auf, das ergibt sagenhafte 13 Stunden pro Woche. Aber nicht mehr lange, denn diese Filiale wird Ende März schließen. Aller Protest dagegen, von Kunden, von Geschäftsleuten, vom Ortsbeirat, war nutzlos.

Als Grund gibt man gebetsmühlenartig immer dieselben Motive an: Die Nutzer würden die Automaten bevorzugen, wegen der zunehmenden Digitalisierung kämen immer weniger Besucher, eine so niedrige Auslastung sei personalkostenmäßig nicht mehr vertretbar.

Einmal abgesehen davon, dass Kosten als Totschlagsargument stets unwiderlegbar sind - was soll man dagegen schon einwenden - muss man an dieser Stelle aber einmal die Frage nach Ursache und Wirkung stellen. Denn die Tatsache, dass man seine Bankgeschäfte zunehmend selbst, an einem Automaten oder zu Hause erledigt, war keineswegs die Idee der Verbraucher. Sie ist auf dem Mist der Banken gewachsen.

Ich erinnere mich gut: Als die Gebühren für ein normales Konto stiegen und die Kunden dies monierten, wurde man von den Kreditinstituten förmlich gedrängt, Online Banking zu machen, anfangs geködert mit null oder geringen Kosten.

Also sind die Bankkunden wohl oder übel umgestiegen, um Geld zu sparen. Und das macht man ihnen jetzt zum Vorwurf nach dem Motto: Filiale brauchen wir keine, machen die Leute ja alles selbst? Und wenn diese Geschäftsstelle dann auch noch nur stundenweise aufhat, wird man zusätzlich der Möglichkeit beraubt, sie aufzusuchen. Das soll Kundennähe sein, auf die gerade die örtlichen Anbieter immer so stolz waren?

Es sei an dieser Stelle an den früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck erinnert. Das politische Motto des populären Landesvaters war „Nah bei de Leut“. Und nah heißt zum einen örtlich nah und zum anderen nah am Kunden, also im persönlichen Gespräch. Mit Öffnungszeiten, die für alle passen, vom Ladeninhaber bis zum Rentner, von der Laufkundschaft bis zu den Berufstätigen, die tagsüber keine Zeit haben. Das wäre ein bewusst gewählter Standortvorteil und ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber irgendwelchen

x-beliebigen Internet- oder Großbanken.

Autor Gregor Schürer. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Kirmes in Polch
Rund ums Haus Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Dachdecker (m/w/d)
Floristik Meyer
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
11

Koblenz. Die Einführung des Diakonats der Frau ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), des Netzwerks Diakonat der Frau sowie vieler Katholikinnen weltweit und hier vor Ort.

Weiterlesen

Weitere Artikel
14

Kostenlose Beratung und Unterstützung

Beratungsleistungen der Gemeindeschwesterplus

Kreis Neuwied. Die Gemeindeschwesterplus bietet kostenlose Beratung und Informationen zu gesundheitlichen Themen wie Sturzprävention, Ernährung, Bewegung und vielen weiteren Aspekten - auch bei Hausbesuchen.

Weiterlesen

Symbolbild.
74

Astrologische Vorschau für die KW 18: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 27. April bis 3. Mai 2026

Mit dem Übergang vom April in den Mai beginnt eine Woche, die von Aufbruch, Begegnungen und kleinen Wendepunkten geprägt ist. Rund um den 1. Mai rücken Feste, Traditionen und zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt. Das Feiern in den Mai hinein sorgt für Leichtigkeit, während alte Bräuche wie das Aufstellen des Maibaums für romantische Zeichen und neue Impulse stehen. Gleichzeitig fordert die Woche dazu auf, auf die eigene Balance zu achten und Chancen bewusst zu nutzen.

Weiterlesen

12

Jiddische Musik und Märchen

Klezmer märchenhaft

Koblenz. Klezmer märchenhaft - Jiddische Musik und Märchen am Samstag, 2. Mai 2026, 18 Uhr in der Christuskirche Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring / Hohenzollernstraße.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Heizölanzeige
Brunchanzeige
Anzeige Jaadeporz 2026
Kirmes Löhndorf
Kirmes Löhndorf
Werbeplan 2026
Anzeige Lagerverkauf
Anzeige KW 16
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim