Erster Spatenstich zur neuen Bahnbrücke in der Ravensteynstraße
Neunjährige Sperrung der alten Brücke verursachte immer wieder Probleme
Verkehrsminister Dr. Volker Wissing setzte gemeinsam mit Oberbürgermeister David Langner den Spatenstich für die neue Brücke
Koblenz-Pfaffendorf. Lange haben die Verkehrsteilnehmer und Anwohner auf diesen Tag gewartet und nun geht es los mit dem Bau einer neuen Bahnbrücke.
Das bereits abgerissene Bauwerk wurde im Jahr 1963 durch die Deutsche Bahn errichtet und 1994 an die Stadt Koblenz übergeben. Eine unterlassene Bauwerksunterhaltung und auch Konstruktionsmängel hatten zu irreparablen Schäden am Tragwerk geführt und dies wiederum hatte eine Sperrung der Brücke im Jahr 2009 zur Folge.
Straßenabschnitt wurde zur Sackgasse
Durch die Sperrung der Brücke wurde der südliche Straßenabschnitt zur Sackgasse, die seither ausschließlich über die Emserstraße erschlossen wird. Und der nördliche Abschnitt ist über die Seizstraße oder die Friedrich-Gerlach-Straße zu erreichen.
Dies alles stellte die Anwohner, den Schwerverkehr aber auch Rettungsfahrzeuge oder den Koblenzer Entsorgungsbetrieb immer wieder vor Probleme. Weiter stellt die Brücke bei Hochwasser des Rheins und Überschwemmung der Emserstraße eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Pfaffendorf und Horchheim dar. Daher kam ein vollständiges Aufgeben der Eisenbahnüberquerung nicht in Frage.
Doch wegen Finanzierungsschwierigkeiten wurde die im Jahr 2010 angestoßene Planung zu einem Neubau der Brücke eingestellt. Die Möglichkeit einer Ersetzung durch ein Fertigteilsystem hatte sich als unwirtschaftlich erwiesen. Nach langwierigen Abstimmungen mit der Aufsichtsbehörde und der Deutschan Bahn erfolgte die Planung einer neuen Brücke in konventioneller Spannbeton-Bauweise. Dieser Entwurf war dann auch die Grundlage für einen Zuwendungsantrag beim Land Rheinland-Pfalz, der im März 2017 positiv beschieden wurde (Fördersatz 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten).
Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro
Die Gesamtkosten der neuen Brücke belaufen sich einschließlich Abbruch, Behelfsbrücke und Nebenleistungen auf rund 2,5 Millionen Euro, wobei das Land die kommunale Straßenbrücke mit rund 995.000 Euro fördert. Die erste Ausschreibung der Baumaßnahme im Frühjahr 2017 musste wegen Unwirtschaftlichkeit der Angebote aufgehoben werden. Die nächste Ausschreibung erfolgte im Sommer 2017 und führte zum Erfolg.
Auch für Oberbürgermeister David Langner, als ehemaliger Anwohner war es immer der Wunsch nach einer neuen Bahnüberquerung, denn auch er erinnerte sich gut an die aufgetretenen Probleme der Sperrung, wie er in seiner Ansprache zum Spatenstich erläuterte. Solche Brücken sind wichtig, Koblenz hat sehr viele davon und dies ist eine große Herausforderung, doch die Stadt lebt davon und braucht diese Brücken. Immer wenn keine Brücke mehr da ist, wenn sie beschädigt ist oder wenn sie für den Verkehr gesperrt werden muss, sieht man, wie wichtig eine Brücke ist. Im Alltag sind die Brücken immer selbstverständlich, doch wenn es wie hier bei der Ravensteynbrücke, die sehr lange im Dienst stand und jetzt für lange Zeit gesperrt war, wird jedem bewusst, wie hinderlich dies ist, erläuterte Verkehrsminister Volker Wissing in seiner Rede.
Zahlen zur neuen Brücke
Hier ein paar Zahlen zur neuen Brücke: Spannbeton-Plattenbrücke über drei Felder, mit einer Gesamtlänge von 28 Meter, Breite zwischen den Geländern 8,52 Meter und eine Fahrbahnbreite von sechs Meter. Einseitiger Gehweg auf der Südseite, mit einer Breite von zwei Metern. Wenn alles planmäßig läuft, sollen die Arbeiten an der Brücke Ende 2018 abgeschlossen sein. Ein „Brückenschlag“ der sehnlichst wieder erwartet wird. US
Die alte Brücke ist bereits abgerissen und die Bauarbeiten zur neuen Spannbeton-Plattenbrücke sind in vollem Gange.
