Neutraler Rat für Pflege lohnt sich
Kreisseniorenbeirat berät Arbeit der sieben Pflegestützpunkte in MYK Flyer „Wir Senioren“ neu aufgelegt
KREIS MYK. Dass es sich lohnt, bei Hilfe und Pflege für ältere Menschen rechtzeitig den Rat eines Pflegestützpunktes zu suchen, stellte der Kreisseniorenbeirat Mayen-Koblenz bei seiner jüngsten Sitzung fest. Besonders wenn man so lange wie möglich im eigenen Zuhause versorgt werden will.
Im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen, wo derzeit die Büros der Pflegestützpunkte Mayen/Vordereifel und Maifeld untergebracht sind, stellten Andrea Paolazzi und Katrin Urbanek ihre Arbeit dem Beirat vor. Die beiden Pflegeberaterinnen zeigten, dass im Landkreis MYK mit sieben Pflegestützpunkten je eine Beratungsstelle für rund 30.000 Einwohner da ist. „Oft würden wir gerne früher beraten und helfen dürfen, um die häusliche Pflege zu stützen“, bedauerten die Fachfrauen. Die Mitglieder des Kreisseniorenbeirates baten sie, auf die Pflegeberatung hinzuweisen. Erster Kreisbeigeordneter Burkhard Nauroth unterstützt dieses Anliegen: „Es ist beim steigenden Bedarf an Pflege und angesichts der Vielzahl der sich entwickelnden Angebote wichtig, den Menschen einen guten Zugang zu bieten“.
Auf Anfrage bekommt man den Rat zu Hilfen für Senioren in den Stützpunkt-Büros, zuhause bei den Betroffenen oder im Krankenhaus. Die Beratungskräfte richten sich allein nach dem Wunsch und Bedarf der Betroffenen, wobei Hausbesuche auf dem Land den Löwenanteil haben. Dies liegt auch daran, dass der Rat der Pflegestützpunkte immer mehr die Wohnsituation betrachtet - wo lassen sich Barrieren abbauen, Hilfsmittel anbringen und welche finanzielle Unterstützung gibt es dafür? Überhaupt spielen die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung für Pflege und Betreuung eine große Rolle in der Arbeit. Die Pflegeberater helfen bei den Anträgen an Pflegekassen und Sozialverwaltung. Sie geben einen Überblick über die Leistungsvoraussetzungen der Kranken- und Pflegekassen oder im Sozialrecht. Bei der Beantragung der Vorbereitung auf eine Begutachtung durch den MDK im häuslichen Umfeld und bei eventuellem Widerspruch gegen die Pflegestufe gibt es Tipps. Die Pflegestützpunkte arbeiten hier mit dem Informations- und Beschwerdetelefon der Verbraucherzentrale zusammen.
Die Pflegeberatung ist kostenfrei und neutral, sie wird öffentlich finanziert. Für die Ratsuchenden heißt das, sie bekommen für ihren konkreten Bedarf Informationen. Bedarfe können zum Beispiel Heim-, Tages- oder Nachtpflege sein, ebenso wie Haushaltshilfe, Hausnotruf, Essen auf Rädern, Pflegehilfsmittel, stundenweise Betreuung zur Entlastung pflegender Angehöriger, Selbsthilfegruppen bis hin zur ambulanten und stationären Hospizhilfe. Eine Empfehlung für einen konkreten Anbieter gibt es nicht, sondern einen Überblick verfügbarer Hilfen und nützliche Fragen zur eigenen Auswahl.
Träger der Pflegestützpunkte sind das Land, die Kranken- und Pflegekassen, die Träger der Beratungs- und Koordinierungsstellen und der Landkreis. Die Pflegestützpunkte im Landkreis MYK findet man unter www.mayen-koblenz.de bei den Stichworten „Pflegestruktur-Landkarte“ oder „Hilfe & Pflege“.
Der Kreisseniorenbeirat stellte bei der Sitzung auch seinen Flyer „Wir Senioren“ in der Neuauflage vor. Er ist im Kreishaus sowie bei den Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltungen erhältlich und auf der Homepage des Landkreises abrufbar.
Informationen:
Geschäftsstelle des Kreisseniorenbeirats in der Kreisverwaltung MYK unter 0261/108-154. Internet: www.mayen-koblenz.de.
