Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. hatte zum Premieren-Fest eingeladen
Newroz-Fest begeisterte die Gäste
Linz. Kürzlich hatte die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. im Rahmen des Frauenwelten-Projektes zum Newroz-Fest ein. Frauen aus dem Kreis Neuwied kamen mit ihren Familien und feierten in ausgelassener Stimmung das Neujahrsfest des Mittleren Ostens. „Newroz“ bedeutet in wörtlicher Übersetzung „Neuer Tag“ und wird insbesondere im kurdischen und persischen Sprachraum gefeiert. Über 100 Personen schmückten die Stadthalle Linz in all ihrer Vielfalt, viele trugen anlässlich des Festes ihre traditionelle Kleidung. Die Vorsitzende des Beirates für Migration und Integration des Kreises Neuwied und Mitarbeiterin der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA Violetta Jasiqi moderierte das bunte Abendprogramm, das von 17 Uhr bis 20 Uhr andauerte. Der Ortsbürgermeister Kasbach-Ohlenbergs Frank Becker, sowie die Integrationsbeauftragte des Landes Kerstin Schwanbeck-Stephan, begrüßten die Gäste und bedankten sich bei der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA für ihren wertvollen Beitrag zum interkulturellen Zusammenleben in der Region. Sandra Kreil, Mitarbeiterin von UTAMARA, stellte den Anwesenden die Arbeiten der Frauenbegegnungsstätte sowie das Projekt „Frauenwelten – Interkulturelles Erzähl- und Themencafé“ vor. Musikalisch leitete die Band B42 mit ihrer Musik nach dem Motto „Hauptsache, es macht Spaß“ in den Abend ein. Mit ihrem Einsatz waren sie beispielhaft für die Arbeit des „Bündnis für Toleranz und Integration am Mittelrhein“, in dem sie sich gemeinsam mit UTAMARA und vielen weiteren Vereinen, Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der Region einsetzen. Shama Abbas, renommierte Sängerin aus Neuwied, trug gemeinsam mit dem Gitarristen Stefan Löschner ein wunderschönes Jazz-Konzert vor. Zuletzt begrüßte die kurdische Sängerin Narînxan die Gäste und lud alle mit ihrer Musik zum traditionellen Kreistanz ein.
Das Newroz-Fest
Das Newroz-Fest ist in vielen Regionen verbreitet, und es gibt dementsprechend verschiedene Legenden um seinen Ursprung und eine Vielzahl von Traditionen, wie das Newroz-Fest begangen wird. Zübeyde Temel, Mitarbeiterin von UTAMARA, trug die überlieferte Newroz-Geschichte von Kawa, dem Schmied, vor. Der Legende nach hat Kawa als einfacher Mann aus dem Volk den grausamen Tyrannen Dehak besiegen können und zur Feier dieses Sieges ein Feuer auf der Burg des Herrschers angezündet. Dieses Feuer wurde auf allen hohen Bergen Kurdistans entzündet als Zeichen des Endes der Tyrannei. Bis heute werden auf Grundlage dieser Legende traditionell Newroz-Feuer entfacht und getanzt. Im persischen Sprachraum wird traditionell ein Gabentisch aufgebaut, auf dem „Hawtzîn“, übersetzt „Sieben S“, das heißt mindestens sieben Gaben mit dem Anfangsbuchstaben S ausgestellt werden, die jeweils eine Bedeutung für das neue Jahr haben. Grünes (Sebsî) für neues Leben, Münzen (Sikka) für Wohlstand, Sumak-Gewürz für die Farbe des Sonnenaufganges, Knoblauch (Sîr) für Gesundheit, Apfel (Sêw) für Schönheit und Fische sowie Eier für Nachwuchs und Spiegel für Reinheit. Die Studentin Sara Xoswanî erklärte den Anwesenden die Bedeutung dieser 5000 Jahre alten Tradition. Malek Baniaghil aus Bad Honnef, tätig als Sprachmittlerin im Projekt Frauenwelten, trug ein persisches Gedicht vor, das das Fest Newroz und die Freude über den neuen Frühling beschreibt.
Positive Bilanz
Mit gemeinsamem Tanz und vielfachen „Newroz pîroz be!“ Wünschen für einen schönen Frühlingsanfang endete das erste, aber möglicherweise nicht letzte, Newroz-Fest in Linz am Rhein, das in den Rückmeldungen vieler Gäste als sehr wohltuend und bereichernd beschrieben wurde. Die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA bedankte sich von Herzen bei allen freiwilligen HelferInnen und insbesondere den MusikerInnen für Ihren großzügigen und ehrenamtlichen Beitrag.
Die sieben Gaben sollen für ein gutes neues Jahr sorgen.Foto: UTAMARA e.V.
