Allgemeine Berichte | 10.02.2020

Wilhelm-Remy-Gymnasium Bendorf

„Nicht mit mir!“

Schüler trainieren Strategien zur Selbstbehauptung in Schule und Alltag

Am Ende des erfolgreichen Kurses erhielten die Teilnehmer auch eine Urkunde. Foto: privat

Bendorf. Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen, sie möglichst zu vermeiden oder aber in der Lage zu sein, sich im Notfall einfach und dennoch wirksam zu verteidigen – all dies sind Fähigkeiten, die Kinder gar nicht früh genug erlernen können. Um diese Fähigkeiten spielerisch und nachhaltig zu vermitteln, fand in der Sporthalle der Karl-Fries-Realschule plus jüngst ein zweitägiger Wochenendkurs für Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Remy-Gymnasiums (WRG) statt. Großzügige Unterstützung erfuhr das Vorhaben durch den Förderkreis der Schule, der einen beachtlichen Teil der Kursgebühren übernahm.

Unter der fachkundigen Anleitung von Klaus-Ulrich Feldmeier, Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung, lernten insgesamt 22 Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren verschiedenste Techniken der Selbstverteidigung sowie Strategien zur Bewältigung kritischer Situationen. Dass ihr Kursleiter als ehemaliger Soldat und Polizist ein echter Experte auf diesem Gebiet ist, sorgte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für zusätzliche Motivation. Bereitwillig absolvierten sie deshalb zum Aufwärmen die geforderten Liegestütze, ehe die einzelnen Bausteine des bundesweit einheitlichen Kurskonzeptes „Nicht mit mir!“ mit anhaltender Begeisterung durchlaufen wurden. Durchaus für Staunen sorgte Feldmann, als er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihr allzeit einsatzbereites Verteidigungsinstrument aufmerksam machte: „Die Waffe der Kinder ist die Stimme!“, betonte er immer wieder und sorgte dafür, dass jeder und jede die Wirkung dieses Instruments auch ausprobierte. Neben den Strategien zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung wurden auch die Themen Cyber-Grooming (das gezielte Ansprechen von Personen im Internet zur Anbahnung sexueller Kontakte) und Cyber-Mobbing angesprochen. Hierzu sahen sich die Teilnehmenden auch den Film „Netzangriff“ an und waren davon sichtlich beeindruckt – der Film ist übrigens online jederzeit verfügbar.

Diplompädagogin Sigrid Saxler, die als Schulsozialarbeiterin am WRG tätig ist und den Kurs organisiert hatte, zeigte sich erfreut über die Begeisterung sowie die sichtbaren Fortschritte der Fünft- und Sechstklässler und betonte: „Wir wollen mit dieser Veranstaltung erreichen, dass die Kinder in einer Notsituation intuitiv die richtigen Entscheidungen sowohl für ihre eigene Sicherheit als auch für die Sicherheit anderer treffen und im Bedarfsfall die passende ‚Rettungsinsel‘ wählen.“ Zudem, so Saxler weiter, sei das Ganze auch ein Beitrag zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen.

Dass alle Teilnehmenden dem Ziel, jederzeit ein „Nicht mit mir!“ deutlich artikulieren zu können, ein bedeutendes Stück nähergekommen sind, erscheint kaum fraglich. Ausgestattet mit einem Notfallplan, der im Gespräch mit den Erziehungsberechtigten weitere Ansprechpartner in Notsituationen aufzeigen soll, sowie zwei sogenannten Schulhoftechniken zur harmlosen, aber effektiven Konfliktabwehr konnten alle den Kurs gestärkt und für den Ernstfall gewappnet beenden. Und fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten sogleich den Wunsch nach einer baldigen Wiederholung. Zum Abschluss gab es nach so viel körperlicher Anstrengung und theoretischem Input natürlich auch noch eine leibliche Stärkung: ein gemeinsames Pizzaessen, gesponsert von Geschäftsführer des Jugendhilfswerk e. V. Koblenz, Harald Mader-Helmer.

Am Ende des erfolgreichen Kurses erhielten die Teilnehmer auch eine Urkunde. Foto: privat

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