Gedanken im Blick - Glaube, Traditionen und Persönliches
Nichts tun
Eine theologische Kolumne von Gunnar Bach
Samstag ist „Nichts-Tag“. In den USA ist er als „National Nothing Day“ bekannt und wurde 1973 vom Journalisten Harold Pullman Coffin erfunden. Damit wollte er seinen Landsleuten „wenigstens einen Tag geben, an dem sie einfach nur herumsitzen können, ohne irgendetwas zu feiern oder zu ehren.“ Den Corona-Lockdown konnte er wohl damals genauso wenig vorausahnen wie wir alle noch vor einem Jahr. Ich frage jedes Jahr Schülerinnen und Schüler in der Grundschule im Religionsunterricht:„Wie viele Tage hat Gott gebraucht, um die Welt zu erschaffen?“ Wissen Sie, was in 99 Prozent aller Fälle die Antwort ist: „An sieben.“ Nein, an sechs. Der siebte ist der Ruhetag! Es fällt ganz schön schwer, einmal nichts zu tun und zuhause zu bleiben. Dabei ist es sowas von not-wendig. In Corona-Zeiten sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Der Theologie Johann Baptist Metz hat als kürzeste Definition von Religion ist das Wort „Unterbrechung“ ins Spiel gebracht. Auch wenn die Unterbrechung in diesen Zeiten oft mehr als ein Tag dauern sollte. Sie führen mich hin auf das Wesentliche. Sie gehören zum Leben, damit ich möglichst in Balance und gesund bleibe. Passen Sie gut auf sich auf!!
Ihr Gunnar Bach
