Allgemeine Berichte | 13.05.2026

Historisches Gewölbe weist verminderte Standsicherheit auf

Niederhutstraße: Mühlenteich-Schäden stoppen Wiederaufbau

Beim Teileinsturz bildete sich ein Loch von rund einem halben Meter Breite. Foto: DU

Ahrweiler. Der Nach-Flut-Wiederaufbau der Niederhutstraße bleibt für Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen weiterhin Geduldsprobe und Herausforderung. Der Einsturz eines Teilstücks der historischen Gewölbedecke des in diesem Bereich unterirdisch verlaufenden Mühlenteichs und ein daraus resultierender kleinteiliger Einsturz der Straßenoberfläche in der Niederhut nahe des Marktplatzes direkt vor einem Geschäft, führte nach statischer Untersuchung durch die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler (AuEG) zum angeordneten Stopp der dort laufenden, sich in der finalen Phase befindlichen Bauarbeiten.

Nach bautechnischer Sicherung der Oberfläche wurden die Eingänge zu den Häusern mit Brücken gesichert, erkennbare Standsicherheitsprobleme konnten für diese bislang nicht festgestellt werden, weitere statische Prüfungen und Bewertungen werden im weiteren Verlauf durchgeführt. Was eher trocken klingt, erforderte schon jetzt umfangreiche Maßnahmen: Allein um den Mühlenteichverlauf samt Gewölbe überhaupt erst überprüfen zu können, musste dieser gut anderthalb Wochen lang ausgepumpt werden. Ergebnis, nachdem unter anderem 3D-Screening zum Einsatz kam: Das Gewölbe hat eine verminderte Standsicherheit, jedoch bei bestehender Funktionsfähigkeit.

Nach der Flut galt der Mühlenteich noch als standsicher

All das war 2021 nach der Flut noch nicht sichtbar. Bei der damaligen Befahrung und Auswertung des Mühlenteichs, dessen Ursprünge als Fließgewässer bis ins Mittelalter zurückreichen, wurde dieser durch ein Ingenieurbüro als standsicher bewertet, wobei eine entsprechende Sanierung durch geschlossene Bauweise dennoch stets vorgesehen war. Anschließend begann die Wiederherstellung der Niederhut, erwähnte Sanierung sollte nach Abschluss der Straßenarbeiten zur Durchführung kommen.

Der Straßenoberflächenteileinsturz warf diese Planungen jetzt erst einmal über den Haufen. Ursächlich für die Problematik sind durch das Flutereignis entstandene Ausbrüche, Risse, Fugen und Ausspülungen, die sich in den Jahren nach der Flut als Flutfolgeschäden potenzierten. Wie AuEG-Geschäftsführer Hermann-Josef Pelgrim und der Projektleiter Tiefbau, Timm Höltgen im Rahmen eines Infoabends erklärten, wird als nächstes mit einem externen Ingenieurbüro eine Sichtprüfung des Mühlenteichs vorgenommen, sowohl durch Begehung als auch durch Drohnen-Befliegung. Sollten Veränderungen sichtbar sein, werden diese markiert.

Priorisiertes Ziel aller Beteiligten ist dabei eine geschlossene Sanierung, die den geringsten Aufwand bedeuten würde und kein Aufreißen der Straße zur Folge hätte. Falls eine geschlossene Sanierung des Mühlenteichs nicht möglich ist, kann es zu einer offenen Maßnahme kommen, was unter anderem eine Umverlegung des Mühlenteichs, Arbeiten unter den Häusern, eine Umverlegung der Entwässerung aus den Gebäuden und auch den Aufriss der Straße mit sich bringen würde. Auch eine teils geschlossene, teils offene Sanierung ist möglich.

Erste Prüfungsergebnisse für Ende 2026/Anfang 2027 erwartet

All dies ist derzeit jedoch reine Spekulation. Die Suche nach einem Planungsbüro hat bereits begonnen, allein hierfür können von der Suche bis zur Auftragsvergabe gut zwei Monate vergehen. Ende 2026/Anfang 2027 werden erste Ergebnisse der Planung erwartet und erst dann kann kommuniziert werden, wie es weitergeht – immer mit der Priorität, Anwohner, Handel und Gastronomie möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der noch offene Baustellenbereich wird bis Ende Juni asphaltiert nachdem zuvor eine Pflasterherstellung samt Oberflächenentwässerung durch Sinkkästen stattgefunden hat. Darüber hinaus ist ein Teil der Niederhut noch mit Natursteinpflaster zu versehen. Die Niederhutstraße wird dann in Länge und Breite begeh- und befahrbar sein. Zu Einschränkungen wird es in der Niederhut bis zum Beginn der Arbeiten am Mühlenteich voraussichtlich nicht mehr kommen. „Es ist eine knifflige Aufgabe zu überlegen, was jetzt zu tun ist. Auch im Hinblick auf die historische Bausubstanz ist größte Sorgfalt gefordert“, so Hermann-Josef Pelgrim. DU

In der Niederhut verläuft der Mühlenteich unter der Straßenoberfläche. Foto: DU

In der Niederhut verläuft der Mühlenteich unter der Straßenoberfläche. Foto: DU

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Beim Teileinsturz bildete sich ein Loch von rund einem halben Meter Breite. Foto: DU

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