Die Mauerbau-Initiative feierte am Sonntag 700 Jahre Linzer Pulverturm und Stadtbefestigung
Norbert Thelen erläuterte Ziele des Vereins über die Sanierung des Pulverturm hinaus
Linz. Mit dem Pulverturmfest machte die Linzer Mauerbau-Initiative am Sonntag auf das 700-jährige Jubiläum der Linzer Stadtmauer und deren Erhaltungswürdigkeit aufmerksam. „Der Erlös des Festes fließt in die Renovierung des Pulverturms, unserem ersten großen Projekt. Da der Turm Mitte des 19. Jahrhunderts sein Spitzdach verloren hat, konnte der Regen dem Mauerwerk, vor allem den beiden Geschossdecken erheblich zusetzen. „Deshalb setzen wir uns für ein neues Dach und für die Sanierung des Turmmauerwerks ein“, erklärte der Vorsitzende der Initiative, Norbert Thelen. Die Gesamtkosten würden von Experten auf rund 200.000 Euro geschätzt, beinhalten aber auch die aufwändige Restaurierung der im späten Mittelalter entstandenen Innengewölbe, die zur Zeit nur noch von den jeweiligen Schlusssteinen gehalten werden.
„Wir freuen uns, dass der Stadtbürgermeister die Schirmherrschaft für das Pulverturmfest übernommen hat“, begrüßte Norbert Thelen mittags Hans Georg Faust, während Stadtführer Fritz Ockenfels als „Spießgeselle“, besser als Nachtwächter mit Hellebarde aber ohne Laterne, darauf achtete, dass nicht zu viele Besucher die steilen Treppen des Turms zur Plattform emporstiegen.
„Die Urkunde für Stadtbefestigung und Pulverturm wurde vor über 700 Jahren ausgefertigt“, erinnerte der Stadtchef. Abschließend berichtete er, dass es der Stadt gelungen seit, die Sanierung der Stadtmauer als Gesamtanlage in das ISEK-Programm für das Bund-Länder-Städtebau-Förderprogramm „Historische Altstädte“ aufzunehmen.
„Zunächst aber geht es um den südwestlichen Eckstein der alten Linzer Stadtbefestigung, unseren Pulverturm“, erklärte der Schirmherr des Festes. Im Interesse der Stadt und der auf dieser basierenden Identität der Linzer bat er die Anwesenden, die Initiative zu unterstützen, die den Pulverturm nicht länger im Regen stehen lassen will. „Nur durch eine gemeinsame Anstrengung wird es gelingen, diesen Zeugen der Linzer Stadtgeschichte auch unseren Kindern und Enkeln zu erhalten“, so der Stadtbürgermeister, der das Engagement des Vereins lobte und diesem ein gutes Gelingen wünschte, dem Turm wieder ein Helmdach aufzusetzen.
„Wir haben uns natürlich in Mainz bei der Generaldirektion ‚Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz‘ der Denkmalfachbehörde des Landes, nach den Möglichkeiten hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung für den Dachbau erkundigt“, berichtete Norbert Thelen. Leider sei der Initiative mitgeteilt worden, dass nur Sanierungsarbeiten an bestehenden, zerstörten Teilen von Denkmälern bezuschusst würden. Entsprechend sei eine großzügige Unterstützung für die Innenarbeiten in Aussicht gestellt worden, nicht aber für den Dachbau. Dieser sei als Neubau einzustufen, der von der Denkmalpflege nicht gefördert würde, berichtete Thelen.
Wie genau der Turm früher genau ausgesehen hat, weiß man nicht. Da der Mauerbau-Initiative keine alten Pläne vorliegen, hat sie sich an Ansichten von Linz orientiert, auf denen der Turm noch, wenn auch nur schemenhaft zu sehen ist. „Daher wissen wir nicht, ob das Dach rund oder achteckig gewesen ist. Orientiert hat sich unser Planer, der Linzer Ingenieur Hermann-Josef Klein, an dem Turm der Burg Linz“, so Norbert Thelen gegeben. Auf Wunsch des Neuwieder Denkmalpflegers Reinhard Lahr habe es jedoch auch Gauben hinzugefügt, über die der Turm ursprünglich als mittelalterliches Pulverlager nicht verfügt habe. Der Grund: Da der Turm nach der Sanierung auch für Touristen geöffnet werden soll, können diese Besuchergruppen dann durch die Gauben bequem einen Blick von ganz oben auf die Stadt und das Rheintal werfen. „Die Genehmigung für diesen Ausbau, der nach Hermann-Josef Klein gut 36.000 Euro kosten soll, liege schon vor“, so Thelen.
Aber der Pulverturm ist nicht als „Solitär“ zu sehen. Der Initiative, die vor vier Jahren als bürgerschaftliches Engagement von dem jetzigen Vorsitzenden ins Leben gerufen worden war, geht es um das Gesamterscheinungsbild der alten Befestigungsanlage. Schon als der gebürtige Bergisch Gladbacher vor 14 Jahren das erste Mal am Rheintor vorbei seinen neuen Wohnort betreten hatte, war ihm die Idee gekommen, die historische Stadtmauer zu rekonstruieren. Während sich die verbauten Basaltsteine der ehemals mächtigen Befestigungsanlage mit der ein Meter dicken, bis zu sechs Meter hohen und 1.500 Meter langen Basaltmauer als äußerst robuste Bauelemente, gerät deren bautechnische Verbindung aus Mörtel und Sand mehr und mehr aus den Fugen. „Der starke Efeubewuchs muss unbedingt entfernt und die schadhaften Stellen ausgebessert werden“, so Norbert Thelen, der die vor einiger Zeit entstandene Aufbruchstimmung nutzen will, die Linzer Stadtmauer aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen, um sie für Bürger und Touristen nutzbar zu machen. „Deren ehemaligen Ausmaße sind nur noch ‚Im Rosengarten‘ zu bewundern“, erzählte er den Pulverturm-Festbesuchern, die wegen des wenig einladenden Wetters nicht so in Scharen zu dem Linzer Wahrzeichen im Südwesten der Stadt gepilgert waren, wo sich die Initiative dies erhofft hatte.
DL
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