Allgemeine Berichte | 12.06.2018

Herzdruckmassage ist für Betroffene überlebenswichtig

Notfall: Einfach zupacken und pumpen

Tina Rechberger nahm Maifeldern die Angst, etwas falsch zu machen

Tina Rechberger (l.) informierte die Teilnehmer darüber, wie sie im Ernstfall reagieren sollten. privat

Maifeld. „Haben Sie keine Angst vor Ersthilfe – Sie können nichts falsch machen!“ Das war die Kernbotschaft von Ausbilderin Tina Rechberger im Ratssaal der Verbandsgemeinde Maifeld. Die Fachfrau vom Malteser Hilfsdienst gab wichtige Infos zu Hilfe im Notfall und meinte: „Einen Notruf absetzen und Trost spenden kann jeder und mit Herzdruckmassage retten sie möglicherweise Leben.“

Mit dieser Massage ist das Drücken des Brustkorbs gemeint. So fest wie möglich und im zügigen Rhythmus. Deshalb: „Wenn Sie einen offensichtlich hilflosen Menschen antreffen, sprechen Sie ihn an, ob er reagiert.

Überstrecken Sie seinen Kopf, damit die Atemwege frei sind, wählen Sie den Notruf und beginnen Sie – wenn keine Atmung vorhanden ist – direkt mit der Wiederbelebung.“ Das heißt, Brustkorb frei machen, eine Hand in die Mitte legen, die andere darauf und kräftig drücken. Wenn noch Umstehende dabei sind, gezielt andere um Unterstützung und Ablösung, ggf. auch um Holen eines Defibrillators zu bitten (in öffentlichen Gebäuden, Banken, Sparkassen, Schwimmbädern, an großen Bahnhöfen und Geschäften). Dieser „Defi“ ist selbsterklärend, entscheidet nach einem EKG eigenständig, ob ein Schock abgegeben wird, kann die Herzdruckmassage aber nicht ersetzen, sondern wird zusätzlich angelegt.

Dass diese Art Massage sehr anstrengend ist, davon konnten sich die Teilnehmer der Infoveranstaltung des Seniorenbeirats und der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde Maifeld, Angelika Saewe, an einer Übungspuppe überzeugen. Das nach Möglichkeit bis zum Eintreffen des Rettungsteams fortgesetzte Drücken pumpt das Blut durch den Körper und sorgt dafür, dass unter anderem das Gehirn weiter versorgt wird. Denn mit jeder Minute ohne Sauerstoff steigt das Risiko, dass der Verletzte nicht überlebt oder sein Hirn Schaden nimmt.

Tina Rechberger nahm den Besuchern alle Arten von Ängsten: „Wenn Sie falschen Alarm schlagen, ist das nicht schlimm, Sie werden nicht in Regress genommen. Wenn Sie dem Verletzten Rippen brechen, die heilen. Wenn Sie nach jeweils 30 Mal drücken, keine Beatmung in Mund oder Nase geben wollen, lassen Sie es, drücken ist wichtiger. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr zu können, versuchen Sie Ihr Bestes, wie Sie es sich auch von anderen erhoffen würden, aber riskieren Sie nicht Ihr eigenes Leben.“

Die Fachfrau demonstrierte das bei stark blutenden Wunden nötige Anlegen eines Druckverbandes und informierte über Anzeichen von Herzinfarkt (Atemnot, Druck im Brustbereich, Rücken- oder Kopfschmerzen) und Schlaganfall (Sprachstörungen, einseitige Lähmung, Störung des Erinnerungsvermögens). „Infarkte können sich ganz unterschiedlich äußern. Deshalb im Zweifel lieber die 112 verständigen“, gab Rechberger den Interessierten mit auf den Weg, die sich nach drei Stunden Infos erheblich selbstsicherer auf den Heimweg machten und in ihrem Bekannten-, Freundes- und Verwandtenkreis als Multiplikatoren der Botschaft dienen: Im Ernstfall einfach zupacken und helfen.

Pressemitteilung

Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld

Tina Rechberger (l.) informierte die Teilnehmer darüber, wie sie im Ernstfall reagieren sollten. Foto: privat

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