Schnitzler-Quartett im Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Nuancierte Tempoverschärfungen und exaktes Timing
Pianist Cosmin Boeru ergänzte die Streicher als kongenialer Begleiter
Odendorf. Außergewöhnlich und bewegend zugleich war das Kammerkonzert des Schnitzler-Quartetts im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Odendorf. Um den musikalischen Nachwuchs muss es den Kammermusikfreunden aus der Region wahrlich nicht bange sein, denn was diese vier jungen Streicher musikalisch geradezu zelebrierten, war schlicht und einfach grandios.
Das gilt übrigens auch für Pianist Cosmin Boeru, der vor allem bei Antonin Dvoraks Klavierquintett in A-Dur Opus 81 ein kongenialer Begleiter und hörenswerter Solist zugleich war.
Mit mehr als 200 Zuhörern war der „Konzertsaal“ bis zum letzten Platz gefüllt, zumal Dr. Herbert George das Konzert im Gedenken an seine kürzlich verstorbene Frau Ursula durch eine private Spende finanziert und in Zusammenarbeit mit dem Kirchbauverein Odendorf der evangelischen Kirche Swisttal auf die Beine gestellt hatte. Die Zuhörer wurden Zeuge eines spektakulären Auftritts der vier jungen Streicher aus Köln mit Werner von Schnitzler an der Spitze sowie Axel Haase, Sebastian Bürger und Yan Vaigot.
Ob Adagio, Scherzo oder Allegro, das perfekt aufeinander abgestimmte Streicherquartett fand immer den richtigen Bogenstrich mit nuancierten Tempoverschärfungen und exaktem Timing. Bei Joseph Haydns „Sonnenaufgangsquartett“ B-Dur zeigten sie ebenso ihre virtuoser Fingerfertigkeit wie bei Caesar Francks Sonate A-Dur für Violine und Klavier, bei der das Schnitzler-Quartett von Cosmin Boeru am Klavier ergänzt und komplettiert wurde.
