Allgemeine Berichte | 21.07.2016

Nürburgring-Sammler aus Leidenschaft

Im Rahmen der Recherche für sein Buch „90 Jahre Nürburgring - 60 Jahre live dabei“ hat Motorsportjournalist Klaus Ridder Kurt Schumacher in Müllenbach besucht, der alles sammelt, was mit dem Nürburgring zu tun hat

Nürburgring-Sammler aus Leidenschaft

Im Rahmen der Recherche für sein Buch „90 Jahre Nürburgring - 60 Jahre live dabei“ hat Motorsportjournalist Klaus Ridder Kurt Schumacher in Müllenbach besucht. Schumacher sammelt so alles, was mit dem Nürburgring zu tun hat.

Müllenbach ist ein Ort südlich des Nürburgrings – da ist die Welt noch in Ordnung. Im Winter ist, wie überall in der Eifel, „tote Hose“. Vom heutigen Nürburgring ist man etwa vier Kilometer entfernt, früher war das mal anders, da lag der Ort direkt an der Südschleife und die berüchtigte „Müllenbachkurve“ hatte es in sich.

Motorsport im Schaufenster

Mitten im Ort eine Kirche, man ist gut katholisch und feiert natürlich auch Karneval.

In der Kirchstraße, die von der Hauptstraße in der Ortsmitte links abgeht (vom Nürburgring kommend), ist links ein Friseurgeschäft und auffallend daran ist die Schaufensterdeko: Rennwagen und Siegerschleifen.

Frisieren und sammeln

Kurt Schumacher sammelt so alles, was mit dem Nürburgring zu tun hat. 2015 war Klaus Ridder mit ihm unterwegs nach Pforzheim. Schumacher kaufte bei Gisela Herbsrith, der Tochter des Nürburgringerbauers Dr. Otto Creutz, das Gästebuch ihres Vaters, in dem berühmte Gäste wie Rudolf Caracciola (Gewinner des ersten Rennens auf dem Nürburgring und dreimaliger Europameister) oder der berühmte Eifelmaler Fritz von Wille sich verewigt haben. Wenn Fritz von Wille zu Gast war, zeichnete er immer etwas in das Gästebuch, einen Rennwagen, eine Landschaft oder auch einen Weihnachtsgruß.

Kurt Schumacher stellte auch seine erworbenen Exponate der Nürburgring GmbH zur Verfügung. Leider ist wohl manches davon in dem Wirrwarr nach der Kafitz-Ära abhanden gekommen.

Eigentlich ist Kurt Schumacher Friseur, aber seine wahre Leidenschaft gilt der Nordschleife und dem Sammeln. „Ich bin verrückt, ein ‚Workalkoholic‘“ ,sagt er von sich selbst. „Einfach ein paar Dinge sammeln ist keine Kunst. Sie müssen zusammenpassen, eine Geschichte erzählen.“ Und Schumacher ist Perfektionist. Seit vielen Jahren ist Schumacher der „Archäologe“ des Rings. Sein Talent, Relikte aus längst vergangenen Zeiten aufzuspüren, spricht sich herum. Viele Menschen rund um den Nürburgring haben oftmals noch etwas in der Schublade und bringen es zu Kurt Schumacher, weil sie wissen, dass es dort gut aufgehoben ist und der Nachwelt erhalten bleibt.

Der langjährige Geschäftsführer des Dorint Hotels Josef More` bat ihn einst, eine Sammlung für die Hotelbar ‚Cockpit‘ zu beginnen – und die Hotelbar ist mittlerweile so voll, dass viele Exponate sogar unter der Decke kleben. Dabei ist auch ein uniformierter Nürburgringmitarbeiter mit einer Geldtasche und einer runden Blechdose, die die aufgerollten Eintrittskarten enthielt. So bleiben diese einmaligen Anschauungsstücke der Nachwelt erhalten und die Barbesucher staunen.

Sohn Tim sammelt Autogramme

Angesteckt vom Vater wurde auch der Sohn Tim, er ist heute Bänker und immer noch Ferrari-Fan. Immer, wenn ein Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring stattfand, war der Sohn im Dorint Hotel und hat auf die Fahrer aufgepasst. Vom gleichnamigen Michael Schumacher hat er Autogramme – aber auch von anderen Formel 1-Rennfahren wie Jean Alesi , Mika Häkkinen oder Fernando Alonso.

Kurt Schumacher sammelt nicht nur selbst, sondern verschenkt auch gerne Exponate, die er doppelt hat oder nicht in seine Sammlung passen – so bekam Ridder beim letzten Besuch ein Buch von Manfred v. Brauchitsch und eine Postkarte von Rudi Altig auf der Nordschleife. Übrigens, Rudi Altig ließ sich vom Müllenbacher Friseur auch schon die Haare schneiden, da war Kurt Schumacher aber noch in der Ausbildung bei einem anderen Friseurmeister in Andernach.

Resümee

Viele Menschen am Nürburgring haben noch etwas vom Nürburgring in der Schublade. Es wäre schade, wenn es für die Nachwelt verloren geht. Bei Kurt Schumacher sind solche Exponate und Bilder gut aufgehoben.

Geschichten und Bilder gesucht!

Autor Klaus Ridder sucht für sein Buch „90 Jahre Nürburgring - 60 Jahre live dabei“ weitere Zeitzeugen sowie Geschichten und Bilder aus alten Nürburgring-Tagen, hier insbesondere von dem ersten Nachkriegsrennen 1947. Kontakt: Klaus Ridder, Tel.: (0049) 2241 1201863, Email: gefahrgutridder@t-online.de. Weitere Infos online auf www.motorsportridder.de und www.klaus-ridder.de.

Klaus Ridder

Nürburgring-Sammler aus Leidenschaft
Nürburgring-Sammler aus Leidenschaft

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Heimat aktiv erleben
Image
Innovatives rund um Andernach
Auszubildende:r im Bereich Fachkraft für Veranstaltungstechnik
Empfohlene Artikel
Die Ehlinger Straße in Heimersheim.  Foto: ROB
26

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der Kalenderwoche 26 vom 22. bis 28. Juni 2026 plant die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Erhöhung der Verkehrssicherheit mobile Geschwindigkeitskontrollen. Die Messungen sollen im Stadtteil Heimersheim in der Ehlinger Straße sowie im Stadtteil Ramersbach in der Mayener Straße stattfinden.

Weiterlesen

Die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Mitmachprogramm.  Fotos:WAMFO.de
22

Andernach. Wenn es darum geht, Kindern klassische Musik auf unterhaltsame und lebendige Weise näherzubringen, gehört Marko Simsa zu den ganz Großen seines Fachs. Der 1965 geborene Wiener, Vater von zwei erwachsenen Söhnen, widmet sich seit mittlerweile 40 Jahren mit großer Leidenschaft der musikalischen Bildung junger Menschen. In dieser Zeit hat er 54 unterschiedliche Konzertprojekte in den verschiedensten Besetzungen entwickelt und auf die Bühne gebracht.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die niedergebrannte Zimmerei von außen.
1738

Firmenhalle einer Zimmerei in Brohltal-Ost brennt in der Nacht auf Samstag bis auf die Grundmauern ab

20.06.: 110 Feuerwehrleute und Helfer kämpfen gegen die Flammen

Niederzissen. Die Werkhalle der Zimmerei Reimund Müller im Industriegebiet Brohltal-Ost ist in der Nacht zum Samstag ein Raub der Flammen geworden. Der Feueralarm bei der Feuerwehr Brohltal ging um 22.50 Uhr ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte die Fabrik bereits lichterloh. Feuerwehren aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und auch Andernach wurden umgehend zur Verstärkung angefordert, sodass rund 110 Feuerwehrleute und Helfer in der Nacht gegen ein Ausbreiten des Großfeuers kämpften.

Weiterlesen