Oberwinterer Tollitäten leben Tradition und Integration
Oberwinter. Mancher Jeck wird sich in den letzten drei Monaten verwundert die Augen gerieben haben. Was steht denn da als Vertretung für den Remagener Stadtteil Oberwinter auf der Bühne?
Prinzessin Sylvia I. ist im Alltag Chefin einer Sicherheitsfirma und seit gut einem Jahr Pächterin des letzten in Wölle (Oberwinter) verbliebenen Bierlokals nach alter Tradition. Ursprünglich ein Mädchen aus Bonn hat es sie vor einigen Jahren nach Oberwinter verschlagen. Hier erfüllt sie sich in dieser Session ihren Kindheitstraum „einmol Prinzessin ze sin“. Mit Liebreiz, Humor und tollen Ideen führt sie zusammen mit ihrem Prinz Rafael I. seit dem 16. November 2024 die Narrenschar durch die fünfte Jahreszeit.
Sein Name gibt den ersten Hinweis auf „von he kütt er wahrscheinlich nit!“ Wenn man ihn sieht, weiß man ziemlich sicher, dass er von sehr weit weg kommt. Genau gesagt ist seine ursprüngliche Heimat Guatemala.
Rafael ist seit ca. 15 Monaten in Deutschland. Er lernt die Sprache, macht eine Ausbildung und nennt seine Narrenschar inzwischen „seine neue Familie“. Schöner kann man Integration und Tradition nicht verbinden.
Er erobert durch seine Art die Herzen der Jecken im Sturm. Was man bei der einen oder anderen Ansprache nicht auf Anhieb versteht, vermittelt er durch seine Offenheit, sein Strahlen und den sichtlichen Spaß, den er bei allen Auftritten zeigt.
Gerade in dieser Zeit, wo das Einstehen für Werte wie Menschlichkeit, Tradition, Integration und Demokratie so wichtig ist, zeigt das Prinzenpaar aus Oberwinter, wie es geht.
Sylvia und Rafael leben ihr Sessionslied, den „Stammbaum“ von den Bläck Fööss: „Su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve Sproch … dat es jet, wo mer stolz drop sin !“
In seiner Antrittsrede hat es Prinz Rafael I. auf den Punkt gebracht: „Der Karneval ist eine Zeit zum Genießen, aber auch eine Zeit, um daran zu denken, was es bedeutet, Teil dieser großen Familie zu sein, die Deutschland ausmacht.“
