Vorjahres-Projekte geben Anreize für Teilnahme am Wettbewerb „Grünes Stadt - Grünes Dorf“
Ökologische Wiederbelebung von Brey
Kreis MYK. Auch in diesem Jahr unterstützt der Landkreis Mayen-Koblenz im Rahmen des Projektwettbewerbs „Grünes Stadt - Grünes Dorf“ erneut Privatpersonen, Initiativen, Vereine und Kommunen, die ihre Orte nachhaltiger und naturnäher gestalten möchten. Damit wird der Wettbewerb nach 2020 bereits zum zweiten Mal durchgeführt. „Bereits bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr wurden viele tolle Projekte eingereicht und inzwischen umgesetzt“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig, der auch in diesem Jahr auf eine große Beteiligung hofft. Eines der Vorzeige-Projekte aus dem Vorjahr ist das Projekt „Grüne (ökologische) Wiederbelebung der Gemeinde Brey“, das langfristig als kommunale Biodiversitätsstrategie für Brey etabliert werden soll.
Im Besonderen gefiel der Wettbewerbsjury, dass das Konzept den gesamten Ort umfasst und dadurch viele verschiedene Standorte und Personengruppen mit einbezieht. Inzwischen konnte in der Gemeinde Brey mit vielen ehrenamtlichen Helfern wie der Arbeitsgemeinschaft „Natur und Umwelt“ und den Gemeindearbeitern trotz der Corona-bedingten Einschränkungen eine Vielzahl an Maßnahmen umgesetzt werden, die auf verschiedene Weisen der Biodiversität vor Ort dienen. Noch Ende des vergangenen Jahres wurde eine neue Hochstamm-Streuobstfläche in einem bestehenden Weinberg angelegt. Zur Erhaltung und Erziehung älterer Obstbäume wurden sowohl Apfel- und Birnensorten als auch Zwetschgen und Mirabellen in und um Brey zurückgeschnitten. Da Brey früher, wie weite Teile des Mittelrheintals, ein Anbaugebiet für Süßkirschen war, wurden fünf regionaltypische Mittelrheinkirschen wie die „Breyer Marmorkirsche“, oder die „Breyer Längliche“ nachgepflanzt, um dieser Tradition zu folgen. Mit der Installation neuer Nistkästen für Steinkauz, Haussperling und Mehlschwalbe, der Säuberung und Instandsetzung bereits bestehender Vogelnistkästen und der Errichtung einer Benjeshecke wurden neue Rückzugsorte und Brutmöglichkeiten für Vögel und andere Tiere geschaffen. Des Weiteren wurden Freischneidearbeiten auf Magerwiesen und Magerrasengesellschaften durchgeführt, welche zum Erhalt der dortigen Flora und Fauna wie zum Beispiel dem Helmknabenkraut beitragen.
Um die Biodiversität auch innerorts mehr in den Fokus zu rücken wurden auf öffentlichen Grünflächen standortgemäße Blumenmischungen eingesät und das Straßenbegleitgrün durch Neupflanzungen erweitert. Für alle Bürger, die während der Umsetzung des Konzeptes ihren grünen Daumen entdeckt haben, wurde ein gemeinsamer Dorfgarten ins Leben gerufen, welcher nach den Richtlinien der Permakultur betrieben wird.
Durch den Landkreis Mayen-Koblenz wurde lediglich ein Teil der genannten Maßnahmen im Rahmen des Wettbewerbs unterstützt. Alle weiteren Maßnahmen wurden in Eigeninitiative der Gemeinde Brey zusammen mit großem ehrenamtlichem Engagement in vorbildlicher Weise umgesetzt.
Für den diesjährigen Wettbewerb können noch bis Ende August Ideen zu Projekten für mehr Artenvielfalt bei der Kreisverwaltung eingereicht werden. Die Projektideen werden von einer Jury beurteilt und erhalten je nach Art und Größe der Maßnahme eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200 bis 4.000 Euro. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie die Vorlage für die Projektskizze erhält man im Internet unter www.kvmyk.de/gruenesdorf oder direkt bei Dr. Rüdiger Kape, Tel. 0261/108-420, E-Mail: ruediger.kape@kvmyk.de oder Lina Jaeger, Tel. 0261/108-417, lina.jaeger@kvmyk.de.
Die Arbeiten zum Einsähen an der Alten Straße.
Die blühende Wiese sorgt für mehr Artenvielfalt in Brey.Fotos: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
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