Ökumen. Flüchtlingsinitiative Vallendar
Offener Brief an Politik und Gesellschaft
Vallendar. Solidarität mit Flüchtlingen und eine „sachlich korrekte Art des Redens und Handelns“ fordert die Ökumenische Willkommensinitiative in Vallendar in einem offenen Brief an Politik und Gesellschaft. Zu der Initiative gehören die katholische Pfarreiengemeinschaft Vallendar, die evangelische Gemeinde Vallendar und das Haus Wasserburg, die Jugendbildungs-gGmbH der Pallottiner. In dem Brief spricht sie sich gegen „pauschalisierende Stimmungsmache“ und „das Spiel mit den Ängsten von Menschen“ aus. Anlass für den Appell, der sich vor allem an die Politik richte, sei der „sich verschärfende Ton im Wahlkampf“, so die Unterzeichner.
Der Brief ruft auf zu Solidarität, Selbstkritik und der Bereitschaft zur Veränderung.
Wer sich ernsthaft mit den geflüchteten Menschen und den Ursachen und Folgen von Flucht und Vertreibung auseinandersetze, der wisse um die oft Generationen überdauernden Nachwirkungen des Erlebten. Schutzsuchende bräuchten in erster Linie Schutz und Menschen, die helfend zur Seite stehen. Der Brief wirft die Frage auf, ob Helfen noch mehrheitsfähig sei und der Schutz von Asylsuchenden heute keine Konvention mehr sei. Die Unterzeichner des Briefes wehren sich gegen eine Vereinnahmung der Meinungshoheit über das Thema „schutzbedürftige Menschen“ durch fremdenfeindliche Akteure, die sich die „Rettung des christlichen Abendlandes auf die Fahnen geschrieben haben“.
Die Initiative in Vallendar sei aus gemeinsamen Überlegungen christlicher Kirchen und Gemeinschaften vor Ort erwachsen, die um die „Zerbrechlichkeit eines biblisch-christlichen Grundverständnisses angesichts handfester politischer und wirtschaftlicher Interessen“ wisse. Dennoch erwarte man von den politisch Verantwortlichen eine „ernsthafte Debatte und die Bekämpfung anhaltender und künftiger Fluchtursachen und Krisenverstärker“.
Einzusehen ist der Brief im vollen Wortlaut im Internet unter: www-pfarrei-vallendar.de.
