Grandiose Darbietungen beim 14. Mundartabend der Prinzengarde Mendig
„Oos Läwe zwösche Beer un Basalt“
Mendig. Der Prinzengarde Mendig ist es am vergangenen Samstag wieder einmal vortrefflich gelungen, im Rahmen ihres 14. Mundartabends ein Spitzenprogramm in der ausverkauften Laacher See-Halle auf die Bühne zu bringen. Die beiden Moderatoren Edgar Girolstein (Brauer) und Tim Herrmann (Layer) versprachen nicht zu viel, als sie den Gästen zu Beginn des Abends viele Darbietungen ankündigten, die sowohl die Lachmuskeln der Zuhörer strapazierten als auch mitunter nachdenklich stimmten.
Von sieben bis 92 Jahre alt
Während die älteste Akteurin des Abends, die 92-jährige Magdalena Kasper, das Event mit ihrem Vortrag „Die Werbeveranstaltungen“ eröffnete und über einige Anekdoten aus ihrer Jugendzeit berichtete, faszinierte der mit sieben Jahren jüngste Spross Tom Herrmann mit dem gekonnt und textsicher intonierten Mennijer Junggesellenlied. Mit der Fortsetzung der „Schöpfungsjeschicht“ gelang dem Obermendiger Lothar Spitzley, eine interessante Verbindung zwischen Evolution und kulinarischen Genüssen. Anschließend entführte er das Publikum auf eine Reise in die „Joode ahle Zäit“. Mit den Liedvorträgen „Mir kummen aus dem Morjenland“, „Dehäm in Mennesch“ und „Mennijer Mädche“ sorgte Hans Peter Kranz für die ungeteilte Begeisterung des Publikums.
Irmgard Müller, die schon vier Mal die Mundartbühne erfolgreich gestürmt hatte, überzeugte diesmal mit Geschichten von „Mein Uma un ihr Zänn“ und der herrlichen Erläuterung unterschiedlicher Stromarten, in deren Verlauf sie eindrucksvoll zu berichten wusste, dass Strom einmal dick- und ein andermal dünnflüssig sei und vor allem abends zum Schlafen in den Kühlschrank gehe.
Krimiautor Markus Theisen gab sein Debüt
Als Newcomer gab der inzwischen recht bekannte Krimiautor Markus Theisen sein Debüt, indem er seine Gedanken mit dem Vortrag „Thüere Platt tswöschen Beer un Basalt“ zum Besten gab. Ein besonderes Highlight waren wieder die unplugged und unnachahmlich vorgetragenen Lieder des über die Region hinaus beliebten Kellbach Trios, wie zum Beispiel: „Sauebroode“, „Ech han en Deckel“ und „Mir seijn jedaaft met Wasser vom Lööche See“.
Auch der Urniedermendiger Lothar Wüsthoff gab sein bemerkenswertes Debüt mit der Posse „Bi de Niedermennijer Mattes mit seiner Schöpp a Wonner hat vollbrach“ oder: „Wo ist das Geschäft geblieben?“. Über „Trumps Klimapolitik un de Auswirkungen off Mennesch“ diskutieren „Talkmaster“ Nico Junglas, Anne Dernbach, Jürgen Reimann und Tim Herrmann.
Zum ersten Mal stand Andreas Geisen mit seiner Gitarre auf dieser Bühne und trug Welthits auf Mennijer Platt vor. Selbstverständlich war auch das „Mundart-Urgestein“ Gerd Bous mit von der Partie und berichtete in seiner unnachahmlichen Art über „Makaberitäten“, bei denen es sich wohl um wahre Begebenheiten handelte. Bereits zum zweiten Mal hatte der „Star-Autor“ Hans Astor eine brisante politische Sitzung aus den 50er Jahren zur Entwicklung des Mendiger Flugplatzes aufbereitet, die auf einem Original aus dem Mendiger Stadtarchiv basierte. Dirk Reutelsterz, der diese Stadtratssitzung in seiner Paraderolle als nörgelnder „Owemennijer“ mit dem Moped besuchte und für allerlei Turbulenzen sorgte, löste bei den Besuchern wahre Lachsalven aus.
Nächster Mundartabend im Jahr 2019
Bevor die Prinzengarde den wunderbaren Abend mit ihrem „Prinzengardelied“ beendete, bedankte Kommandeur Edgar Girolstein sich für das vorbildliche Engagement aller Aktiven und lud das Publikum bereits zum nächsten Mundartabend 2019 ein. FRE
