Rommersdorf-Festspiele bieten viel Abwechslung - Die drei Tenöre
Opernklassik in der Abteikirche
Neuwied. Auch in diesem Jahr bleiben die Rommersdorf-Festspiele ihrem bewährten Credo treu. Musik, Gesang, Schauspiel und Comedy wechseln sich von Vorstellung zu Vorstellung ab. Für jede Generation ist etwas dabei. Unter den älteren Semestern dürften die drei Tenöre zu den Highlights gehört haben. Die Opernklassik zauberte in der Abteikirche eine besondere Atmosphäre. Viele erwartungsvoll-freudige oh´s und ah´s gab das Publikum ein ums andere Mal von sich, als Stefan Lex die einzelnen Titel ansagte. Das bei den drei Tenören ausordentlich viele Heimbach-Weiser anwesend waren, lag an Michael Kurz. Dessen Karriere, die ihn an die berühmten Opernhäuser in Mailand und Paris führte, begann in der elterlichen Autowerkstatt im Dorf. Als der junge Michael Kurz bei der Reparatur des Autos von Professor Reinhard Leisenheimer ein Liedchen sang, war der Hochschullehrer von dessen Stimme völlig begeistert. Er holte ihn an die Musikhochschule Köln, und das Leben von Michael Kurz nahm eine überraschende Wendung. Nach dem Tod von Prof. Reinhard Leisenheimer taten sich die Freunde Stefan Lex, Thomas Heyer und Michael Kurz als Tenöre zusammen. In der Abteikirche waren die Soli ein musikalischer Hochgenuss, die im Trio, unter anderem bei Rossinis Tarantella La Danza seine Vollendung fanden. Daran hatte die preisgekrönte Pianistin Sigrid Althoff einen nicht unerheblichen Anteil. Die Lebensgefährtin von Stefan Lex, eigentlich ein Chormusiker, begleitete die Tenöre durch den Abend. Mit einer Hommage feierte das Trio den 1921 verstorbenen Italiener Enrico Caruso. Für Moderator Stefan Lex der größte Tenor aller Zeiten. „Grüße mir mein schönes Wien“, wählte Michael Kurz aus der Operette Gräfin Mariza aus. „Freunde, das Leben ist lebenswert“, sang Thomas Heyer das Lied des Octavios aus der Operette Giuditta. Der Professor hat an der Musikhochschule Frankfurt schon so manches Talent herausgebracht. Förmlich in die Herzen der weiblichen Besucher sang sich Thomas Heyer mit der Blumenarie aus Carmen auf Französisch. Frauen und Liebe führten als roter Faden durch den Abend. Da war die Arie von Stefan Lex über den unglücklich verliebten Mann, dessen Eltern eine ganz andere für den Sohn auserwählt hatten, oder das Stück über die schöne Frau. Man(n) merke sich: „Eine schöne Frau gehört einem nie ganz allein“. In diesem Sinne ergänzten spritziger Humor und amüsante Anekdoten den über zweistündigen Konzertabend.
FF
