Allgemeine Berichte | 11.02.2022

Mayener Forum gegen Gewalt

Opferschutz durch Täterarbeit

Täterarbeitseinrichtung (TAE) „Contra häusliche Gewalt“ bezieht Stellung

Mayen. Zum „Mayener Forum gegen Gewalt“, eine Initiative gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, zählen verschiedene Institutionen und Einrichtungen, so auch u.a. die IST Interventionsstelle Mayen des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e.V., Gleichstellungsbeauftragte, Polizei und jetzt auch die Tätereinrichtung (TAE) „Contra häusliche Gewalt“. Diese nimmt bei seiner Arbeit mit Tätern Konfliktlösungsstrategien in den Blick, ein entscheidender Beitrag zur Gewaltprävention und zum Opferschutz. Jeder Erwachsene, der in partnerschaftlichen Konfliktsituationen zu gewalttätigem physischen und psychischen Verhalten neigt, kann zur Tätereinrichtung (TAE) kommen, wobei dieser Schritt den Personen in der Regel von der Polizei oder dem Jugendamt nahegelegt bzw. von der Staatsanwaltschaft angeordnet wird. In Erstgesprächen, die zeitnah ca. zwei Wochen nach der Tat stattfinden, haben der Täter, manchmal auch die Täterin, Gelegenheit, die Situation der Partnerschaft aus der eigenen Sicht darzustellen, wobei es dann häufig zu Schuldzuweisungen kommt: „Meine Frau hat doch angefangen, ich kann mir doch nicht alles gefallen lassen“, „Mein Ziel ist es, dass meine Frau zurückkommt, helfen sie mir dabei“ oder „Wenn sich meine Frau ändert, dann gibt es auch keine Gewalt mehr.“ Veränderung ist aber nur möglich, wenn der Täter an sich selbst arbeitet. Das eigene Verhalten kann ein Mensch nur selbst steuern. Veränderungen im Verhalten des Täters führen über kurz oder lang auch zu Veränderungen in der Partnerschaft. Um mit dem Täter arbeiten zu können, braucht es eine wenigstens minimale Tateinsicht und den Wunsch, sein Verhalten ändern zu wollen. Wenn es gelingt, dem Täter im Erstgespräch das Gefühl zu geben, anerkannt zu sein in seiner Wahrnehmung und sich gleichzeitig eine Perspektive aufzeigt, dass er tatsächlich fähig sein könnte, den Weg aus der Gewalt zu gehen, kommt es zu weiteren Einzelgesprächen. Familiäre Hintergründe, die Geschichte der Paarbeziehung, Konfliktthemen in der Partnerschaft und deliktbezogene Anamnesen sowie gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien sind Themen dieser Gespräche. Sobald sich genug Teilnehmer für ein geschlossenes Gruppentraining angemeldet haben, beginnt die Gruppenphase mit 24 zweieinhalbstündigen Gruppensitzungen, die durch ein Nachsorgetreffen ergänzt werden, das circa drei Monate nach Abschluss des Gruppentrainings stattfindet. Am Ende des Trainingsprogramms sind die Teilnehmenden deutlich zufriedener mit sich und ihrem Leben. So profitieren nicht nur die betroffenen Frauen und Kinder, sondern auch die Täter selbst von einer Teilnahme am Programm der TAE. Da die Täterarbeitseinrichtungen in Rheinland-Pfalz eine Grundförderung durch die Landesregierung erhalten, ist es möglich, das Trainingsprogramm für einen Kostenbeitrag von 1 Euro pro Termin anzubieten. Hinzu kommen die Fahrtkosten, die jeder selbst tragen muss. Träger der TAE „Contra häusliche Gewalt“ ist der Verein Bewährungshilfe Koblenz.

Kontakt:

Contra häusliche Gewalt Verein Bewährungshilfe Koblenz e.V.

Hoevelstraße 22

56073 Koblenz Telefon:

(01 60) 94 92 97 27 oder

(02 61) 2 01 69 87

E-Mail: koblenz@contra-haeusliche-gewalt.de

www.contra-haeusliche-gewalt.de

Weitere Informationen zum Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen finden sich auf der Homepage des Mayener Forums gegen Gewalt: www.mayener-forum-gegen-gewalt.de

Pressemitteilung

Caritasverband

Rhein-Mosel-Ahr e.V.

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