Allgemeine Berichte | 22.01.2018

Kooperation der Wäller Theatergruppe, Schauspielschule Koblenz, Puppenspiele Koblenz und Koppelgucker Heiligenroth

Orientalisches Wällermärchen

Gemeinschaftsproduktion versetzt den Konflikt zwischen Abendland und Morgenland märchenhaft und humorvoll in den Westerwald

Stark beeinflusst wird der Sultan (Mitte) unter anderemvon seinem Berater und der Wirtin Trude.

Daubach. Das Telefon klingelt. Die verwitwete Wirtin „Trude, die Gute“ (Elke Wolf) aus dem Gasthaus Eulenstube ist ganz aus dem Häuschen. Der Berater des Sultans (Gianluca Cantara) ist an der Strippe und kündigt an: Heute kommt ein Sultan (Emre Oezen) nach Daubach. Und die Herausforderung gilt: Aus der Westerwälder Hütte muss eine orientalische Wohlfühloase werden.

Wirtin Trude wittert Morgen(land)luft. Auch sie selbst will sich kräftig herausputzen, denn sie hat gehört, dass die Frau des Sultans vor ein paar Monaten gestorben sei. Dieser braucht also dringend Tapetenwechsel, denn er befindet sich im Konflikt mit seinem Nachbarland, und die Gesandten mit dem Friedensangebot kehren alle nicht in ihr Heimatland zurück. Der Sultan lässt sich die Reise aus dem Orient in den Westerwald einiges kosten: Sieben Rolls Royce hat er kaputtgefahren und geschrottet auf dem Weg zur Eulenstube, und vergangenes Jahr waren es sogar noch mehr.

Botschafter im Nachbarland: Keiner kehrt zurück

Auch der Verschleiß an Abgesandten ins befeindete Nachbarland geht inzwischen ins Unermessliche. Keiner ist bisher ins Land des Sultans zurückgekehrt. Sind sie alle getötet worden? Keiner im Land des Sultans lässt sich mit dieser heiklen Mission mehr betrauen. „Aber hier im Westerwald dürften wir wohl jemanden finden“, ist sich der Berater des Sultans sicher, als er mit ihm die Wirtsstube betritt.

Eine äußerst erfolgsversprechende Methode aus dem Reich der Germanen, genannt „DSDS“ (Deutschland sucht den Superstar), könnte der Sultan für sich abwandeln, um den lustigsten Kandidaten herauszufiltern. Denn ein lustiger Delegat würde vielleicht gnädiger behandelt und bliebe länger verschont. Der erste Bewerber, Cato alias Timo Holzem, treibt Maria (Chantal Steiner), Tochter des Sultans und Jurymitglied, in die Flucht. Er präsentiert ein Gedicht über das, majestätisch ausgedrückt, Resultat seines Nasenbohrens an seinem Finger, das jeweils durch Händedruck weitergegeben wird.

Der nächste Bewerber, Siegfried aus Ruppach-Goldhausen (Sebastian Moschek), hat seine Freunde Gabi und Joachim im Koffer mitgebracht. „Haben Sie die gevierteilt, oder was?“, reagiert der Sultan entsetzt. Doch auch die Tatsache, dass sich im Koffer keine echten Menschen, sondern zwei Handpuppen befinden, kann die Jury aus Vater und Tochter nicht überzeugen. Maria flüchtet wieder.

Aus bis dahin unerfindlichen Gründen hat sie darauf „keinen Bock“ mehr. Der Sultan reagiert zunehmend irritiert: „Das, was hier abgeht, passt auf keine Kamelhaut!“ Der nächste Kandidat steigert die Dramatik ins Unermessliche, als sich der Inhalt seines mitgebrachten Koffers als 20 Liter Nitroglycerin entpuppt. Der Wachmann des Sultans stoppt ihn rechtzeitig.

Ein weiterer Bewerber, Rufus, kommt mit einem Empfehlungsschreiben von Dieter Bohlen. „Der scheint mir genau richtig zu sein, so dämlich er sich auch anstellen mag“, urteilt der Sultan verzweifelt. Er hatte sich eigentlich vorgenommen, noch vor Anbruch der Dunkelheit einen neuen Gesandten zu finden. „Nun, was ist Ihr Talent?“ „Pass mal auf, Sultan“, antwortet der, trinkt aus der Bierflasche und füllt die Gaststube mit Seifenblasen. „Ausgezeichnet, großartig, genau Sie haben wir gesucht!“ Doch das Casting wird just unterbrochen. Rufus kneift. Der Berater nimmt den Nächstbesten. „Das geht nicht“, interveniert Maria. „Das ist doch eine Frau, und Frauen sind doch bekanntlich schwache Kreaturen.“

Eckdübel und Fadenreiniger

Als Gipfelpunkt der Überraschung steht der feindliche Herrscher aus dem Nachbarreich Mahagonien (Sebastian Moschek) selbst in der Gaststube. „Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, Ihnen persönlich für Ihr Friedensangebot zu danken.“ Es stellt sich heraus, dass eigentlich schon seit Jahren Frieden zwischen den beiden Herrschern ist. „Tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe.“ Einer der vielen nicht zurückgekehrten Gesandten (Richard Wagner) taucht auf. Er habe sich schon vor Jahren im Westerwald niedergelassen, weil er seine ihm zugewiesenen Aufgaben nicht erfüllen konnte. „Eckdübel und Fadenreiniger“ sind im ganzen Land nicht zu finden. Diese unerfüllbare Suchaufgabe hatte sich die Tochter des Sultans ausgedacht. Um nicht irgendeinen zurückgekehrten Gesandten zuhause heiraten zu müssen, was ihr Vater als Belohnung ausgepriesen hatte, habe sie jedem Gesandten unerfüllbare Aufgaben gestellt.

Ende gut, alles gut. Maria darf ihren als Frau verkleideten Geliebten heiraten. Der Sultan stimmt zu. „Letzen Endes war es die Liebe, die meine Tochter so handeln ließ!“

Wirtin Trude aus der Eulenstube will dem Sultan (links)von Anfang an schöne Augen machen. Fotos: GBA

Wirtin Trude aus der Eulenstube will dem Sultan (links) von Anfang an schöne Augen machen. Fotos: GBA

Ganz überzeugt ist Maria, die Tochter des Sultans,von SSDS („Sultan sucht den Superstar“) nicht.

Ganz überzeugt ist Maria, die Tochter des Sultans, von SSDS („Sultan sucht den Superstar“) nicht.

Orientalisches Wällermärchen

Wirtin Trude hat sich zum obligatorischen Happy End für den Sultan herausgeputzt. Der reagiert nicht ganz unbeeindruckt.

Wirtin Trude hat sich zum obligatorischen Happy End für den Sultan herausgeputzt. Der reagiert nicht ganz unbeeindruckt.

Stark beeinflusst wird der Sultan (Mitte) unter anderemvon seinem Berater und der Wirtin Trude.

Stark beeinflusst wird der Sultan (Mitte) unter anderem von seinem Berater und der Wirtin Trude.

Stark beeinflusst wird der Sultan (Mitte) unter anderem von seinem Berater und der Wirtin Trude.

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