Allgemeine Berichte | 21.11.2024

Aufarbeitung der Kempenicher Ortsgeschichte

Originale in der Enggasse

Erich (links) und Rudolf (rechts) Porz.  Foto: privat

Kempenich. In der Enggasse existieren heute nur noch 5 Häuser von ursprünglich 13 Häusern vor 1970. Kreissparkasse und Volksbank haben sich zwischenzeitlich neue Standorte in der Dorfmitte gesucht, sodass etliche Häuser abgerissen wurden. Darunter auch die ehemalige Wohnstätte von einigen Originalen – nur einer wohnt noch in der Straße. Schneidermeister Ernst Doll fiel auch in diese Kategorie. Er machte seine Arbeit am offenen Fenster und sprach mit jedem der vorbeigehen wollte. Oft auch laut und ausfallend. Sein Nachbar Jakob Schmitz erhielt den Namen „Hänneköbes“, weil er dem damaligen Pastor einen Hahn entwendet hatte. Im Nachbarhaus Porz wohnten die Söhne von August, Rudi und Erich. Sie wurden bekannt als „Rüüdche der Dorfpoet“ und „Eeche das Rechengenie“. Humor, Schlagfertigkeit, Intelligenz oder Kempenicher Karnevalsgericht, dies sind nur einige der Attribute, die mit den Namen der Brüder Erich und Rudolf Porz verbunden sind.

Erich, der jüngere der zwei Brüder, kannte sich in vielen Sprachen aus, Zahlen und Mathematik waren seine Welt. Er arbeitete bei der Firma Wilms im Sägewerk als Buchhalter. Als eines Tages ein schnittiger Wagen am Bürohaus an der Hannebacher Straße vorbeifuhr, wollte sein Chef, Karl Wilms, von ihm wissen: „Erich, was ist das für ein Auto?“. Erich Porz, der mit so banalen Dingen wie Automarken, PS oder gar Hubraum nichts zu tun hatte, antwortete schlagfertig: „Eh schwazzet“.

„Et Rüüdche“ war mehr der poetischen Art zugetan. Dabei waren es oft konkrete Situationen dörflichen Geschehens, die durch die Kraft seiner Worte das Gemüt seiner Mitmenschen bewegte. Mochten es nun freudige oder traurige Anlässe sein. Gleichgültig welche Schilderungen Rudi Porz in seine Reimkunst kleidete, sie waren stets geprägt von eigener Note, geformt aus guter Beobachtung und tiefer Einfühlung.

Das nächste Treffen, es ist insgesamt das einundsechzigste (61), ist am 14. Januar 2025.

Erich (links) und Rudolf (rechts) Porz. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
China Wellness Massage
Kirmes in Sinzig
Sinziger Kirmes
Sommerfest
Räumungsverkauf / Titelanzeige zum Sonderpreis wegen Kurzfristigkeit
Sommerfest der FFW Ahrweiler, 15. – 16.08.26
Empfohlene Artikel
Auch eine Safari-Gruppe war ans Apollinarisstadion gekommen.  Fotos: DU
53

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dass der Fastelovend in der Kreisstadt samt seiner fünf Karnevalsgesellschaften nicht nur Menschen verbindet und gemeinsam feiern lässt, sondern auch für die gute Sache einiges bewegen kann, wurde schon oft eindrucksvoll unter Beweis gestellt – nicht zuletzt durch die berühmte „Hutsitzung“, deren Erlöse unverschuldet in Not geratenen Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler zugutekommen.

Weiterlesen

Dass sich Gäste hier so wohlfühlen, liegt nicht zuletzt an der Familie selbst: Jeder packt mit an!  Foto: ROB
47

Oberwinter. Uhrmachers Restaurant ist in Oberwinter seit Jahren eine feste Größe in der gastronomischen Landschaft. Doch längst hat sich auch der Biergarten zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt und das mit großem Erfolg. Bei der BLICK aktuell-Umfrage zum „Lieblingsbiergarten 2026“ sicherte sich Uhrmachers Biergarten den ersten Platz. Eine Auszeichnung, die zeigt: Dieser Ort hat jede Menge treue Fans.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Kanuwanderfahrer des Neuwieder Wassersportvereins bei ihrem Start in Winningen.
164

Neuwied. Die Kanuten des Neuwieder Wassersportvereins (NWV) unternehmen das ganze Jahr über schöne Kanu-Wanderfahrten auf den heimischen Gewässern. Die kürzlich erfolgte Tagestour führte die Freizeitkanuten von Winningen an der Mosel bis nach Neuwied zum heimischen Bootshaus an der Rheinbrücke. Bei diesem Niedrigwasser auf dem Rhein war das schon ein einmaliges Erlebnis, so die NWV-ler unisono, die...

Von Reiner Bermel aus Neuwied

Weiterlesen

Schifffahrt zum Rheinhafen Koblenz bleibt weiterhin möglich.
387

Hafenbetrieb steht vor besonderen Herausforderungen

Niedrigwasser im Rhein: Schifffahrt nach Koblenz weiterhin möglich

Koblenz. Das derzeitige Niedrigwasser stellt die Schifffahrt und den Hafenbetrieb vor besondere Herausforderungen. Für die Beurteilung der aktuellen Lage der Schifffahrt ist insbesondere der Pegelstand in Kaub von Bedeutung da dieser als wichtige Referenz für die Binnenschifffahrt gilt.

Weiterlesen