Allgemeine Berichte | 04.09.2019, 11:36 Uhr

Starkregenvorsorge für Gimmersdorf

Ortsvertretung stimmt Förderantrag zu Dorfsaalsanierung zu

Bürger wünschen sich Parkkonzept

Innen und außen soll der Saal auf Vordermann gebracht werden.
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Gimmersdorf. Eine besondere Nachricht überbrachte Christoph Fiévet den Angehörigen des Ortsausschusses, bevor er zur Tagesordnung überging: Die Gimmersdorferin Helene Schäfer feierte an diesem Tag ihren 102. Geburtstag. Anschließend stellten Katharina Harck die neue Starkregenkarte für Wachtberg und Sven Lachmann den Fortgang der Sanierungsplanungen zum Dorfsaal vor. Außerdem ging es um die Fahrgewohnheiten nach der Freigabe der neuen Umgehungsstraße und um erste Erfahrungen nach der Umstellung der Busverbindungen für die Schüler.

Unter www.wachtberg-starkregen.de könne man nun anhand einer Starkregensimulation die Wasserabflüsse in Wachtberg gut nachvollziehen, erklärte Katharina Harck. In der Ortsvertretung führte sie vor, wie jeder Bürger mit der Adress-Eingabe-Funktion auf der Seite sein Haus finden und das eigene Überflutungsrisiko abschätzen kann. „Diese Simulation bezieht sich auf einen Regen in der Stärke, wie er statistisch alle hundert Jahre auftritt“, so die Fachfrau. Unter einem eigenen Reiter finden die Bürger Hinweise zu Schutzmöglichkeiten.

Dass für Gimmersdorf die Umgehungsstraße in der Simulation bisher nicht berücksichtigt sei, bestätigte sie. Weil die Abflüsse innerhalb des Ortes aber weitgehend durch Faktoren im Ortsinneren beeinflusst würden, seien auch nach der geplanten Berücksichtigung dieser Daten keine großen Änderungen zu erwarten. Dies bestätigte der Bericht von Christoph Fiévet, nach dem bei einem starken Regen vor wenigen Wochen ein Kanaldeckel auf dem Kommunalweg angehoben worden sei.

Hinsichtlich der Sanierung des Dorfsaals im Rahmen der Umsetzung des Dorfinnenentwicklungskonzepts DIEK sei man um einige Schritte vorangekommen, berichtete Sven Lachmann vom Institut für Regionalmanagement. Nun ginge es darum, den für den Förderantrag gültigen Stichtag am 30. September einzuhalten. Wenn das gelänge, dann wäre bei einem bestmöglichen Ablauf der Planungsvergabe, Ausschreibungen und Auftragsvergaben ein Baubeginn Ende 2020 denkbar. Wenn man den Termin verpasse, weil beispielsweise Genehmigungen nicht rechtzeitig von Behörden oder anderen maßgeblichen Stellen zurückkämen, so verschöbe sich der gesamte Zeitplan um ein Jahr nach hinten. Je nach Gesamtinvestition sei eine Förderung durch das Land mit bis zu 250.000 Euro möglich.

Im Groben habe man bisher, abhängig von der Möglichkeit der Grenzbebauung, zwei Möglichkeiten der Sanierung und Erweiterung ins Auge gefasst: Entweder, man baue ein Stück an den bestehenden Dorfsaal an, oder man baue einen eigeneständigen Gebäudeteil links neben den Dorfsaal und verbinde ihn mit dem bestehenden Saal mit einer Art Laubengang. Beide Varianten hätte ihre Vor- und Nachteile, so Lachmann. Wichtig seien die neuen Möglichkeiten, die für die Gimmersdorfer entstehen. Nach der Sanierung soll es zwei unabhängig voneinander nutzbare Räumlichkeiten im Erdgeschoss und dem Obergeschoss geben, sodass weitere Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren realisiert werden könnten. Zudem solle der Zugang zu den Veranstaltungsorten barrierefrei sein und mehr Lagerraum zur Verfügung stehen. „Die Lagerung von Material auf dem Spitzboden sollte dann nicht mehr üblich, sondern höchstens eine Notlösung sein“, erklärte Sven Lachmann. Die Ortsvertretung stimmte einstimmig für den Förderantrag im Sinne der Ausführungen des Fachmanns.

Ein Parkraumkonzept für Gimmersdorf wünschten sich Ortsvertretung und Bürger nicht nur, um das Parkplatzproblem zu lösen. Man versprach sich davon auch eine Geschwindigkeitsreduzierung der durchfahrenden Fahrzeuge. Ärger gab es unter den Bürgern über die Tatsache, dass viele Autofahrer die neue Umgehungsstraße nicht nutzten, sondern Gimmersdorf weiterhin als Durchfahrtmöglichkeit auf dem Weg zum Nachbardorf nutzten. Man habe den Eindruck, dass viele die Umgehungsstraße „noch nicht auf dem Schirm“ haben. Sitzungsleiter Fiévet bat um etwas Geduld, bis sich die Dinge eingespielt haben.

Offiziell eröffnet wird die lang ersehnte Straße am 16. September um 14:30 Uhr an der Ecke Umgehungsstraße / Kommunalweg. Da das Schuljahr erst zwei Tage alt war, gab es zu den ersten Erfahrungen nach der Umstellung vom Schülerspezialverkehr auf den öffentlichen Personennahverkehr noch nicht viel zu berichten. Aufgefallen war jedoch, dass die Aufstellfläche für die Kinder an der Bushaltestelle verhältnismäßig klein sei, sagte Christoph Fiévet.

Der Dorfsaal als Mittelpunkt gemeinsamer Aktivitäten soll erweitert und saniert werden.Fotos: CEW

Der Dorfsaal als Mittelpunkt gemeinsamer Aktivitäten soll erweitert und saniert werden.Fotos: CEW Foto: Petra Reuter

Sven Lachmann (r.) stellt in der Ortsvertretung die Fördergrundlagen und Möglichkeiten zur Dorfsaalsanierung vor.

Sven Lachmann (r.) stellt in der Ortsvertretung die Fördergrundlagen und Möglichkeiten zur Dorfsaalsanierung vor. Foto: Petra Reuter

Innen und außen soll der Saal auf Vordermann gebracht werden. Foto: Petra Reuter

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