Ein Angebot für Jung und Alt, kirchennah und kirchenfern
„Oster-Stationen-Weg“ lädt zum Mitmachen und Bestaunen ein
Ahrweiler. Das spricht gewiss viele Menschen an: Für die Osterzeit wird in der Altstadt von Ahrweiler das biblische Geschehen der vorösterlichen Zeit für Alt und Jung, Einheimische und Gäste erstmals in einem „Oster-Stationen-Weg“ veranschaulicht.
Wichtig dabei: Dieser besondere Weg ist geplant als Mitmachprojekt. Interessierte sind eingeladen ihn mitzugestalten. Schüler und Schülerinnen, Jugendgruppen, Familien sowie Einzelpersonen können sich einbringen und tun dies auch bereits. Sie dürfen ihre Fantasie spielen lassen, unterschiedlichste Materialien einsetzen und originelle Details einbauen, um den Weg individuell durch ein unverwechselbares Werk zu bereichern.
Als Stationen dienen Kisten sowie andere geeignete Behältnisse. Denkbar sind Weinkisten, Schubladen, vielleicht auch eine entkernte Puppenstube oder ein alter Koffer. Dahinein werden die jeweiligen Inszenierungen gebettet. „Bei jeder Station wird immer nur eine Textstelle der Evangelien der Fastensonntage aus der Bibel aufgegriffen“, erklärt Ellen Maur. Sie hatte die tolle Idee für den Weg. Bei ihr gibt es auch weitere Infos, kreative Impulse und Material unter mobil 0151-57965642. Betreut wird das Projekt aber vom gesamten lokalen Team von Sankt Laurentius Ahrweiler, namentlich neben ihr von Pfarrer Jörg Meyrer, Marlis Blumenthal, Ulrike Phiesel, Esther Fichtl, Irena Klees, Dominik Klein und Gerd Friedrichs.
Schrifttafeln und Holzpüppchen
Auch Maur selbst hat sich eine Kiste vorgenommen. Ihr Thema heißt „Jesus geht in die Wüste“. Passend dazu signalisiert auf gelb bemalter Rückwand eine kräftig strahlende Sonne sengende Hitze. Allein zwischen Sand und Kakteen, ist in einem weiß gewandeten Figürchen der fastende Jesus zu erkennen, den später der Teufel verführen will. Weitere Textstellen des Oster-Stationen-Weges handeln von der Verklärung Jesu, vom Feigenbaum, der keine Früchte trägt, vom verlorenen Sohn und der Weisung „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Gleichfalls kommen der „Einzug in Jerusalem“ und die „Salbung in Betanien“ an die Reihe.
Wie Maur auf Anfrage informiert zählen auch die Verleugnung Jesu durch Simon Petrus („Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ als auch der Verrat durch den Jünger Judas ebenso zu den Bibelstellen wie die Fußwaschung und schließlich das letzte Abendmahl. Damit der „Oster-Stationen-Weg“ bei aller unterschiedlichen Ausführung dennoch formal einer gewissen Linie folgt, macht ein Schrifttäfelchen je Darstellung auf die Textstelle aufmerksm. Fürs Innenleben der Stationen hat Maur einheitliche Holzpüppchen bestellt. Deren Bekleidung übernehmen jedoch die Stationen-Gestalter.
Wer nun das Projekt vage mit den auch in der Region bekannten Wichtelwegen assoziiert, liegt gar nicht mal komplett falsch. Mit diesem Gedanken konfrontiert, berichtet die Weg-Erfinderin nämlich, dass sie, „angeregt über die Wichtelwege in der Vorweihnachtszeit“, auf die Idee kam. Oster-Wichtel-Weg kam als Bezeichnung allerdings nicht infrage. Denn: „Der Oster-Stationen-Weg soll mehr als nur nett sein. Er soll die Botschaften der vorösterlichen Zeit niederschwellig vermitteln“, so Maur. „Das Ziel ist Personen zu motivieren, sich mit den Bibeltexten und den Kernaussagen der vorösterlichen Zeit auseinanderzusetzen. Und das dann durch die Gestaltung für andere sichtbar und erlebbar zu machen. Er soll Dankanstöße geben. Ein Angebot für Jung und Alt, kirchennah und kirchenfern.“
Osterspaziergang nahe der Stadtmauer
Für seine Einladung zu einem kleinen Oster-Spaziergang auf dem Oster-Stationen-Weg hat das lokale Team einen Rundweg vorgesehen. Favorisiert wurde der Verlauf innerhalb der Stadtmauer durch Sebastianuswall, Johanniswall, Schützbahn und Kanonenwall. Ellen Maur nennt als Gründe: „Der Weg ist nicht zu lang, wird sowohl von Familien mit Kleinkindern als auch von Senioren gerne genutzt, weil er verkehrsarm ist. Wir erhoffen uns, dass die Stationen betrachtet, aber nicht zerstört werden.“ Kleine einheitliche Fähnchen aus Kreppband in Weiß-Gelb-Grün und dem Logo der Pfarrei werden die Spaziergänger ab dem 4. April vier Wochen lang auf die Stationen aufmerksam machen. Es gibt keinen Start- oder Endpunkt. Jeder kann dort losgehen, wo es für ihn passt, da jede Station unabhängig von den übrigen für sich spricht.
Noch ist der Oster-Stationen-Weg in Arbeit und ergebnisoffen. Ellen Maur: „Ich bin selbst gespannt auf das Ergebnis. Es wird ein Gemeinschaftswerk von Familien mit Kindern, einer Kommunionkindgruppe, Schülern und Schülerinnen der 5. Klassen Gymnasium Calvarienberg, Einzelpersonen von Jung bis Alt.“ HG
