„Alle Neune“ an Ostern
Ostereierkegeln und Boule-Turnier in Erpel begeistern Besucher am Rhein
aus Erpel
Erpel. Zwischen Fachwerkhäusern, dem historischen Rathaus und der Kirche St. Severinus in Erpel herrschte am Ostersonntag reges Treiben: Wo sonst Autos die Kölner Straße passieren, rollten an diesem Tag Kugeln über eine eigens aufgebaute Holzkegelbahn. Der Junggesellenverein Erpel 1737 e.V. hatte erneut zum traditionellen Ostereierkegeln eingeladen – und zahlreiche Besucherinnen und Besucher ließen sich dieses besondere Ereignis nicht entgehen.
Mitten im historischen Ortskern, auf der Kölner Straße, wurde eine hölzerne Kegelbahn aufgebaut – eine Aktion, die Jahr für Jahr Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Ob geübte Keglerinnen und Kegler oder spontane Mitspieler: Jeder durfte sein Glück versuchen, und genau das macht den besonderen Charme dieser Veranstaltung aus. Für viele Erpelerinnen und Erpeler sowie zahlreiche Ortsvereine ist das Ostereierkegeln längst ein fester Termin im Kalender.
Auch für Besucher von außerhalb war das fröhliche Treiben ein echter Anziehungspunkt: Wanderer und Radfahrer entlang des Rheins legten immer wieder spontane Stopps ein, wurden herzlich aufgenommen und genossen die besondere Atmosphäre. So zeigte sich auch ein Ehepaar auf Ostertour begeistert von der Veranstaltung und berichtete, dass es sich den Termin für das kommende Jahr bereits vorgemerkt habe.
Das Wetter zeigte sich in diesem Jahr eher von seiner rauen Seite – mit kräftigem Wind und frischen Temperaturen. Die gute Stimmung blieb davon ungetrübt. Im Gegenteil: Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht, und entlang der Kegelbahn bildeten sich immer wieder Menschentrauben, die gespannt die Würfe verfolgten und mitfieberten.
Der Name „Ostereierkegeln“ kommt dabei nicht von ungefähr. Die besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden traditionell belohnt. Die Listensieger durften sich über einen Hefeosterhasen mit Osterei freuen, während für die Zweit- und Drittplatzierten Ostereier bereitlagen. Die drei Tagessieger wurden aus allen Kegellisten des Tages ermittelt. Tom Heck (1. Platz), Daniel Heck (2. Platz) und Mario Hänsel (3. Platz) wurden mit einem „Erpel-Gutschein“ sowie Urkunden ausgezeichnet. Der Gutschein kann in zahlreichen Erpeler Geschäften, in der Gastronomie oder bei örtlichen Dienstleistern eingelöst werden und stärkt damit zugleich die lokale Wirtschaft.
Parallel zum Kegeln wurde auf dem Kirchplatz ein Boule-Turnier ausgetragen, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.
In diesem Jahr gingen gleich sieben Mannschaften an den Start – so viele wie noch nie zuvor. Mit ruhiger Hand und viel Gefühl wurden die Kugeln über den Platz gespielt, oft entschieden nur wenige Zentimeter über Sieg oder Niederlage. Am Ende sicherte sich das Team um Richard „Richie“ Klein und Daniel Hösel den ersten Platz, gefolgt von Martina und Andreas Schwager sowie – auf dem dritten Platz – Tim Schmitz und Philip Marx. Auch sie durften sich über „Erpel-Gutscheine“ und Urkunden freuen.
Neben sportlichem Ehrgeiz kam auch das gesellige Miteinander nicht zu kurz: Bei kühlen Getränken und kleinen Leckereien wurde gelacht, angefeuert und sich ausgetauscht. Immer wieder blieb man stehen, kam ins Gespräch oder feuerte gemeinsam mit – ganz gleich, ob man sich kannte oder nicht. So zeigte sich auch beim Ostereierkegeln, was Erpel ausmacht: gelebte Tradition, Gemeinschaft und die Freude daran, gemeinsam Zeit zu verbringen.
Der Junggesellenverein bewies mit der Organisation erneut, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für das Dorfleben ist. Und so steht schon jetzt fest: Auch im kommenden Jahr wird es wieder heißen: „Alle Neune“ für ein fröhliches Miteinander in der Herrlichkeit Erpel.
Erfolgreiche Teams beim Boule-Turnier freuen sich über ihre Auszeichnungen mit Urkunden und „Erpel-Gutscheinen“. v.l.: Tim Schmitz & Philip Marx (3. Platz), Daniel Hösel & Richard „Richie“ Klein (1. Platz) und Martina & Andreas Schwager (2. Platz) Foto: Annika Efferoth
Geselliges Miteinander im historischen Ortskern: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher verfolgten das Treiben rund um die Kegelbahn. Foto: Daniela Simon
Zentimeterarbeit beim Boule: Mit Maßband wurde genau geprüft, welche Kugel am nächsten am Ziel liegt. Foto: Daniela Simon
