Erstes Brummi-Treffen in Dierdorf fand große Resonanz
Parade der 40-Tonner sorgte für Aufmerksamkeit auf dem Schwimmbadparkplatz
Spediteure verschafften sich Ersatz für überlaufenes Stöffelpark-Treffen
Dierdorf. Für Aufsehen und stockenden Verkehr auf der B413 in Dierdorf sorgten am Wochenende die 54 Brummis, die dort in Reih und Glied und glänzendem Lack aufgestellt standen. Das war diesmal ausnahmsweise kein Zwangsstopp wegen einzuhaltender Ruhezeiten, sondern ein abgesprochenes Treffen von gestandenen Truckern aus der Region. Normalerweise wären sie an diesem Wochenende beim Truckertreffen im Stöffel-Park in Enspel gewesen, aber dort hatte man ihnen aufgrund des großen Andrangs die Teilnahme verwehrt. So entschlossen sich die Dierdorfer Brummi-Fahrer unter Federführung von Michael Jungbluth (Dierdorf) und Martin Mangel (Marienhausen), ein eigenes Treffen zu organisieren.
LKW-Treffen stieß auf große Resonanz
Michael Jungbluth sagt im Gespräch mit „BLICK aktuell“: „Wir haben zum ersten Mal ein Lkw-Treffen hier organisiert, weil wir im Stöffel-Park in Enspel, wo wir seit fünf Jahren immer teilgenommen haben, keinen Platz mehr bekommen haben. Weil ich unseren Fahrern versprochen hatte, dieses Fest einmal im Jahr stattfinden zu lassen, war die Idee geboren, ein Treffen hier in Dierdorf selbst zu organisieren. Das stieß auf große Resonanz. Wir haben 54 Lkw hier und mussten 40 weiteren Interessenten aufgrund des beschränkten Platzangebots absagen.“ Aufgrund des großen Zuspruchs steht für Michael Jungbluth jetzt schon fest, das Dierdorfer Truckertreffen auch nächstes Jahr wieder anzubieten. Dann soll es etwas früher im Jahr stattfinden, wenn das Schwimmbad nicht geöffnet hat, denn dann können noch mehr Lkw-Fahrer teilnehmen, weil mehr Platz auf dem großen Parkplatz neben der B413 ist.
Rund 20 Speditionen waren vertreten
Das große Interesse der Lkw-Fahrer an solchen Treffen rührt daher, weil sie während der Woche auf ihren Touren gar keine Zeit mehr finden, sich untereinander zu unterhalten. Das Speditionsgeschäft ist hart. Der Preisdruck und die Schwierigkeit, geeignete Fahrer zu finden, machen den meisten Unternehmen schwer zu schaffen. Um überhaupt auf den Straßen und Autobahnen mit 40-Tonnern unterwegs sein zu können, sind große Investitionen erforderlich. Michael Jungbluth nennt die Zahl von 120.000 Euro für ein einziges Fahrzeug. Bei der Menge von 54 Lkw am Wochenende auf dem Schwimmbadparkplatz in Dierdorf konnte man von einem Gesamtwert von 6,5 Millionen Euro sprechen, die dort standen.
Neben den Speditionen Jungbluth und Mangel hatten sich die Unternehmen Vohl aus Oberdreis, Michels aus Meudt und Terpes aus Güstrow an dem Treffen beteiligt. Ein weiterer Teilnehmer kam aus Ludwigshafen und auch die Spedition SKS aus Mogendorf war dabei sowie die Firma Udert aus Dierdorf. Insgesamt waren rund 20 Speditionen auf dem Parkplatz am Schlossweiher vertreten.
Als „schwierig“ bezeichnet Michael Jungbluth die Situation im Speditionsgewerbe. Aufträge gebe es „ohne Ende“, aber es seien kaum noch Fahrer für neue Fahrzeuge zu finden. Mindestens zehn bis zwölf Absagen jede Woche für Fahrten müsse er erteilen, sagt der Dierdorfer Unternehmer, weil keine Fahrer mehr dafür zur Verfügung stünden. „Das Ansehen des Lkw-Fahrers ist leider sehr schlecht“, vermutet Jungbluth den Grund für den Nachwuchsmangel. Und natürlich drückten auch die von den Auftraggebern stark gedrückten Preise auf die Löhne der Beschäftigten. Ein Beispiel: Für eine Fahrt von Koblenz nach Stuttgart war ein Verlader nicht bereit, mehr als 180 Euro zu zahlen.
In Dierdorf konnten die Fahrer und Spediteure diese Alltagssorgen mal komplett ausblenden. Hier wurde sich angeregt unterhalten und Erlebnisse ausgetauscht. Für die meisten begann am Montagmorgen in aller Frühe wieder der raue Alltag auf Deutschlands Straßen und Autobahnen.
Die weiteste Anreise hatte dieser Brummifahrer aus Güstrow.
Geselligkeit statt Einsamkeit hinterm Lenkrad: Die Spediteure, ihre Fahrer und Familienangehörigen hatten endlich mal Zeit, gemeinsam ein paar Stunden zu verbringen.
