Partnerschaft mit Bernau wird reaktiviert
Erfahrungsaustausch der Verwaltungsspitzen
Meckenheim. Die Partnerschaft der Stadt Meckenheim mit Bernau kam bereits kurz nach der Wende und existiert auf dem Papier seit 1990. Was einmal recht intensiv begann, wo Verwaltungsmitarbeiter aus Bernau sich in Meckenheim umschauen konnten und auch Meckenheimer in Bernau waren, ist schon seit geraumer Zeit ziemlich eingeschlafen. Das hatte wohl auch Bürgermeister Bert Spilles so gesehen, der vor einiger Zeit in Berlin weilte und dem ganz spontan dann die Idee kam, doch einmal die Kollegen in Bernau zu besuchen.
Nachdem in Bernau Ende 2014 mit André Stahl auch einen neuen Bürgermeister bekommen hatte, reifte der Gedanke in Bert Spilles, die Partnerschaft erneut mit Leben zu erfüllen. Schnell waren sich die beiden Verwaltungschefs da auch einig, zumal die Kommunen teilweise vor den gleichen Herausforderungen stehen, sodass auch ein Gedankenaustausch aufseiten der Verwaltungsspitzen durchaus Sinn machte.
So kam es, dass Bürgermeister André Stahl in der vergangenen Woche mit einer ganzen Delegation nach Meckenheim kam, um sich zwe Tage lang intensiv umzusehen und Erfahrungen auszutauschen. Dabei brachte er auch seine Finanzdezernentin Renate Geissler mit sowie Eckhard Ilge, den Dezernenten für Wirtschafts- Schul- und Kulturangelegenheiten. Komplettiert wurde das Team aus Brandenburg mit der Leiterin des Hauptamtes, Viola Lietz sowie Jürgen Jankowiak, dem Dezernenten für Bau-, Gebäude und Stadtplanungsangelegenheiten von Bernau. Auf Meckenheimer Seite wurde Bürgermeister Bert Spilles von seinen beiden Beigeordneten Holger Jung und Heinz-Peter Witt sowie von Kämmerin Pia-Maria Gietz unterstützt.
Bernaus Bürgermeister André Stahl dankte Bert Spilles für den herzlichen Empfang in Meckenheim und knüpfte an die Zeit der Wiedervereinigung an. Bernau hat dabei eine ähnliche Lage heute zu Berlin wie Meckenheim seinerzeit zur Bundeshauptstadt Bonn. Dabei hat sich die Einwohnerzahl in Bernau seit dem Jahre 1990 geradezu verdoppelt, von 19.000 auf 38.400 zum heutigen Zeitpunkt.
Die Stadt profitiert hier von einer sehr dynamischen Entwicklung und steht derzeit, ähnlich wie Meckenheim, vor dem Neubau eines Rathauses. Allerdings sind die kommunalen Strukturen teilweise dann doch wieder recht unterschiedlich, denn vieles, was in NRW noch von den Kommunen gemanagt werden muss, wird in Brandenburg von den Kreisen gemacht. Aber hier wie dort war man sich einig in der Betrachtung, dass die Kommunen zwar sehr viele Aufgaben von Bund und Länder übertragen bekommen, aber das Geld auf dem Weg in die Kommune durch zahlreiche „klebrige Hände“ gehe und längst nicht komplett ankomme.
Bert Spilles hatte den Besuchern dann das Baustellenmarketing der Stadt erklärt am Beispiel des Umbaus der Hauptstraße und gab offen zu, dass er Bernau um die Möglichkeit des Marktes bedauere, der dort dreimal die Woche stattfindet. Ebenfalls anders als in Meckenheim ist in Brandenburg die politische Meinungsfindung in den Gremien, statt wie in Meckenheim um 18 Uhr beginnen die Sitzungen meist schon um 15.30 Uhr und werden mittels Live-Stream auch im Internet übertragen. Dies führt jedoch keineswegs zu einer Verkürzung der Diskussionen, denn auch dort enden die meisten Sitzungen erst um 22 Uhr.
Begeistert von dem Erfahrungsaustausch zeigten sich vor allem die beiden Kämmerinnen, denn in Meckenheim und Bernau hat man wohl das gleiche IT-System, nutzt dies jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sowohl Pia-Maria Gietz wie auch Renate Geissler waren jedenfalls voll des Lobes über die neuen gewonnen Erkenntnisse. Dass Meckenheim eine Obststadt ist, das wurde dann auch bei der gemeinsamen Pressekonferenz sichtbar, denn neben den obligatorischen Keksen gab es dort Erdbeeren aus heimischen Anbau und auch das Thema Meckenheimer Garantie für Ausbildung war den Besuchern vorgestellt worden, sodass man sich jetzt bereits auf den Gegenbesuch in Bernau freuen kann. STF
