Allgemeine Berichte | 27.08.2018

Namibia-Reise des Ehepaars Kuhl-Boucsein mit Besuch von Okanona-Projekten

Patenkind Launa kennengelernt

Im Interview sprechen der Pfarrer und seine Ehefrau über ihre Erfahrungen

Andrea Kuhl im Klassenzimmer der Haganini Primary School.privat

Dierdorf. Das Okanona-Hilfsprojekt wurde 2001 von Mitarbeitern des evangelischen Krankenhauses Dierdorf/Selters gegründet und hat seinen Sitz in Selters. In diesem Jahr haben der Pfarrer Peter Boucsein-Kuhl und seine Ehefrau Andrea Kuhl aus Rückeroth eine Namibiareise unternommen und dabei ihr Patenkind und Projekte der Okanona Kinderhilfe Namibia e.V. besucht. Im nachfolgenden Interview berichtet das Ehepaar über seine Reiseerfahrungen.

Warum haben Sie sich Namibia als Reiseziel ausgesucht?

Andrea Kuhl: Weil ich unser Patenkind Launa in seiner Heimat kennenlernen wollte.

Peter Boucsein: Mich interessiert die Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika auch vor dem Hintergrund, dass in jüngster Zeit mehr Informationen über die Verbrechen der deutschen Besatzer am Herrero-Volk zur Sprache gekommen sind und Reparationsforderungen gestellt werden.

Wie sind Sie mit der Okanona Kinderhilfe Namibia e.V. in Berührung gekommen?

Peter Boucsein: Bei mir entstand der Kontakt auf dem Basar am Ewigkeitssonntag. Auch habe ich mir die im Krankenhaus ausgestellte Vitrine angeschaut und Informationen über den Okanona-Flyer erhalten.

Andrea Kuhl: Ich bin durch meine mehrjährige Arbeit im Krankenhaus Selters, wo viele Mitarbeitende dieses Projekt mit unterstützt haben, darauf aufmerksam geworden.

Sie haben ein Patenkind in Namibia. Erzählen Sie uns, wie es dazu kam und wie Sie das Treffen empfunden haben?

Andrea Kuhl: Vor 14 Jahren hatte ich großes Interesse an dem Projekt, ich wollte einem konkreten Kind helfen und den Schulbesuch ermöglichen.

Peter Boucsein: Dass ich jetzt Launa persönlich kennenlernen durfte, war bewegend. Zu sehen, in welcher Armut sie mit ihrem Bruder aufwächst und wie beide Kinder dank der Okanona-Patenschaft auf einem guten Weg sind. Beide Kinder haben ordentliche Zensuren geschafft und ihr älterer Bruder deshalb sogar eine Lehrstelle als Elektriker bekommen. Es hat mich sehr gefreut, dass meine finanziellen Mittel sehr gut in die Zukunft dieser liebenswerten Kinder investiert sind.

Welche Okanona-Projekte haben Sie sich vor Ort angeschaut?

Wir haben uns von Annette Louw die Grundschule, die Highschool und mehrere Kindergärten zeigen lassen und mit Lehrern beziehungsweise Erzieherinnen über die Situation vor Ort und im ganzen Land gesprochen.

Welche Initiative/welches Projekt hat Sie am meisten beeindruckt?

Die Haganini Primary School (Grundschule) hat uns am meisten beeindruckt. Die Kinder lernen für ihr Leben. Und haben – wie wir das in Deutschland kaum noch finden – Respekt vor den Lehrenden und Disziplin im Miteinander in der Klasse. Allerdings sind die Klassen sehr groß und es fehlt hinten und vorne an Lehrmaterial, zum Beispiel an Papier und Malstiften.

Welche persönliche Begegnung wird Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben?

Der Besuch in der Bretterhütte von Launas Familie im Township. Kein fließendes Wasser, kein elektrischer Strom. Unbeschreibliche Armut. Und dann die leuchtenden Kinderaugen beim Überreichen der bunten Duplo-Steine, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Im Kindergarten gibt es fast keine Spielsachen!

Ihr Steckenpferd ist die Musik – sehen Sie Möglichkeiten, wie damit auch den Kindern in den Slums von Swakopmund geholfen werden kann?

Peter Boucsein: Ja, auch in Namibia singen Kinder gerne! Gepaart mit Gitarrenunterricht könnte zum Beispiel an der Grundschule ein fantastisches Musikprojekt gestartet werden. Falls wir beide nach meinem Ruhestand für längere Zeit in Swakopmund leben könnten, würde ich bestimmt an dieser Stelle Angebote machen. Das hat bis jetzt immer geklappt, im sozialen Brennpunkt in Wiesbaden und auch mit Flüchtlingskindern bei uns.

Welches Fazit, welche Inspiration und Anregung haben Sie von Ihrer Namibiareise und den Besuchen der Okanona-Projekte mitgenommen?

Die Okanona-Projekte sind eine gute Sache. Hier wird konkret in die Zukunft von Kindern investiert. Da kann man eigentlich nichts falsch machen. Das wollen wir beide weiterhin unterstützen. Im Januar wollen wir wieder mit vier vollgepackten Koffern nach Namibia reisen. Im Handgepäck nehmen wir auch gerne wieder gespendete Duplo-Steine mit!

Einladung zu den monatlichen Treffen

Wer das Hilfsprojekt unterstützen will oder weitere Informationen möchte, kann sich an die Vorsitzende der Okanona Kinderhilfe Namibia e.V., Sabine Schmalebach, Tel. (0 26 26) 76 25 74 0, wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.okanona.de. Hier findet man auch die Termine der monatlich stattfindenden Treffen, wo jeder willkommen ist.

Spenden werden dankbar entgegengenommen auf dem Konto der Nassauischen Sparkasse Selters, DE63 5105 0015 0762 0714 87.

Pressemitteilung evangelisches Krankenhaus Dierdorf/Selters gGmbH

Andrea Kuhl umringt von den Kindern in Lucky’s Kindergarten.

Andrea Kuhl umringt von den Kindern in Lucky’s Kindergarten.

Andrea Kuhl im Klassenzimmer der Haganini Primary School.Fotos: privat

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