Allgemeine Berichte | 18.07.2018, 09:16 Uhr

Wiederentdeckt - ein berühmter Sohn Oberbachems

Paul von Franken - Maler des Kaukasus

Ausstellung ist nochmals zu sehen am Sonntag, 22. Juli

Paul Giersberg (l.) und Kacha Ebralidze (r.) im Gespräch mit Gästen der Ausstellung.  Gemeinde Wachtberg/mm
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Wachtberg-Ließem. Auf dem Kunstmarkt werden seine Bilder mittlerweile hoch gehandelt. Selten steht in Deutschland mal eines auf einer Auktionsliste. Überwiegend befinden sich seine Werke in Familienbesitz, vermutlich im russischen Raum. Die Rede ist von Paul von Franken, der im vorletzten Jahrhundert als „Maler des Kaukasus“ bekannt war.

Und… man höre und staune, Paul von Franken war ein Kind aus unserem Drachenfelser Ländchen. 1818 erblickte er in Oberbachem das Licht der Welt. Wer hat‘s gewusst? Altbürgermeister Paul Giersberg. Ihm ist es zu verdanken, dass Paul von Frankens Wirken jetzt näher ins Wachtberger Bewusstsein rückt. Gemeinsam mit dem Verein für Brauchtumspflege und Ortsverschönerung Oberbachem nahm Giersberg im Rahmen der 12. Wachtberger Kulturwochen Paul von Frankens in diesem Jahr zu feiernden 200. Geburtstag zum Anlass, an diese bei uns weitgehend unbekannte Persönlichkeit und deren künstlerisches Schaffen zu erinnern.

Der Ur-Ur-Ur-Enkel erzählt

Als besonderen Gast der Gedenkveranstaltung konnte Giersberg Kacha Ebralidze gewinnen, ein Ur-Ur-Ur-Enkel des Malers, der Interessantes von seinem berühmten Vorfahren zu erzählen wusste. Anhand von großformatigen Fotos von Werken aus der Schaffenszeit von Paul von Franken und von Porträts des Künstlers sowie mittels launiger Zitate aus alten Tagebüchern gelang es Ebralidze im voll besetzten Oberbachemer Dorfsaal schnell, bei den Gästen die Neugier für seinen bislang völlig unbekannten Ur-Ahnen zu wecken. Ebralidzes Vater ist es zu verdanken, dass das künstlerische Werk Paul von Frankens nicht vergessen ist. In den 70-er Jahren habe dieser dessen Bedeutung erkannt. Umfangreiche Recherchen haben ein in Teilen zwar immer noch ungeklärtes, aber in Summe doch ein umfangreiches Wissen über Paul von Frankens Leben hervorgebracht.

Auf den Spuren eines berühmten Ur-Ahnes

Und so nahm Ebralidze die Zuhörer mit auf Paul von Frankens Reise, die diesen als jungen Mann erst nach Düsseldorf an die dortige Malschule und später als Zeichenlehrer nach Dresden führt, wo er seine Frau, die aus Lettland stammende Porträtmalerin Helene Köber, kennenlernt. Über Stationen in den baltischen Ländern und Russland kommt das Paar schließlich nach Tiflis. Viele Jahre verbringen die beiden im Kaukasus – eine prägende Zeit für das künstlerische Schaffen Paul von Frankens. Er fertigt unzählige Skizzen von Gebirgs- und Flusslandschaften sowie vom Alltag der heimischen Bevölkerung, der er voller Respekt begegnet. Im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen, die despektierlich von den „Wilden“ sprechen. Ihm liegt das nicht, er taucht vielmehr voller Neugier ein in diese andere Welt. 1860, nach der Trennung von seiner Frau und zurück in Düsseldorf, dienen ihm seine zahlreichen landschaftlichen und ethnologischen Skizzen als Vorlage für seine Gemälde, die an alte niederländische Meister erinnern. Schon bald wird er der Maler des Kaukasus genannt. 1884 stirbt Paul von Franken in Düsseldorf. Die Ausstellung ist nochmals zu sehen am Sonntag, 22. Juli von 11 bis 13 Uhr im Dorfsaal, Dreikönigenstraße in Wachtberg-Oberbachem.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Paul Giersberg (l.) und Kacha Ebralidze (r.) im Gespräch mit Gästen der Ausstellung. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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