Allgemeine Berichte | 23.09.2019, 08:20 Uhr

„Dichtung und Wahrheit“ verabschiedet sich in die Winterpause

Peter Nüesch setzt erfolgreicher Veranstaltungssaison die Krone auf

Der Macher, der Künstler und die Sponsoren: (v.li.) Elmar Schmitz (Volksbank), Peter Nüesch, Dieter Dierkes und Udo Lohner (Kreissparkasse).Fotos: SOT
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Mayen. Mit einem künstlerischen Höhepunkt verabschiedete sich der Geheimtipp der Eifler Kulturszene am Freitag in die Winterpause: Theater-Star Peter Nüesch entführte das Publikum in die Erzählung „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ aus der Feder des französischen Schriftstellers Éric-Emmanuel Schmitt, die im Jahr 2001 als zweites von vier Büchern der Reihe „Cycle de l’invisible“ erschienen ist. In dem Werk geht es um die wunderbare Verbindung zwischen dem elfjährigen Momo, einem jüdischen Jungen mit unglücklicher Familiengeschichte, und dem „Araber an der Ecke“ - dem Kolonialwarenhändler Monsieur Ibrahim. Ibrahim betreibt seinen kleinen Laden im Judenviertel der Pariser Rue Bleu. Er wird dem jungen Momo Halt und Zuflucht - und, als dessen Vater Selbstmord begeht, ein liebender, bestärkender Ersatz. Als Anhänger des Sufismus lebt Ibrahim weltlich-asketisch, Momo begleitet und lehrt er mit einer undogmatischen, spirituellen Weisheit, die dessen Drang ins Leben, inklusive erster amourösen Erfahrungen mit den Prostituierten in der Pariser „Rue de Paradis“, keinesfalls missbilligt - ganz im Gegenteil. Mit Ibrahim lernt Momo, der bis dahin ungeliebtes Anhängsel seines deprimierten, alleinerziehenden Vaters war, eine neue Lebensart; gemeinsam erkunden die beiden zunächst Paris und die Schönheit der Normandie. Auf ihrer letzten gemeinsamen Reise zum „Goldenen Halbmond“, der Heimat von Monsieur Ibrahim im östlichen Anatolien, lernt Momo den Tanz der Derwische. Hier endet das erfüllte Leben des liebenswerten Kaufmanns Ibrahim, das in der Begleitung von Momo seine Vollendung gefunden hat. Ibrahim hat vorgesorgt und hinterlässt Momo nicht nur die Brücke zum Leben und eine Menge wunderbarer Erinnerungen, sondern auch den kleinen Kolonialwarenladen in der Pariser Rue Bleu, den Momo aus Überzeugung weiterführt.

Nüeschs Lesung war der gelungene Schlussakkord der elften Saison von Dichtung und Wahrheit und von den Fans sehnlichst erwartet. Glücklich über seinen gelungenen Kultursommer bedankte sich Initiator Dieter Dierkes bei seinem treuen Publikum sowie den Mitarbeitern von Schloss Bürresheim, die den alten Ahnensaal nicht nur vorbereiten, sondern im Anschluss an jede Veranstaltung mit ihrem Weinempfang für ein zauberhaftes Ambiente im Burghof sorgen. Einen großen Dank richtete Dierkes auch an die Sponsoren: Die Volksbank Rhein Ahr Eifel e. G. sowie die Kreissparkasse Mayen machen „Dichtung und Wahrheit“ auf Schloss Bürresheim erst möglich.

Zum Dank für die großartige Lesung überreichte Dieter Dierkes dem Künstler den Stich einer Corona Imperialis aus dem 17. Jahrhundert, die Pflanze entstammt, wie Monsieur Ibrahim, dem fernen Anatolien.

Zum Dank für die großartige Lesung überreichte Dieter Dierkes dem Künstler den Stich einer Corona Imperialis aus dem 17. Jahrhundert, die Pflanze entstammt, wie Monsieur Ibrahim, dem fernen Anatolien.

Mitreißend und emotional: Peter Nüesch ließ sein Publikum die Geschichte erleben.

Mitreißend und emotional: Peter Nüesch ließ sein Publikum die Geschichte erleben.

Der Macher, der Künstler und die Sponsoren: (v.li.) Elmar Schmitz (Volksbank), Peter Nüesch, Dieter Dierkes und Udo Lohner (Kreissparkasse).Fotos: SOT

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