Schüler kämpfen für den Erhalt der Pallottikirche in Rheinbach

Petition brachte über 1.000 Unterschriften in zwei Tagen

13.10.2020 - 16:40

Rheinbach. Das war dann doch zu viel, als die Schüler des St. Josef Gymnasiums Rheinbach (SJG) erfuhren, dass ihre Kirche am ehemaligen Pallotti Gymnasium abgerissen werden sollte, um einer möglichen Wohnbebauung Platz zu machen.


Bemerkenswert dabei ist, dass sich hier Jugendliche für „Ihre Kirche“ stark machen, was in diesem Zusammenhang recht selten ist.

„Die Pallottikirche ist ein unverwechselbarer Bau, ein Wahrzeichen Rheinbachs. Mit ihrer ausgezeichneten Akustik und ihrem einladenden Innenraum hat sie die Chance, ein außergewöhnliches Kulturzentrum mitten in Rheinbach zu werden“, so der Musiklehrer des SJG auf der Homepage des Schülerforums Jugend für Pallotti, Michael Küßner.

Um die Pallottikirche im Rheinbacher Pallotti-Carré vor dem Abriss zu bewahren, hatte eine jahrgangsübergreifende Schülergruppe des benachbarten SJG die Idee, eine Petition im Internet auf den Weg zu bringen. Diese startete in der vorletzten Woche und konnte schon nach zwei Tagen über 1.000 Unterschriften vorweisen. „Zusätzlich haben wir in den Klassen unserer Schule, mit Zustimmung der Schulleitung, Unterschriften auf freiwilliger Basis gesammelt. Sozusagen analog und mit großer Resonanz. Auch die Kommentare auf unserer Internetseite „jugendfürpallotti.com“ waren sehr positiv und haben uns in unserem Anliegen bestärkt“, so der Sprecher der aktiven Jugendgruppe und Mitglied der Schülervertretung (SV), Christoph Hillgruber.

Nach den Herbstferien wollen die Schüler mit der Unterschriftensammlung zum neuen Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Ludger Banken gehen und das Gespräch suchen. Die Zukunft der Pallottikirche ist uns nicht egal. Für uns ist sie ein religiöser Begegnungsort und unsere Schulkirche“. Dort fand der Einschulungsgottesdienst der Fünftklässler statt und auch die Abimesse. Außerdem wurde die Pallottikirche über das Jahr für Schulmessen genutzt.

Sehr emotional waren die Aussagen der Schüler, warum sie um den Erhalt der Kirche kämpfen.

„Es geht auf unserer Internetseite sehr emotional zu. Vielen Rheinbachern, darunter frühere Schüler des Vinzenz Pallotti Kollegs (VPK) ist das Thema Pallottikirche sehr wichtig. Schließlich haben tausende Schüler im VPK ihr Abitur gemacht. Die Palottikirche, die vor fast fünfzig Jahren erbaut wurde, ist in der Zwischenzeit ein Wahrzeichen der Stadt Rheinbach geworden“ fügte Hillgruber hinzu.

Laut dem Provinzialat der Pallottiner in Friedberg, die Eigentümer der Grundstücke uns Gebäuden sind, seien die Verkaufsverhandlungen noch nicht abgeschlossen. Das Geld aus dem Verkaufserlös des gesamten Pallottigeländes soll für ein Jugendprojekt in Afrika, die Aufgaben der apostolischen Lebensgemeinschaft und für die Altersversorgung der Mitbrüder übernehmen, verwendet werden.

Bereits 2017 wurde das Sport- und Internatsgebäude neben der Pallottikirche abgerissen. Hier sind Wohnbebauungen geplant.

Auch der Verein „Viel Platz für Kultur“ (VPK) möchte die Pallottikirche für religiöse und kulturelle Veranstaltungen erhalten und hat für das Gebäude die Prüfung einer Denkmalwürdigkeit im August einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht.

Sowohl die Stadt Rheinbach als untere Denkmalbehörde als auch das Denkmalamt des LVR wurden eingeschaltet. Es müsste nun eine Prüfung des Sachverhalts erfolgen, bevor die Kirche aufgegeben wird. Ob die Kirche alleine erhalten werden kann, hängt auch von der Frage der Versorgung ab, die bis jetzt über angrenzende Gebäude sichergestellt wurde.

Sowohl die Pallottiner als auch die Schülergruppe sind bestrebt gemeinsam im Gespräch zu bleiben.

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Kommentare

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Gabriele Friedrich:
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Gabriele Friedrich:
Da meldet sich doch kein Mensch. Vor allem wenn so einer vor Gericht kommt und man als Zeuge aussagen muss, dann wird man nach Name und Wohnort gefragt- öffentlich. Während der Zeuge nicht erfährt, wo der Angeklagte wohnt, evtl. nicht mal den Namen erfährt. Findet den Fehler. .... !...
Gabriele Friedrich:
Unfassbar, wie dämlich die Leute sind. Alkohol riecht man und wenn die 82 jährige nüchtern war, hätte sie nicht einsteigen sollen. Verantwortung liegt auch beim andern, das er einen gar nicht erst fahren lässt. Ich habe in solchen Fällen, wenn einer betrunken fahren wollte, den Schlüssel weggenommen....
 

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